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Landsberg

23.02.2018

Vor dem Eishockey-Kracher: „Es ist alles möglich“

Was trauen sie Deutschland vor dem Halbfinale bei den Olympischen Spielen zu? Von links: Reinhold Bauer, Larry Mitchell und Randy Neal.
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Was trauen sie Deutschland vor dem Halbfinale bei den Olympischen Spielen zu? Von links: Reinhold Bauer, Larry Mitchell und Randy Neal.
Bild: Seidl-Cesare/Leitenstorfer (Archiv)

Was sagen Landsberger Eishockey-Legenden vor dem Olympia-Kracher zwischen Deutschland und Kanada? Einer aus dem Trio war sogar selbst bei Olympischen Spielen dabei.

Wer hätte gedacht, dass die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft heute im Halbfinale bei den Olympischen Spielen steht? Die Landsberger Eishockey-Legende Reinhold „Rupsi“ Bauer hat sich das Viertelfinalspiel gegen Schweden natürlich angeschaut: „Das ist doch eine Pflichtaufgabe“, sagt er mit einem Schmunzeln. Von der Leistung, die die deutsche Mannschaft gezeigt hatte, war er ganz begeistert und traut ihr auch heute Mittag (ab 13.10 Uhr deutscher Zeit) so einiges zu: „Wenn es ihnen gelingt, das Spiel gegen Kanada lange offen zu halten, ist alles möglich.“ Erstmals seit 1976 steht eine deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei Olympischen Spielen im Halbfinale.

Dass die Deutschen Kanada im Halbfinale erwischten, sieht er als eine Chance. „Gegen Russland wäre es vermutlich schwieriger, da diese Mannschaft läuferisch stärker ist.“ Gegen Kanada hätten die Deutschen die Chance, über den Kampf ins Spiel zu kommen. „Körperlich können sie mithalten, läuferisch müssen sie vielleicht noch ein bisschen zulegen.“

Reinhold Bauer schnupperte selbst Olympia-Luft

Über das Turnier hinweg hat er eine ständige Steigerung im deutschen Team bemerkt. „Das ist ja nachvollziehbar, denn viel konnte die Mannschaft nicht zusammen trainieren.“ Auch die Handschrift von Trainer Marco Sturm sei klar zu erkennen: „Er kann einfach ein Spiel lesen, das überträgt sich. Und: Er bleibt ganz ruhig.“

Ob es für eine Medaille reicht, ist Bauer vorsichtig: „Ganz schwer wird es, wenn die Deutschen heute das Halbfinale verlieren. Dann wird es schwer, moralisch wieder auf die Füße zu kommen“, prophezeit der 67-Jährige. Er freut sich jedenfalls auf die Partie heute und dürfte im Anschluss wieder eine SMS aus Kanada bekommen. Am Mittwoch läutete sein Handy nämlich kurz nach Spielende: Richard „Bob“ Grisdale meldete sich bei Bauer. „Yes“ hatte er geschrieben und Bauer antwortete: „Yes we can.“ Mit Grisdale hatte Bauer zusammen beim EV Landsberg gespielt – gemeinsam hatten sie den Aufstieg in die 2. Liga geschafft. Bauer selbst hat an zwei Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen 1972 in Sapporo (Japan) teilgenommen. Deutschland wurde damals Siebter. Es sei ein unglaubliches Gefühl gewesen, sich mit den anderen Sportlern auszutauschen, erinnert er sich zurück.

Larry Mitchell sieht sich auf jeden Fall als Gewinner

Eigentlich sollte man meinen, dass auch Randy Neal am Freitagmittag es irgendwie einrichten wird, das Spiel vor dem Fernseher zu verfolgen – doch das ist ein Irrtum. „Ich schaue nur sehr wenig Sport im Fernsehen“, räumt der HCL-Trainer ein. Aber er würde sich freuen, wenn die Deutschen das Spiel gewinnen würden: „Ich lebe jetzt schon so lange in Deutschland“, sagt der gebürtige Kanadier.

In einer sehr komfortablen Situation fühlt sich Larry Mitchell, der frühere Erfolgstrainer des EV Landsberg, jetzt Geschäftsführer beim ERC Ingolstadt. „Ich kann nicht verlieren“, sagt er und lacht. Sein Herz schlage für beide Länder, insofern könne er nur gewinnen. „Wären alle NHL-Spieler dabei, wäre Kanada sicherlich Favorit“, so Mitchell, der kanadische Wurzeln hat. Doch da dies nicht der Fall sei, wäre die Partie offen.

Mitchell freut sich aber auch aus einem anderen Grund über das jetzt schon gute Abschneiden der deutschen Mannschaft: „Das ist auch Werbung für unsere Liga, für unser Eishockey.“ Alle Spieler seien in der DEL aktiv und „wir schlagen die schwedische Liga und die Schweizer Liga“, so der frühere Landsberger Trainer. „Das freut mich für alle, die unsere Liga kritisieren.“ Das Halbfinalspiel heute wird er sich auf jeden Fall ansehen – und gewinnen, egal, wie es ausgeht.

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