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31.07.2007

Seifenkiste wurde zum Geschoss

Zu einem schweren Unfall ist es am Sonntag beim Dießener Seifenkistenrennen gekommen. Durch ein außer Kontrolle geratenes Rennfahrzeug wurde ein 58-jähriger Reporter schwer verletzt. Nach notärztlicher Erstversorgung wurde er ins Unfallkrankenhaus nach Murnau gebracht, wo er auf der Intensivstation liegt.

Dießen (ger) - Zu einem schweren Unfall ist es am Sonntag beim Dießener Seifenkistenrennen gekommen. Durch ein außer Kontrolle geratenes Rennfahrzeug wurde ein 58-jähriger Reporter schwer verletzt. Nach notärztlicher Erstversorgung wurde er ins Unfallkrankenhaus nach Murnau gebracht, wo er seither mit Kopfverletzungen auf der Intensivstation liegt.

Wie die Dießener Polizei meldete, ereignete sich der Unfall gegen 11.55 Uhr. Ein 15-jähriger Seifenkistenpilot aus Tussenhausen verlor in einer Linkskurve in der Hofmark die Kontrolle über sein Fahrzeug und schleuderte in Richtung Von-Eichendorff-Straße. Dort durchbrach er nahezu ungebremst einen Strohballen. Der dahinter stehende Berichterstatter versuchte noch, sich in Sicherheit zu bringen, stürzte aber und wurde schwer verletzt. Die Akten werden der Staatsanwaltschaft "zur weiteren Begutachtung vorgelegt", so die Polizei weiter.

Der Unfall hat inzwischen eine Debatte um die Sicherheitsvorkehrungen ausgelöst. Zwar riefen die Veranstalter in Lautsprecherdurchsagen immer wieder die Besucher dazu auf, sich von der Rennstrecke fernzuhalten und sich nicht an die an den Straßenrändern aufgestellten Strohballen zu lehnen oder darauf zu setzen. Nach Augenzeugenberichten konnten die Ordner (die Veranstalter sprachen von fünf bis sechs Streckenposten, die entlang von Hofmark und Herrenstraße patrouillierten) diese Aufforderungen aber nicht immer durchsetzen. Außerdem hätten sich zwischen den Strohballen an vielen Stellen Lücken befunden. Offenbar traten auch vereinzelt fotografierende Personen auf die abgesperrte Rennstrecke.

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Wo keine Bordsteine sind, ist es gefährlich

Ein solcher Besucher, sagte Veranstaltungsleiter Dieter Schweingruber, habe möglicherweise den Unfall mit ausgelöst. Daraufhin habe der Seifenkistenfahrer das Steuer verrissen. Sein Gefährt sei frontal auf die Strohballen an der Von-Eichendorff-Straße zugerast. Beim Aufprall sei, so ein Augenzeuge, der Ballen verschoben worden. Die Seifenkiste habe sich aufgestellt und den Reporter getroffen, der auf die Straße stürzte.

Die Stelle sei gefährlich, erklärte Schweingruber. Der Grund: Hier gebe es keinen Bordstein, der die Strohballen im Falle eines Aufpralls festhalte. Manchen Besuchern war dies offenbar nicht bewusst: Fotoaufnahmen zeigen, dass sich auch im Einmündungsbereich Zuschauer hinter den Strohballen aufhielten.

Die Strecke lückenlos mit Strohsäcken abzuriegeln, sei nicht möglich, nur in Kurvenbereichen sei eine ununterbrochene Strohmauer errichtet worden, erklärte Schweingruber. Insgesamt habe sich der veranstaltende Motorsportclub um "optimale" Sicherheitsvorkehrungen bemüht. So sei die Strecke auch videoüberwacht worden, um Gefahrensituationen zu erkennen.

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