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Ludenhausen/München

13.09.2017

Sie hängen den Schulranzen an den Nagel

Die Schüler der ehemaligen Sudbury Schule nageln ihre Schulränzen symbolisch an das Kultusministerium.
Bild: Raphaela Groeger

Schüler, Lehrer und Eltern protestieren gegen Schließung der Sudbury Schule in Ludenhausen. Noch haben sie die Hoffnung nicht aufgegeben.

Im Juli vergangenen Jahres wurde die Sudbury Schule Ammersee in Ludenhausen geschlossen. Bis zuletzt hofften Schüler, Eltern, Lehrer und Sympathisanten auf eine Einigung mit dem Ministerium (LT berichtete). Doch dort sah man formale Kriterien nicht erfüllt. Dagegen protestierte jetzt die Schulgemeinschaft und nagelte am Kultusministerium Schulranzen an.

Einige der ehemals 45 Schüler sind in andere Bundesländer umgezogen, andere haben sich der Schulpflicht verweigert oder sind in Alternativschulen untergekommen. Im Frühjahr kamen laut Landratsamt zehn Kinder aus sechs Sudbury-Familien im Landkreis der Schulpflicht nicht nach. Bei der Protestaktion in München wurden Schüler, Lehrer und Eltern von der Landtagsabgeordneten Isabell Zacharias (SPD), dem Kabarettisten Max Uthoff sowie Vertretern der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und des Münchner Bildungsforums unterstützt. Symbolisch wurden Schulranzen „an den Nagel gehängt“, in denen sich persönliche Briefe befanden, in denen Schüler und Eltern Wut, Unverständnis und Trauer Ausdruck verleihen.

Das Wiedersehen gibt es vor Gericht

Nach der Protestaktion zogen die Schüler, Lehrer und Eltern weiter, um ihre Schulranzen bei Entscheidungsträgern abzugeben und auf Einladung von Isabell Zacharias im Landtag das weitere Vorgehen zu besprechen. Auch Vertreter anderer demokratischer Schulgründungsinitiativen aus Bayern waren anwesend. Im Anschluss zog die Schulgemeinschaft zur Regierung von Oberbayern, die als zuständige Schulaufsichts- und Genehmigungsbehörde beim Nein zur Wiedereröffnung der Sudbury Schule Ammersee geblieben war, weil sie die Voraussetzungen für eine Genehmigung nicht erfüllt sah. Die Eltern übergaben den Verantwortlichen einen Schulranzen mit Brief.

„Wir werden nicht aufgeben. Ich bin mir sicher, dass es auch in Bayern irgendwann demokratische Schulen geben wird. Das Schlimme ist, dass die Schüler jetzt dringend eine solche Schule brauchen und Familien in Not sind“, zog Simone Kosog, Mitglied des Vorstands der Sudbury Schule Ammersee, ein Fazit des Aktionstags. Sie hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, zumal sich im November oder Dezember Schule, Regierung und Kultusministerium wieder treffen. Dann allerdings vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht. Dort geht es zum einen um die Schulschließung, zum anderen um die Ablehnung des Antrags auf Wiedereröffnung.

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