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Denklingen

29.09.2017

Wo der Kanal erneuert werden muss

In Epfach und Denklingen müssen Teile des Abwasserkanalsystems für rund 93000 Euro erneuert werden. Das ist das Ergebnis einer Kamerabefahrung. Unser Symbolfoto zeigt Kanalrohre, die für eine Sanierung in Offenhausen bei Neu-Ulm bereit liegen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Der Gemeinderat Denklingen hat sich über die Ergebnisse einer Kamerabefahrung informieren lassen. Teilweise besteht Handlungsbedarf, weil Rohre beschädigt sind.

In Epfach und in Denklingen im Außenbereich in der Manfred-Hirschvogel-Straße müssen Teile des Abwasserkanalsystems erneuert werden. In der jüngsten Gemeinderatssitzung präsentierte Diplomingenieurin Claudia Müller die Auswertung einer Kamerabefahrung und erläuterte die notwendigen Maßnahmen. Der Gemeinderat folgte der Beschlussvorlage und genehmigte die Sanierung des Kanalnetzes für rund 93000 Euro.

In den vergangenen beiden Jahren wurde das Kanalnetz des Zweckverbands Fuchstal routinemäßig mit TV-Kameras befahren. Die Auswertung der Aufnahmen, vor allem auch die Korrelation mit dem digitalen Kanalkataster, übernahm eine Ingenieurgesellschaft aus Neusäß. Claudia Müller ist dort für die Kanalsanierung zuständig, vor allem für die grabenlose Sanierung der Kanäle. Dabei würden moderne Kunststoffe zum Einsatz kommen, die in die defekten Verrohrungen eingeblasen und meistens mit UV-Licht ausgehärtet werden.

In Epfach wurden 5,2 Kilometer Mischwasserkanal sowie 300 Meter Regenwasserkanal befahren, außerdem 167 Schächte und 212 Hausanschlüsse dokumentiert. Bei der Auswertung hätten sich im Mischwasserkanal, in den Schmutz- und Regenwasser eingeleitet werden, diverse Schäden gezeigt. Vor allem habe man eine sogenannte Scherbenbildung in Folge von Rissen entdeckt, zeigte Müller in ihrer Präsentation. Insbesondere der Regenwasserkanal sei in einem sehr schlechten Zustand. Man habe fehlerhafte Anschlüsse gefunden, vor allem aber Aufbrüche, wo Wurzeln von außen die Verrohrung gesprengt haben.

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Expertin gibt teilweise Entwarnung

Nach der Bewertung der Aufnahmen und Schäden konnte Müller aber Entwarnung geben. „Mehr als die Hälfte des Mischwasserkanals ist schadensfrei.“ Bei weiteren 15 Prozent gebe es derzeit keinen Handlungsbedarf, bei 28 Prozent müsse man langfristig handeln. Bei rund zehn Prozent der Strecke gebe es kurz- und mittelfristigen Handlungsbedarf. Anders sieht es beim Regenwasserkanal aus. Dort ist knapp die Hälfte der 300 Meter langen Strecke so marode, dass unmittelbarer Handlungsbedarf besteht, sagte die Expertin. Rechne man den kurz- und mittelfristigen Bedarf dazu, seien gut 90 Prozent der Strecke zu sanieren. Große Teile des Kanals könnten ohne Aufgrabung saniert werden. Im Bereich der Keltensteige werde man aber um eine Erneuerung des Regenwasserkanals nicht herumkommen. „Da haben wir keine Chance von innen etwas zu machen. Das wird nicht einfach. Hat aber auch keine Priorität“, sagte Müller. Man müsse diesen Kanalbereich irgendwann einmal angehen. Nachdem dort aber nur sauberes Regenwasser in den Lech geleitet wird, bestehe kein unbedingter Handlungsbedarf.

Die Kosten für die derzeit notwendigen Reparaturen bezifferte sie auf 67000 Euro. Nachdem die Bautätigkeit für dieses Jahr so gut wie abgeschlossen sei, habe man jetzt über den Winter Zeit, die Arbeiten zur Schadensbehebung zu planen und auszuschreiben. Müller empfahl, noch vor den Haushaltsberatungen die Arbeiten zu vergeben, da erfahrungsgemäß die Preise weiter steigen würden.

Nicht mehr Teil des Zweckverbands sind die Kanäle im Außenbereich Denklingens, die vor allem Regenwasser in Richtung Lech transportieren. Diese 4,7 Kilometer langen Kanalabschnitte seien weitestgehend unbeschädigt. „Es gibt Schäden, aber die sind insgesamt nicht gravierend“, sagte Müller. Dennoch schlage die Sanierung des Regen- und des 1333 Meter langen Schmutzwasserkanals nochmals mit rund 25000 Euro zu Buche, in Summe also Kosten in Höhe von rund 93000 Euro, über die der Gemeinderat zu entscheiden hatte. Weitere Kosten kommen auf die Kommune durch die Beschädigung des Regenwassereinlaufs in den Lech zu. Dieser mündet im Oberstrom der Lechstaustufe 11 in den Fluss, wo eine Rutschung die Verrohrung freigelegt hat. Die Kosten für die Verbauung konnte Claudia Müller aber noch nicht beziffern.

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