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Museum und Landratsamt: Mit Druck geht es doch

Museum und Landratsamt: Mit Druck geht es doch
Kommentar Von Gerald Modlinger
14.11.2019

Viel Aufwand für nicht allzu viel Nutzen: LT-Redakteur Gerald Modlinger blickt auf die Debatten ums Stadtmuseum und den Neubau für das Landratsamt in Landsberg.

Na also: In Landsberg geht doch was voran – in jedem Fall dann, wenn ein entsprechender Druck aufgebaut wird. Das gaben auch mehrere Stadträte am Mittwochabend zu verstehen, als das Gremium nach einigen Irritationen doch wieder auf die bisherige Beschlusslage zu Stadtmuseum und Landesausstellung zurückkehrte. Alles andere wäre auch – wie an dieser Stelle schon mal geschrieben – richtig peinlich geworden. Denn es hätte niemand schlüssig erklären können, worin sich die jetzige Sachlage von den Tatsachen zum Zeitpunkt der früheren Entscheidungen unterscheidet.

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Am Ende blieb keine andere Möglichkeit

Verschlungen waren auch die Wege, die der Stadtrat beschritt, um über die Standortfrage für die Außenstelle des Landratsamts zu entscheiden. Zuerst wurde eine isolierte Bauleitplanung für ein Verwaltungsgebäude am Stadtrand abgelehnt und eine Gesamtplanung für das Penzinger Feld gefordert (was den sogenannten „Flächenfraß“ auf einem der besten Ackerstandorte im Land richtig massiv gemacht hätte). Daraufhin wurde ein städtebaulicher Wettbewerb veranstaltet. Dessen Ergebnisse werden ihr weiteres Dasein in der Schublade fristen - zumindest, was die Planung rund um das Landratsamt anbelangt. Weil man ist nun zu der Erkenntnis gekommen, dass der Erwerb des gesamten Ackers doch nicht so leicht zu machen ist, und sich die Frage des Flächenfraßes bei 23 Hektar mehr stellt als bei den für das Landratsamt beanspruchten drei Hektar. Andererseits wollte es die Mehrheit auch nicht darauf ankommen lassen, dass die Kreisbehörde irgendwann in Penzing, Pürgen oder Schwifting sein wird. So blieb keine andere Möglichkeit, als dem Wunsch des Landkreises zu entsprechen.

Zwei positive Aspekte gibt es schon

Als völlig nutzlos wollen wir aber die Pirouetten der Landsberger Stadtpolitik nicht bewerten: So erbrachte der Wettbewerb fürs Penzinger Feld zumindest die Erkenntnis, dass ein Landratsamt an der Münchener Straße ein schöneres Entree bildet als ein Autohaus und es besser dort als in zweiter Reihe gebaut werden sollte. Und beim Stadtmuseum attestierte sich Oberbürgermeister Mathias Neuner selbst eine gewisse Bauernschläue: „Wenn man durch so eine Diskussion 250.000 Euro bekommt, ist das meines Erachtens eine gute Diskussion“, sagte er im Hinblick auf die Spendenzusage der Hans-Heinrich-Martin-Stiftung.

Museum und Landratsamt: Mit Druck geht es doch

Jetzt ist nur zu hoffen, dass daraus auch eine gute Sache wird. Man wird sehen, ob es eine gute Voraussetzung ist, wenn der Chef der Verwaltung sich vom jetzt beschlossenen Projekt distanziert und er die Verantwortung demonstrativ an die Museumsleiterin und den Dritten Bürgermeister weiterreicht.

Hier unsere Berichte aus der Stadtratssitzung:

Räuber und Banditen in Landsberg: So kann es jetzt weitergehen

Der Weg fürs Landratsamt im Landsberger Osten ist frei


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