1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Nach Unfall: Freispruch für Polier

Gericht

28.02.2015

Nach Unfall: Freispruch für Polier

Symbolfoto
Bild: Modlinger

Auf einer Baustelle am Ammersee stürzte eine Wand auf einen Mitarbeiter

Mit einem Freispruch endete eine Verhandlung am Amtsgericht in Landsberg, bei der sich ein 45 Jahre alter Mann wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten musste. Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass der Polier keine Schuld an einem Betriebsunfall Mitte Oktober 2013 hatte. Damals hatte sich ein junger Mitarbeiter auf einer Baustelle am Ammersee einen Splitterbruch an einer Kniescheibe zugezogen, weil eine Hohlwand aus Stahlbeton umgestürzt war.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft soll die sechs Meter lange und 2,5 Meter hohe Wand umgestürzt sein, weil sie nicht ausreichend mit einer Schraube fixiert war. Der angeklagte Polier einer Baufirma aus dem Ostallgäu sagte in der Verhandlung, dass es öfter vorkomme, dass diese Schraube fehle. Sie sei, wie sonst auch, vor Ort fach- und sachgerecht eingesetzt worden. Warum beim Rangieren mit einem Autokran die Schraube ausgebrochen und das gesamte Konstrukt eingestürzt sei, das wisse er nicht.

„Die Ursache lässt sich nicht erklären“, meinte Verteidiger Norbert Krix. Die zuständige Berufsgenossenschaft kam in ihrem Untersuchungsbericht vier Wochen nach dem Unfall zu dem Ergebnis, dass das „Ausreißen“ einer Schraube ursächlich für das Unfall gewesen sein soll. Mehr nicht. Ob etwas falsch gemacht wurde, davon war nicht die Rede. Die Genossenschaft hat, wie in der Hauptverhandlung bekannt wurde, mehrere Personen zum Unfallgeschehen befragt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die Polizei wurde offenbar, so hieß es jedenfalls im Gerichtssaal, nicht eingeschaltet. Fast ein Jahr nach dem Betriebsunfall landete eine Strafanzeige auf dem Tisch der Polizei. Das Papier stammte von den Eltern des Verletzten. Es beinhaltete eine „Strafanzeige gegen Unbekannt“. Dies bestätigte ein Mitarbeiter der Polizei, der als Zeuge vor Gericht aussagte. Gegen den ihm zugesandten Strafbefehl in Höhe von 1800 Euro (30 Tagessätze zu je 60 Euro) erhob der Angeklagte Einspruch. Deswegen war es zur Hauptverhandlung gekommen.

Die Plädoyers in Sachen fielen einhellig aus: Staatsanwältin Sabine Graf sagte, dass sich der Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung nicht bestätigt habe. Für sie war es kein menschliches Versagen, sondern eher ein Materialversagen. Wie für Verteidiger Krix und Richterin Simone Zwiener kam auch für Graf nur ein Freispruch infrage.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren