Newsticker
RKI meldet 16.417 Neuinfektionen und 879 Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Wo Radfahren in Landsberg sicherer werden soll

Landsberg

13.07.2020

Wo Radfahren in Landsberg sicherer werden soll

Die Einmündungen in die Katharinenstraße sind besonders gefährlich für Radfahrer.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Autos dominieren den Verkehr in Landsberg. Das soll sich ändern. Doch wie bringt man zum Beispiel mehr Menschen dazu, aufs Fahrrad zu steigen?

Auf den Straßen in Landsberg dominiert der motorisierte Verkehr. Das soll sich ändern. Denn vor allem im Berufsverkehr kommt es regelmäßig zu Staus. Die Alternativen: zu Fuß gehen, mit dem Rad fahren oder den Stadtbus nutzen. In der jüngsten Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses des Stadtrats ging es ums Radfahren, und dabei in erster Linie um sichere Radwege. Denn nur wenn man direkt und sicher zum Ziel kommt, würde sich so mancher dazu bewegen lassen, das Auto gegen das Fahrrad zu tauschen. Ein Vorschlag, wie ein Radweg sicherer gemacht werden kann, stieß auf Kritik.

Diese Feststellung traf Clara Siebel aus Erpfting. Sie hat in ihrer Semesterarbeit an der Technischen Universität München die Fahrradmobilität in Landsberg untersucht. In der Sitzung stellte sie die wichtigsten Erkenntnisse und Unfallschwerpunkte vor. Vor allem bei Senioren und Familien mit Kindern sieht die Studentin noch Potenzial. Doch viele dieser Personengruppe würden auf das Fahrrad verzichten, weil es mitunter zu gefährlich sei und Umwege in Kauf genommen werden müssten.

Am Waitzinger Berg kommt es an der Abzweigung in den Weiherweg immer wieder zu Unfällen.
Bild: Thorsten Jordan

Problematische Wegeführungen für Radfahrer sieht Clara Siebel unter anderem am Königsberger Platz und an der Einmündung der Spöttinger Straße in den Hindenburgring in Höhe der Justizvollzugsanstalt. Dort falle es Radfahrern schwer, die Fahrbahn zu queren. Unfallschwerpunkte machte sie entlang der Ostseite der Augsburger Straße aus, in der Katharinenstraße (vor allem am Katharinenberg bergab), in der Lechwiesenstraße und an der Einmündung der Weiherstraße in die Augsburger Straße unterhalb des Waitzinger Berges. Dort falle auf, dass viele Radfahrer entgegen der Fahrtrichtung den Berg hinab fahren, weil es ihnen am Königsberger Platz mit seinen drei Ampeln offenbar zu lange dauert, die Straßenseite zu wechseln. Die Folge seien Unfälle an der Einmündung in die Weiherstraße, weil Autofahrer die Radfahrer übersehen. Das zeige die Unfallstatistik der Polizei.

Doch die Stastik der Polizei erfasst bei Weitem nicht alle Unfälle. Daran erinnerte Zweiter Bürgermeister Moritz Hartmann (Grüne), selbst passionierter Radfahrer. „75 Prozent der Fahrradunfälle werden nicht gemeldet“, sagte er. Und viele Beinaheunfälle würden bei vielen Radfahrern für Unsicherheit sorgen. Um mehr Bürger auf das Rad zu bringen, müssen die Unfallschwerpunkte nach Ansicht von Clara Siebel entschärft werden. Sie schlug aber auch vor, die Fahrt mit dem Stadtbus vom Hauptplatz zum nächsten Halt in Höhe Bayertor für Radfahrer kostenlos anzubieten. Denn gerade die Steigung an der Neuen Bergstraße halte viele Landsberger davon ab, mit dem Rad von West nach Ost zu fahren.

Straßen werden in Sektoren aufgeteilt

Das Thema sichere Radwege war der Schwerpunkt bei der Vorstellung des aktuellen Sachstands des Geh- und Radmobilitätskonzepts durch Dr. Daniel Broschart vom Referat Stadtplanung. Dieses Konzept wird von einem Büro aus Hamburg erstellt. Für die Stadträte ging es darum, zehn Straßen zu bestimmen, für die das Büro Steckbriefe ausarbeitet, die die Straßen in Sektoren aufteilen. Anhand der zuvor formulierten Ziele werden bauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Teilbereiche vorgeschlagen. Die Bewertung der Maßnahme erfolge anhand der Kriterien „räumliche Zielebene“, „Zeithorizont“, „fachliche Priorität“, „Übertragbarkeit“, „Kostenrahmen“ und „Akteure“. Im Weiteren werden die Schritte zur Umsetzung skizziert und ein Best-Practice-Beispiel aufgezeigt.

Die Lechwiesenstraße im Landsberger Gewerbegebiet.
Bild: Thorsten Jordan

Wie Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) sagte, seien durchgängige Radwege das Ziel. Es könnten aber auch alternative Routen gefunden werden. Alle Maßnahmen sollen vor der Realisierung mit den Bürgern abgestimmt werden. Kritik an der bisherigen Arbeit des Büros gab es von Christian Hettmer (CSU) und Jonas Pioch (Landsberger Mitte). Exemplarisch war der Steckbrief für die Katharinenstraße bereits ausgearbeitet worden – mit dem Vorschlag, auf der Staatsstraße eine Tempo-30-Zone anzuordnen, was rein rechtlich nicht möglich sei. „Wie viel planerischer Optimismus und ordnungsrechtliche Realität steckt in dem Steckbrief?“, fragte Pioch. „Was macht es für einen Sinn, wenn wir vom Büro Vorschläge erhalten, die nicht umsetzbar sind“, sagte Hettmer.

Am Ende der Diskussion einigten sich die Ausschussmitglieder einstimmig, für folgende Straßen Steckbriefe anlegen zu lassen: Sichere Ost-West-Verbindung (Erpftinger Straße bis Fachmarktzentrum), Spöttinger Straße, Münchner Straße, Augsburger Straße, Iglinger Straße, Schongauer Straße, Katharinenstraße, Lechwiesenstraße, Von-Kühlmann-Straße, Abstellanlagen.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier: Sichere Radwege: Bitte bessere Vorschläge!

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

13.07.2020

Nun, zuerst mal: es ist eine Weiherstrasse die von der Augsburger strasse abzweigt...
und zweitens ist es nur ein Unfallpunkt weil verkehrt gefahren wird. Eigentlich wäre da nicht Radler sondern selbstmörder/kamikaze als Bezeichnung angebracht. Wer da falsch runter fährt sollte sich mal selbst oder mit jemand anderen in einen Normalen PKW setzen und mit eigenen Augen sehen was er/sie da nicht sehen wird...genau... was bergab sich bewegt ist erst sehr sehr kurzfristig sichtbar. Das funktioniert bei den Fußgängern aufgrund deren geringerer Geschwindigkeit schon noch sicher. Viele brettern Berge runter wenns auf Rädern sind, auf der Südseite würde ich sogar sagen das fast die Hälfte auf der Strasse fährt und problemlos mit dem Tempo 50 Verkehr mithält... also liebe Leute: selbstgemachte Unfallstellen kann weder die Politik noch die Polizei noch irgendwelche Mitbürger beenden. Deshalb fahren in Fahrtrichtung ( BRD = rechts ) und Augen auf und bremsbereit. Machen alle/viele mit, verringert sich eine ganze Reihe der Unfallschwerpunkte in Zahl und Ausmaß.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren