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Landkreis Landsberg

02.04.2017

Wieder mehr Unfälle auf den Straßen

Auf den Straßen im Landkreis Landsberg ereigneten sich 2016 mehr Unfälle, auch mit Beteiligung von Radlern.
Bild: Melanie Steck (Archivfoto)

Immer mehr Menschen sind mit Auto, Lastwagen, Motorrad oder Fahrrad unterwegs. Das zeigt sich in vielerlei Hinsicht.

Der Landkreis wächst, und das ist nicht nur auf dem Wohnungsmarkt zu spüren, sondern auch auf den Straßen. Denn in den vergangenen zehn Jahren haben sich immer mehr Verkehrsunfälle ereignet. Im Jahr 2016 wurde der bisherige Höchststand erreicht. Bei 3186 Unfällen gab es 710 Verletzte und acht Tote. Diese Zahlen präsentierte jetzt die Landsberger Polizei.

Franz Kreuzer ist der Verkehrssachbearbeiter der Inspektion. Er hat die Unfallstatistik in den vergangenen Jahren mit Zahlen und Daten gefüttert. Er nennt einen weiteren Grund für den Anstieg: Immer mehr Betroffene melden Kleinunfälle. Früher sei dies privat oder über die Versicherung geregelt worden, heutzutage werde die Polizei eingeschaltet. Und so müssen die Beamten im Schnitt zwischen acht und neun Unfälle am Tag bearbeiten. Was ebenfalls auf eine Zunahme des Verkehrs schließen lasse, seien Unfälle, bei denen zu dicht aufgefahren wurde. Die Ursache „Ungenügender Sicherheitsabstand“ steht – die Kleinunfälle abgezogen – mit 23,5 Prozent an der Spitze der Statistik.

Mit Sorge blicken Kreuzer und Inspektionsleiter Alfred Geyer auf jene Unfälle, die unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen verursacht wurden. 49 Mal krachte es, weil ein Fahrer betrunken war, 32 Personen wurden dabei verletzt. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (37/24). Zudem mussten laut Kreuzer 42 Verkehrsteilnehmer ihren Führerschein abgeben, weil sie sich betrunken ans Steuer gesetzt hatten, allein 36 Mal hätten seine Kollegen eine Trunkenheitsfahrt verhindern können, weil sie den Betroffenen ansprachen, als dieser ins Auto steigen wollte. Und wer fährt betrunken? Häufig seien die Fahrer zwischen 30 und 50 Jahre alt, die jungen Fahranfänger gehören eher nicht dazu.

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Die 18 bis 25 Jahre alten Fahrer sind jedoch oft zu schnell unterwegs, wie die Polizei gerade im vergangenen Jahr festgestellt hat. Ganz allgemein würden Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht ernst genommen. Das zeige die Überwachung mit der Laserpistole. Im vergangenen Jahr waren die Beamten nicht häufiger im Einsatz (166 Stunden) als im Jahr zuvor. Die Zahl der Beanstandungen stieg aber von 329 auf 433 an. Und so gab es 171 Anzeigen und 262 Beanstandungen. Eine Stelle, an der mittlerweile langsamer gefahren werde, sei die B17 in Fahrtrichtung Süden kurz vor dem großen Verteilerkreisel im Landsberger Westen. Dort darf nur noch 40 Stundenkilometer gefahren werden, zudem weisen Blinklichter auf die Einfahrt in den Kreisel hin.

Mehr Verkehr, mehr Unfälle, mehr Fälle von Unfallflucht – auch diese Gleichung ging 2016 auf. 665 Mal machten sich Unfallverursacher aus dem Staub, rund ein Drittel konnte aufgrund der Schadensspuren oder Zeugenaussagen ausfindig gemacht werden. „Eine Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt“, sagt Alfred Geyer. Bei einem entsprechenden Schaden drohe auch der Entzug des Führerscheins auf Zeit.

In den Fokus der Polizei rückten zuletzt auch die Radler. Bei 179 Unfällen wurden 147 Beteiligte verletzt, meist, weil sie keinen Fahrradhelm trugen. Zu Sturz kommen die Radler entweder alleinbeteiligt, weil sie von anderen übersehen werden oder sich verkehrswidrig verhalten. Gefahrenpunkte seien Ein- und Ausfahrten an stark befahrenen Straßen, wie der Augsburger Straße in Landsberg. Ist ein Radfahrer dort entgegen der Fahrtrichtung unterwegs, drohe besondere Gefahr.

Neuland sind die Regeln im Straßenverkehr für viele Asylbewerber. Mittlerweile gibt es speziell ausgebildete Ehrenamtliche, die den meist jungen Männern dabei helfen, sich zurechtzufinden. Unter den 2371 Personen, die im vergangenen Jahr an Verkehrsunfällen (allerdings ohne Kleinunfälle) beteiligt waren, waren 321 Ausländer. Davon, wie Franz Kreuzer vorsichtig schätzt, an die 40 Asylbewerber.

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