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Landsberg

25.03.2020

Wahlkampf in Landsberg: Kritik an OB-Kandidatin Doris Baumgartl

Doris Baumgartl will Oberbürgermeisterin in Landsberg werden.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Die OB-Kandidatin der UBV macht Werbung mit einem Motiv vom Ruethenfest. Das stößt auf Kritik. Auch die Wahlempfehlung der SPD sorgt für Gesprächsstoff.

Corona-Krise hin oder her, es gibt doch noch einen Wahlkampf ums Oberbürgermeisteramt in Landsberg. Im Mittelpunkt steht die Herausforderin, die UBV-Kandidatin Doris Baumgartl. Da ist zum einen die Wahlempfehlung der SPD für die Zweite Bürgermeisterin und zum anderen die Art und Weise, wie die 57-Jährige Wahlkampf macht. Denn daran gibt es Kritik, jetzt sogar vom Ruethenfestverein.

Hintergrund ist eine ganzseitige Anzeige der OB-Kandidatin in einem Landsberger Wochenblatt. Als Hintergrund wählte Doris Baumgartl ein Motiv, das die Ruethenmädchen beim Festumzug auf dem noch nicht umgebauten Hauptplatz zeigt. Heike Neumeyer, Geschäftsführerin des Ruethenfestvereins, hat sich dazu in einer Pressemitteilung geäußert. „Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass der Ruethenfestverein mit diesem Motiv im Hintergrund der Anzeige nicht glücklich ist.“

Keine Empfehlung des Ruethenfestvereins

Schließlich entstehe dabei der Eindruck, dass „unser schönes Fest mit der UBV und/oder der Oberbürgermeisterkandidatin in besonderer Verbindung steht. Das tut es sicherlich nicht. Wir sind und werden uns immer politisch absolut neutral verhalten, da wir eben für alle Landsbergerinnen und Landsberger, besonders aber eben für alle Landsberger Kinder dieses Fest organisieren.“ Heike Neumeyer bittet daher darum, daraus auch keine Empfehlung in irgendeiner Art oder Weise durch den Ruethenfestverein abzuleiten. „Wir wünschen beiden Kandidaten, sowohl Doris Baumgartl als auch Mathias Neuner, viel Erfolg.“

Wahlkampf in Landsberg: Kritik an OB-Kandidatin Doris Baumgartl

Auch Doris Baumgartls Werbung für die Nachbarschaftshilfe Landsberg (Corona-Hilfe) findet nicht bei allen Beteiligten Gefallen. So wird in Landsberg darüber gesprochen, dass die beiden auf einem Flyer abgebildeten Stadtpfarrer zwar die Nachbarschaftshilfe unterstützen, nicht aber als Wahlhelfer von Doris Baumgartl auftreten wollten. Sie wollten im Wahlkampf neutral sein.

Doris Baumgartl sagt dazu: „Ich finde es in Ordnung, dass der Ruethenfestverein klargestellt hat, dass er neutral ist. Ich bin auch nie von etwas anderem ausgegangen.“ Baumgartl bedankt sich für die Wünsche des Ruethenfestvereins. Warum die Verwendung des Bilds allerdings für Aufregung sorgt, versteht sie allerdings nicht. „Das Ruethenfest ist eine öffentliche Veranstaltung und dann dürfte man auch kein Bild der Landsberger Wiesn - beispielsweise - verwenden.“

Wahlempfehlung schlägt hohe Wellen

Auch unsere Berichterstattung über die Wahlempfehlung der Landsberger SPD für die OB-Kandidatin der UBV, Doris Baumgartl, hat hohe Wellen geschlagen. Jetzt hat sich dazu noch einmal Felix Bredschneijder zu Wort gemeldet. Der OB-Kandidat der SPD hält sich, anders als seine Partei, hinsichtlich einer Empfehlung für die Stichwahl am Sonntag zurück.

Im Einvernehmen und auch im Namen des Ortsvereins gibt Bredschneijder folgende Stellungnahme ab: „Ich habe sehr gern meine politische Heimat in der Landsberger SPD. Deshalb gerne, weil wir viel und intensiv diskutieren. Abweichende Meinungen werden bei uns nie als Makel, sondern als Qualität und Bereicherung verstanden. So, wie sich das in einer Demokratie gehört. Bei uns würde keiner auf die Idee kommen, aus Meinungsfragen Machtfragen zu machen. Vielleicht sind wir da etwas altmodisch, aber dann sind wir es gern.“

Nicht im Gegensatz zur Position des Vorstands

Zum Beschluss des elfköpfigen Ortsvorstands der SPD, eine Wahlempfehlung für Doris Baumgartl auszusprechen, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Ortsvereins: „In diesem Fall gab es im Umlaufverfahren einen Entscheidungsprozess zur Frage einer Wahlempfehlung. Der Beschluss des Ortsvorstands wurde mit großer Mehrheit und ohne Gegenstimmen, allerdings mit sehr wenigen Enthaltungen gefällt. In meinem ganz persönlich abgefassten Posting auf meiner Kandidatenseite sehe ich mich nicht im Gegensatz zur Position des gesamten Vorstandes.“

Vielmehr habe Bredschneijder damit drei Dinge erreichen wollen:

  • „so dringend wie möglich zur Wahl aufrufen. Diese Wahl scheint mir wegen der vor uns liegenden Aufgaben außerordentlich wichtig“;
  • „in einem erhitzten Wahlkampf ein paar versöhnliche Töne anschlagen“ und
  • „die Aufmerksamkeit bei der Wahl darauf lenken, dass wir in erster Linie nicht eine Führung zur kurzfristigen Krisenbewältigung brauchen, sondern eine/n Teamplayer/in für volle sechs Jahre.“

„Die daraus zu ziehenden Schlüsse überlasse ich jedem Wahlberechtigten selbst. Ebenso die Beurteilung, ob das wirklich ein Gegensatz zur Wahlempfehlung des Ortsvereins ist“, schreibt Bredschneijder in seiner Stellungnahme.

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