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Ludenhausen

11.04.2018

Wird in der Sudbury Schule bald wieder unterrichtet?

Seit Juli 2016 ist die Sudbury Schule Ammersee in Ludenhausen geschlossen. Am Donnerstag beschäftigt sich der Petitionsausschuss des Landtags mit der Schließung.
Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

Vor fast zwei Jahren wurde die alternative Sudbury Schule in Ludenhausen geschlossen. Jetzt beschäftigt man sich im Landtag mit dem Thema. Im Juli könnte es vor Gericht gehen.

Wie geht es mit der Sudbury Schule Ammersee in Ludenhausen weiter? Am Donnerstag wird sich der Bildungsausschuss des Bayerischen Landtags mit einer Petition des Vereins Sudbury München beschäftigen, in der die Vertreter der Schule die sofortige Wiedereröffnung der Schule fordern. Eigentlich sollte bereits Anfang Februar getagt werden, der Termin war aber verschoben worden.

Seit Juli 2016 ist die Sudbury Schule Ammersee geschlossen. Bis zuletzt hatten Schüler, Eltern, Lehrer und Sympathisanten auf eine Einigung mit dem Ministerium gehofft. Doch dort sah man formale Kriterien nicht erfüllt. Die Schule war nach zwei Jahren Laufzeit Ende des Schuljahres 2015/2016 von der Regierung von Oberbayern geschlossen worden. Die Regierung sah zu wenig Nachweise, dass die Schule die Lerninhalte einer Regelschule einhielt. Damals besuchten 45 Schüler die Schule.

Die Vereinsvertreter kritisieren die Regierung

Die Begründung, es würde nicht genügend gelernt, war für die Schulgründer allerdings absolut nicht nachvollziehbar. Monika Diop-Wernz aus Dießen ist die Sprecherin der Sudbury Schule Ammersee. Anfang Februar bezog sie wie folgt Stellung: „Mit der unrechtmäßigen Schließung wurden nicht nur die Interessen einer kleinen Schule verletzt – hier geht es grundsätzlich auch darum, wie die bayerische Regierung mit Alternativschulen umgeht und wohin sich die bayerische Bildungspolitik bewegt.“

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In ihrer Petition fordern die Sudbury-Vertreter nicht nur die Wiedereröffnung der Schule, sondern erheben auch schwere Vorwürfe gegen die Verwaltungsbehörde. Die Kritik richtet sich gegen die Sachbearbeiter, denen es an Kompetenz und Sachkenntnis über ein international bewährtes Schulkonzept mangle. Zudem habe die Regierung die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung ebenso ignoriert wie Aussagen von Schülern, Eltern, Ärzten und Therapeuten. Die Schule sei ausschließlich nach Kriterien der Regelschulen begutachtet worden.

Aus Protest wurden die Schulränzen an den Nagel gehängt

Im September hatte die Schulgemeinschaft bereits öffentlichkeitswirksam gegen die Schließung protestiert und am Kultusministerium Schulranzen angenagelt. In den Schulranzen befanden sich persönliche Briefe, in denen Schüler und Eltern Wut, Unverständnis und Trauer Ausdruck verliehen. In einer aktuellen Pressemeldung heißt es, dass die Regierung von Oberbayern mit ihrer Entscheidung eine ganze Bewegung ausbremst. In allen großen Städten Bayerns gebe es Initiativen zur Gründung solcher Schulen, in denen Schüler selbst entscheiden, was und wie sie lernen.

Sollte der Bildungsausschuss die Petition nicht befürworten, wird das Verwaltungsgericht München entscheiden. In dem Verfahren geht es um die Schulschließung und um die Ablehnung des Antrags auf Wiedereröffnung. Die Verhandlung ist für den 2. Juli angesetzt.

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