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Landsberg

12.03.2020

So reagiert das Landratsamt Landsberg auf den neuen Coronafall

Im Landkreis Landsberg gibt es einen weiteren Coronafall. Wegen der Pandemie wurden viele Veranstaltungen abgesagt.
Bild: nordphoto

Im Landkreis Landsberg ist eine Person positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Krankheitsverlauf ist aber mild. Im Landratsamt hat sich gestern ein Krisenstab getroffen. Welche Veranstaltungen abgesagt wurden.

Es gibt einen neuen Corona-Patienten im Landkreis Landsberg: Eine Person ist positiv auf das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) getestet worden, wie gestern Mittag bekannt gegeben wurde. Im Landratsamt tagte gestern auch ein Krisenstab, der die nächsten Schritte im Kampf gegen die Ausbreitung der Pandemie diskutierte.

Die Person hat sich laut Pressemitteilung des Landratsamts in einem Risikogebiet, in Italien, aufgehalten und zeige leichte Symptome. Die Person befinde sich in häuslicher Isolation. Das Gesundheitsamt Landsberg habe schnell die Kontaktpersonen ermitteln können, die sich ebenfalls in häuslicher Isolation befänden. Abstriche seien genommen worden, die Testergebnisse stünden noch aus. Weitere Angaben zur Person machte das Landratsamt nicht, Pressesprecher Wolfgang Müller sagte nur, dass es sich um vier Kontaktpersonen handle.

Isolation zeigte Wirkung

Bei einer geringen Anzahl an Personen, die mit einem Infizierten in Berührung kamen, lässt sich die Verbreitung eindämmen, wie der erste deutsche Coronafall zeigte: Ein 33-jähriger Mann aus Kaufering hatte sich Ende Januar an seiner Arbeitsstelle bei Webasto in Stockdorf bei einer Kollegin aus China angesteckt. Weitere Webasto-Mitarbeiter wurden krank und Anfang Februar wurde auf der spanischen Insel La Gomera bei einem 26-jährigen Urlauber aus dem Landkreis Landsberg das Coronavirus festgestellt. Er hatte Kontakt zu einen Webasto-Mitarbeiter. Die Kranken und Kontaktpersonen wurden schnell identifiziert und isoliert, die Ansteckungsgefahr konnte so minimiert werden, die Ausbreitung stoppte.

So reagiert das Landratsamt Landsberg auf den neuen Coronafall

Wie es angesichts der in Bayern steigenden Zahl an Infizierten weitergehen soll, darüber hat am Donnerstag ein Krisenstab mit Verantwortlichen aus dem Landratsamt, Klinikum, der Stadt Landsberg, von Polizei und Rotem Kreuz getagt. Das Ergebnis ist eine einstweilige Verfügung: Alle Veranstaltungen mit mehr als 500 Personen werden untersagt, wie Pressesprecher Müller berichtet, bei mehr als 1000 Besuchern hatte schon der Freistaat einen Riegel vorgeschoben.

Die Verfügung des Landratsamts soll voraussichtlich bis 19. April gelten. „Es geht um den Schutz der am meisten betroffenen Bevölkerungsschicht“, sagt Müller und verweist darauf, dass Covid-19 Senioren und Patienten mit Vorerkrankungen gefährlich werden kann.

Krankheitsverlauf ist meist mild

Der Pressesprecher betont, dass bei dem überwiegenden Teil der Infizierten der Krankheitsverlauf milde sei beziehungsweise gar keine Symptome bemerkbar. Nur ein Bruchteil der Corona-Patienten müsste stationär behandelt werden, was anfangs noch geschehen sei. „Den neuen Coronapatienten hätten wir vor sechs Wochen noch auf die Isolierstation verlegt.“ Jetzt sei die Strategie, einen Corona-Patienten mit mildem Verlauf daheim zu isolieren – in stetem Kontakt mit dem Gesundheitsamt.

Denn die Isolier- und Intensivstationen mit Beatmungsgerät müssten den Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf zur Verfügung stehen. In Landsberg habe man nur einige wenige derartige Plätze. Deswegen sei es so wichtig, dass die Krankheit sich langsam verbreitet und nicht gleichzeitig viele schwer Erkrankte zu behandeln sind. Noch keine konkrete Planung gibt es laut Müller für eine Drive-in-Station, in die Personen fahren, um eine Speichelprobe abzugeben. Mit einem Gerüst könne das Rote Kreuz eine solche Station aber schnell aufbauen, auch Hallen stünden zur Verfügung.

Derzeit werde noch mit einem „Walk-Through“ in Form eines „Durchgehens“ operiert, wie dies der Geschäftsführer des Roten Kreuzes im Landkreis, Andreas Lehner, formuliert habe: Am Klinikum wurden zwei Zelte aufgestellt, die quasi als isolierte Station fungieren, wo Mitarbeiter des Gesundheitsamts Abstriche von potenziellen Corona-Patienten machen könnten. So komme ein möglicher Infizierter nicht direkt ins Gesundheitsamt, so Müller. Genutzt werden könne das Zelt auch von der Notfallaufnahme des Klinikums. Getestet werden aber nur bestimmte Personen.

Im Landkreis hat sich eine Person mit dem Coronavirus angesteckt. Das Landratsamt verbietet Veranstaltungen mit über 500 Besuchern. Veranstaltungen im Stadttheater sind abgesagt. Abstriche werden im Zelt am Klinikum gemacht.
Bild: Jordan (2)/Sommer

Generell gilt es, neben den üblichen Hygienemaßnahmen, Menschenkontakte zu vermeiden, sagt Müller. Thema sei dies auch bei den Kreisseniorenheimen. Es gebe aber nach Müllers Kenntnisstand noch keine generellen Vorgaben, wie beispielsweise mit Besuchen umzugehen ist. Der Wahlabend im Landratsamt fällt aus. Geöffnet sei auch das Lechtalbad. Die meisten Veranstalter sagen Konzerte, Vorträge oder auch Flohmärkte ab, die Stadt Landsberg informiert in einer eigenen Pressemitteilung über ihr Vorgehen und auch den Josefitag des CSU-Kreisverbands in Denklingen wird es heuer nicht geben.

Das öffentliche Leben erliegt noch nicht ganz: Ein Kinobesuch ist beispielsweise noch möglich: Wie aus dem Cineplex-Kino in Penzing und von Rudolf Gilk vom Olympia Filmtheater in Landsberg zu erfahren ist, sind die Buchungssysteme jedoch so eingestellt, dass zwischen den Gruppen oder Paaren, die gemeinsam kommen, immer ein freier Sitzplatz liegt.

Lesen Sie dazu auch: Das eingeschränkte Leben wegen Corona ist derzeit noch auszuhalten

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