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Pürgen

22.08.2020

Welche Hausaufgaben Pürgens Bürgermeister vom Vorgänger bekommen hat

Wilfried Lechler ist der neue Bürgermeister von Pürgen. Zuvor saß er bereits 18 Jahre im Gemeinderat. Er hat mehrere große Themen auf der Agenda und eines, das wohl emotional diskutiert werden dürfte.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Wilfried Lechler ist seit 100 Tagen neuer Bürgermeister von Pürgen. Er will ein besonders emotionales Thema in seiner Gemeinde bis zum Sommer 2021 abschließen.

Bei den Kommunalwahlen im vergangenen März sind in mehreren Gemeinden auf dem Lechrain neue Bürgermeister gewählt worden. Am 1. Mai sind sie ins Rathaus eingezogen. Im LT ziehen sie eine Bilanz nach 100 Tagen im Amt. Heute: Pürgen.

Wilfried Lechler trägt Verantwortung für 14 Mitarbeiter im Pürgener Rathaus, fünf Gemeindemitarbeiter und eine Reinigungskraft. Denn nach 18 Jahren als Gemeinderat folgte er seinem Vorgänger Klaus Flüß auf den Chefsessel im Bürgermeisterbüro.

Ihm mache seine neue Aufgabe sehr viel Freude, sagt Lechler und ergänzt: „Ich wusste zwar ungefähr, was auf mich zukommt, dass es dann aber doch so vielfältig ist, das hat mich tatsächlich überrascht.“ Bis zu seinem Amtsantritt führte Lechler einen landwirtschaftlichen Betrieb. Vor allem in den ersten beiden Wochen sei ihm die Umstellung auf eine eher sitzende Tätigkeit ein bisschen schwergefallen. „Ich versuche, mir Freiräume zu schaffen, um mich noch ausreichend bewegen zu können“, sagt der 49-Jährige.

Intensiv mit Klaus Flüß ausgetauscht

Ansonsten blickt Lechler auf die vergangenen 100 Tage, vor allem auf den Amtsantritt selbst, ziemlich gelassen zurück. „Ich hatte das große Glück, ab dem Tag meiner Wahl im März, sehr intensiv mit Klaus Flüß gearbeitet zu haben.“ Fast täglich sei er ein paar Stunden im Büro seines Vorgängers gewesen, um sich in die Amtsgeschäfte einführen zu lassen. „Ich habe so etwas wie Hausaufgaben bekommen, die ich zu erledigen hatte“, sagt Lechler, „das hat mir sehr geholfen.“ Und auch jetzt unterstützt ihn Klaus Flüß noch immer, wenn Fragen auftauchen.

Überhaupt, empfinde er die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Entscheidungsträgern in der Gemeinde sehr gut. Ganz besonders freue es ihn, dass zwei seiner Herausforderer zwar die Kommunalwahl gegen ihn verloren, ihren Sitz im Gemeinderat aber angetreten hätten. „Wir verstehen uns ganz hervorragend, da gibt es überhaupt keinen Neid oder Ähnliches.“

Für so etwas sei in Pürgen aber auch gar keine Zeit, viel zu viele große Aufgaben stünden in den nächsten Wochen und Monaten an. Wilfried Lechler nennt als Beispiel die Umgehungsstraße für den Ortsteil Lengenfeld, für die im kommenden Jahr „endlich“ der Startschuss fallen soll (LT berichtete mehrfach) oder die Erweiterung des Kindergartens in Lengenfeld.

Umbenennung der Straßen in Pürgen

Und dann ist da noch ein Anliegen, das ihm besonders am Herzen liegt und das, davon ist er überzeugt, für emotionale Diskussionen im Ort sorgen dürfte: „Die Umbenennung einiger Straßennamen, die es in der Gesamtgemeinde Pürgen doppelt gibt.“ Ein Thema, das seine Vorgänger zwar immer wieder einmal angestoßen hatten, das aber bislang noch nicht abschließend behandelt wurde. „Vielleicht sind wir damit bis zum Sommer 2021 durch“, hofft Wilfried Lechler. Was ihn derzeit diesbezüglich ausbremse, sei die Corona-Pandemie. „Ich will auf jeden Fall eine Bürgerversammlung zu dem Thema einberufen, das geht aber im Moment nicht.“

Grunsätzlich liege es ihm am Herzen, möglichst offen mit allen Themen umzugehen, die in seiner Gemeinde anfallen. „Ich will eine transparente Gemeinde haben, in der nicht nur die Gemeinderäte so viele Informationen wie möglich erhalten.“

Auf die Frage, was denn in den vergangenen 100 Tagen seine größte Herausforderung gewesen sei, antwortet der Pürgener Bürgermeister: „Der Verwaltungsablauf in einer Gemeinde. Ich bin ja eher der Praktiker und bin dadurch manchmal im Kopf schon drei Schritte weiter, als es die Formalitäten zulassen.“ Ein wenig könne er in diesem Zusammenhang aber von seiner sechsjährigen Amtszeit als Vorsitzender der Pöringer Gruppe profitieren.

Jetzt muss Wilfried Lechler die Fragen beantworten

„Da habe ich ja auch viele Sitzungen vorbereiten und die Verwaltungsabläufe berücksichtigen müssen.“ Apropos Sitzungen – dazu sagt Wilfried Lechler Folgendes: „Früher bist du als Gemeinderat in die Sitzung gegangen und hast dir alles erklären lassen. Heute muss ich mich akribisch vorbereiten, denn jetzt bin ich der, der die Fragen aus dem Gremium beantworten muss.“ Das aber gelänge ihm in der Regel ganz gut Und was er nicht gleich beantworten könne, bereite er auf jeden Fall für die nächste Sitzung vor.

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