Toto-Pokal

18.08.2015

Der K.o. erfolgt erst spät

Etwas enttäuscht waren Stefan Strohhofer und Maximilian Süli nach der Pokalniederlage schon. Aber sie durften sich mit ihren Teamkollegen nach einem beherzten Auftritt gegen Regionalligist Unterhaching trotzdem von den Fans feiern lassen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Der TSV Landsberg bietet Unterhaching lange Paroli. Zwei ruhende Bälle sorgen für die Entscheidung.

Aus der Traum. Der TSV Landsberg ist in der zweiten Hauptrunde des Bayerischen Toto-Pokals gegen Vorjahressieger Unterhaching mit 1:3 ausgeschieden. Vor einer prächtigen Kulisse von fast 1200 Zuschauern boten die Hausherren der Spielvereinigung über weite Strecken ordentlich Paroli. Am Ende setzte sich der Regionalligist aber verdient durch.

Die Parkplätze rund um die TSV-Anlage waren Mangelware. Genauso wie Sitzplätze auf der Tribüne. Auch wenn der Hacker-Pschorr-Sportpark an den jüngsten Bayernligaspieltagen auch gut besucht war – so voll war es schon lange nicht mehr. Und die Zuschauer wurden von Beginn an mit einer flotten Partie belohnt. Auch wenn Landsberg in den ersten Minuten abwartete und dem Drittligaabsteiger das Feld überließ, war man spätestens nach zehn Minuten richtig drin im Spiel. Maximilian Süli tauchte urplötzlich allein vor Hachings Schlussmann Stefan Marinovic auf, kam aber nicht mehr rechtzeitig an den Ball. Süli war für den zuletzt überragenden Thomas Spannenberger auf die Sechserposition gerutscht, der sich am Montag im Abschlusstraining am Knöchel verletzt hatte.

Der TSV legte seinen Respekt immer mehr ab und nach einer zunächst abgewehrten Ecke besorgte Charly Fülla mit einem trockenen Schuss aus rund 18 Metern die Landsberger Führung (15.). Diese sollte allerdings nicht lange Bestand haben. Denn Dominic Reisner hielt drei Minuten später nach einer flachen Hereingabe von Luca Marseiler den Fuß hin und traf zum Ausgleich. Nach einer halben Stunde Glück für Landsberg: Nach einem Freistoß prallte der Ball zunächst an die Latte, der Abpraller landete zwar im Tor, aber Schiedsrichter Jan-Eric Wild hatte bereits abgepfiffen. Unterhaching drückte nun, aber Landsberg hielt sich schadlos, ging gut in die Zweikämpfe und setzte selbst immer wieder feine Nadelstiche.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Im zweiten Durchgang ging es munter weiter. Wer geglaubt hatte, dass den Hausherren in der dritten englischen Woche in Folge langsam die Kraft ausgeht, sah sich getäuscht. Mit viel Willen hielt Landsberg dagegen und die blutjunge Unterhachinger Truppe fand die Lücke in der TSV-Defensive nicht. Ausgerechnet ein Neuzugang sollte dann für die Vorentscheidung sorgen. Der eingewechselte Thomas Steinherr – tags zuvor vom Drittligisten VfR Aalen zu den Münchner Vorstädtern zurückgekehrt – zirkelte einen Freistoß aus 20 Metern ins Landsberger Tor (70.). Kurz darauf trafen die Hachinger nur die Latte und auch auf der Gegenseite knallte es: Muriz Salemovic zog von der Strafraumkante ab, traf aber nur den Pfosten (82.). Nach der verpassten Chance auf den Ausgleich verwandelte Kapitän Jonas Hummels, der Bruder von Nationalspieler Mats, kurz vor Schluss einen Foulelfmeter zum 1:3-Endstand und besiegelte das Landsberger Pokal-Aus.

Von Enttäuschung war bei TSV-Trainer Sven Kresin nach Abpfiff keine Spur: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie hat abgerufen, was sie kann. Wir haben es Haching nicht einfach gemacht.“ Angesichts der großen Zuschauerresonanz meinte er: „Wir haben zuletzt und auch heute gezeigt, dass wir schönen Fußball spielen können.“ Auch Hachings Coach Claus Schromm fand anerkennende Worte für den Landsberger Auftritt: „Wir wussten, dass es nicht einfach wird. Respekt an Landsberg. Da war hohes Tempo drin und sie haben nie nachgelassen. Der Kollege leistet gute Arbeit.“

Landsberg: Heiland – Wochnik (46. Greif), Nichelmann, Birkner, Gilg – Storhas, Süli (74. Süli) – Fülla, Salemovic, Siegwart – Strohhofer.

Unterhaching: Marinovic – Winkler, Hummels, Welzmüller, Bauer – Marseiler (60. Steinherr), Schels, Taffertshofer, Piller (80. Kiomourtzoglou) – Sieghart, Reisner.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren