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Markus Ferber

22.07.2010

Politikerbesuch: Auf Kosten der Bienen

Arno Bruder, Markus Ferber und Manfred Hederer (von links) inspizieren im Bienen-Fachzentrum in Landsberg einen Bienenstock. Foto: Thorsten Jordan
Bild: Thorsten Jordan

Imker klagen beim CSU-Europaabgeordneten Markus Ferber über zu intensive Landwirtschaft. Pollen finden sich in solchen Landschaften kaum mehr.

Landsberg/Achselschwang Für den CSU-Europaabgeordneten Markus Ferber ist es eine Idylle, wenn er von der Achselschwanger Höhe Richtung Utting und Andechs schaut. Weit schweift der Blick über die hügelige Moränenlandschaft am Ammersee. Doch Manfred Hederer, Präsident der deutschen Erwerbsimker hat von seinem Bienenhaus vor allem im Blick, was auf den Feldern wächst: Vor allem Maisschläge, daneben einige sommergelbe Weizenäcker und auf der anderen Seite sieht er eine grüne Wiese. All das trübt für den Bienenhalter die ländliche Idylle. Honig und Pollen fänden sich in einer solchen Agrarlandschaft kaum mehr. Früher habe das vor allem für die Äcker gegolten, doch die auch auf dem Grünland gebe es immer weniger Futter. Die intensive Vieh haltende Landwirtschaft wolle eiweiß- und energiereiches Gras ernten. Für Blumen und Wildkräuter, selbst für die Allerweltsart Löwenzahn, sei oftmals kein Platz mehr, bedauern Hederer und der Bezirksfachberater für Imkerei, Arno Bruder.

Jetzt, wenn in Straßburg Ferien sind, ist Ferber nach Oberbayern gekommen, um sich ein Bild von der Lage der Bienenzüchter zu machen, die vor einiger Zeit bereits bei ihm in Straßburg waren. Dort werden die Weichen für die europäische Agrarpolitik gestellt. 2013 soll es die nächste Reform geben. Gerade im Agrarbereich ist der Gestaltungsspielraum der Politik recht groß: Das zeigt die Förderung erneuerbarer Energien: Sie führte zu einer Intensivierung des Landbaus. Biogasanlagen brauchen große (Mais-)Flächen. Diese Intensivierung gehe auf Kosten der Bienen und auch der Biodiversität, verdeutlichen Hederer und Bruder dem Europapolitiker. "Auf den Wiesen wächst kein Klee und kein Kraut mehr", sagt Hederer und wenn mit riesigen Mähmaschinen in "Mofageschwindigkeit" über die Wiese gefahren werde, "gerät alles in den Sog der Maschinen, was im Gras sitzt, Bienen, Insekten und Frösche". Dazu komme der Einsatz systemischer Pflanzenschutzmittel. Sie erachtet Hederer als Ursache für das völkerweise Sterben von Bienen.

Dass Bienen nicht nur Honig produzieren, sondern Bienenprodukte und Bienengift auch wertvolle Heilmittel sind, wurde Markus Ferber danach im Bienen-Fachzentrum in Landsberg verdeutlicht. Die Apitherapie könne bei rund 800 Krankheiten eingesetzt werden, sagt Arno Bruder. Mit einem Imker-Crashkurs endete der Besuch Ferbers, dessen erfolgreiche Teilnahme per Urkunde bestätigt wurde. (ger)

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