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Landkreis Landsberg

22.08.2018

Zehn Kandidaten für einen Sitz im Landtag

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Zehn Direktkandidaten aus dem Stimmkreis Landsberg-Fürstenfeldbruck/West wollen dorthin kommen: In den Bayerischen Landtag, unser Bild zeigt den Plenarsaal.
Bild: Ralf Lienert

Am 14. Oktober wird gewählt. Die Wähler werden wieder vor riesigen Stimmzetteln sitzen. Die spannende Frage wird vor allem sein, welche Bewerber aus dem Landkreis es über die Liste ins Maximilianeum schaffen.

Wenn sich die Bayern in den letzten Ferienwochen in den Urlaub verabschieden und im September zurückkommen, werden sie ihre Heimat etwas verändert vorfinden: Dann werden wieder Wahlplakate die Stadt- und Dorfbilder schmücken und sie daran erinnern, dass am 14. Oktober ein neuer Landtag und neue Bezirkstage gewählt werden. Seit Kurzem steht nun auch offiziell fest, wer auf den Stimmzetteln stehen wird. Und diese nehmen in Oberbayern wieder Tischtuchgröße an. 17 Parteien treten mit 636 Kandidaten an. Zehn Parteien haben im Landkreis Direktkandidaten nominiert.

Nicht nur die Zweitstimme entscheidet

Eine Besonderheit des Landtagswahlrechts ist: Anders als bei der Bundestagswahl entscheidet nicht allein das Zweitstimmenergebnis über die Stärke der Parteien im Parlament, sondern die Gesamtzahl aus Erst- und Zweitstimmen. Über die Erststimme wird bestimmt, wer als Stimmkreiskandidat in den Landtag einzieht. Das Feld der Direktkandidaten im Stimmkreis (zu diesem zählt neben dem Landkreis Landsberg auch die Stadt Fürstenfeldbruck sowie die Gemeinden Graf-rath, Kottgeisering, Moorenweis, Schöngeising und Türkenfeld) führt der Landtagsabgeordnete Alex Dorow (CSU) an, der das Direktmandat 2013 mit 50,3 Prozent der Erststimmen gewonnen hat.

Sein Herausforderer von der SPD ist der Volkswirt Christian Winklmeier. Der Gilchinger Gemeinderat hat sich bereits im vergangenen Jahr als Bundestagskandidat im Landkreis bekanntgemacht.

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Vier Kandidaten sind in der Kommunalpolitik tätig

Neben ihm sind auch etliche weitere Kandidaten bislang in der Kommunalpolitik tätig. Die Bewerberin der Grünen, die Diplom-Sportlehrerin Gabriele Triebel, ist Zweite Bürgermeisterin in Kaufering und Kreisrätin. Ebenfalls Zweiter Bürgermeister (in Geltendorf) und Kreisrat ist Robert Sedlmayr. Der Bankfachwirt tritt für die ÖDP an. Als weiterer Gemeinderat strebt der Kaufmann Michael Hofmann (Bayernpartei) aus Dießen-Dettenschwang in den Landtag. Stadtrat in Fürstenfeldbruck ist der Kandidat der Freien Wähler, der Unternehmer Georg Stockinger.

Weitere Bewerber sind die Umweltschutztechnikerin Ulla Schäfer (FDP) aus Landsberg, der Ingenieur Hansjörg Sprinz (Die Linke) aus Dießen, die Hausfrau Edeltraud Schwarz (AfD) aus Scheuring sowie die Industriekauffrau Mirella Heidegger (mut) aus Fürstenfeldbruck. Die Partei mut wurde von der Landtagsabgeordneten Claudia Stamm gegründet, nachdem sie bei den Grünen ausgetreten war.

Wie stehen die Chancen von Thomas Goppel?

Daneben gibt es noch etliche Kandidaten aus dem Landkreis, die nur mit der Zweitstimme gewählt werden können. Der bekannteste dürfte frühere Minister Dr. Thomas Goppel sein. Er gehört dem Landtag seit 44 Jahren an. 2013 kam er mit dem zweitbesten Zweitstimmenergebnis der CSU-Kandidaten ins Parlament. Doch sein Wiedereinzug in den Landtag wird nicht nur von seinem persönlichen Stimmenergebnis abhängen. Der wichtigste Punkt wird das Abschneiden der CSU sein: Vor fünf Jahren holte die Partei in Oberbayern 47,2 Prozent der Stimmen. Das brachte ihr 33 von 59 oberbayerischen Sitzen ein. 29 davon gewann die CSU direkt, die restlichen vier gingen an die Zweitstimmenkandidaten, die die meisten Stimmen erhielten.

Geht man von den bisherigen Umfrageergebnissen aus, dürfte sie einige der bisher 33 Mandate verlieren. Als Nächstes stellt sich dann die Frage, wie viele Direktmandate sie in den nunmehr 31 Stimmkreisen gewinnt. Aufgrund des Abstands zu den anderen Parteien ist damit zu rechnen, dass ähnlich wie 2013 fast alle Direktmandate an die CSU gehen. Somit ist die Chance für CSU-Zweitstimmenkandidaten, einen der weiteren 30 Sitze für Oberbayern zu ergattern, eher gering.

Wovon die anderen Bewerber profitieren könnten

Sollte die CSU sogar mehr Direktmandate gewinnen als ihr nach dem prozentualen Gesamtstimmenanteil zustehen, erhalten die anderen Parteien Ausgleichsmandate. Eine zusätzliche Chance vielleicht für die weiteren Kandidaten aus dem Stimmkreis, die nicht direkt gewählt werden? Das kommt dann wiederum auf die persönlichen Stimmenzahlen an, die sie über die Erststimme im Stimmkreis und über die Zweitstimme in ganz Oberbayern einsammeln. 2013 hatte Dr. Herbert Kränzlein von der SPD so einen Sitz im Landtag erhalten. Er kandidiert nicht mehr. Einer, der in der Vergangenheit immer auch auf Stimmen aus dem Landkreis zählen konnte, ist der Landsberger Grünen-Stadtrat Ludwig Hartmann. Der Landtagsabgeordnete tritt im Stimmkreis München-Mitte an.

Die Platzierungen der Kandidaten auf ihren Parteilisten spielen keine allzu große Rolle, denn in Bayern ist auch die Zweitstimme eine Persönlichkeitsstimme und keine Parteistimme. Und darauf setzt Thomas Goppel. Dass er trotz der aktuellen Lage seiner Partei erneut kandidiert, begründet der 71-Jährige damit, dass er von der CSU-Fraktion gebeten worden sei, auch weiterhin die Interessen der Musik, der Denkmalpflege und der älteren Menschen in der Landespolitik zu vertreten.

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