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Porträt

21.05.2015

Der Weg des Schwertziehens

Robert Ringlstetter wurde kürzlich erneut deutscher Meister in der Kampfkunst Iaido. Diese lehrt er auch beim TSV Landsberg.
Bild: Heike Ziegler

Robert Ringelstetter hat sich dem Iaido verschrieben. Diese japanische Kampfkunst ist auch eine Kopfsache

Iaido ist eine Kampfkunst, die sich mit dem „Weg des Schwertziehens“ beschäftigt. Die durch eine alte Kriegerkaste Japans, den Samurai, entstandene Kampfkunst hat es Robert Ringlstetter aus Igling angetan. Seit 1999 betreibt Ringlstetter den Kampfsport mit dem Schwert – und das sehr erfolgreich. Erst kürzlich ist er zum wiederholten Male deutscher Meister geworden.

„Ich hatte einen Beitrag über Iaido gelesen und das hat mich sofort fasziniert“, erinnert sich Ringlstetter zurück. Zu dem Zeitpunkt habe er schon verschiedene Kampfkünste geübt, unter anderem auch Taekwondo. „Mich hat an Iaido besonders begeistert, dass sich Kampfkunst mit einem Schwert in Verbindung bringen lässt“, so der 52-Jährige.

Begonnen hat Ringlstetter wie alle Anfänger in dieser Kampfkunst: Mit einem Schwert, das nicht scharf ist. „Einfach um Verletzungen vorzubeugen“, erläutert er. Fortgeschrittene Iaido-Kämpfer benutzen ein „echtes Schwert“ mit scharfer Klinge.

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„Eigentlich ist es das Ziel des Iaido, Situationen zu bestehen, ohne das Schwert ziehen zu müssen“, erklärt der IT-Spezialist die tiefere Bedeutung dieser Kampfsportart. „Um da hinzukommen, ist es aber unerlässlich, das Ziehen des Schwertes und den richtigen Umgang damit zu erlernen.“ Üben, üben, üben, lautet die Devise von Robert Ringlstetter, anders sei eine Annäherung an die perfekte Umsetzung nicht zu erreichen. Und anders ließe sich auch nicht der Erfolg des Iglingers erklären.

Ähnlich wie beim Karate gibt es auch unter den Iaido-Kämpfern unterschiedliche Kategorien, die sogenannten Dan-Grade. Robert Ringlstetter hat sich im Laufe der Jahre bis zum 5. Dan qualifiziert. In seiner Leistungsgruppe traten bei den deutschen Meisterschaften in Augsburg nur fünf Sportler an. „Den höchsten Dan, den achten, hat kein Europäer“, berichtet Ringlstetter.

Bei der Deutschen war Ringlstetter für den TSV Landsberg an den Start gegangen. Technik, Ablauf und Ausdruck festgelegter Ausführungen auf höchstem Niveau waren gefragt. „Dabei muss das Schwert blitzschnell gegen einen oder mehrere imaginäre Gegner gezogen werden und diese sind mit einem einzigen, gezielten Schlag zu besiegen“, heißt es in einer Presseerklärung zur Deutschen Meisterschaft.

Ringlstetter behält sein Wissen und Können nicht für sich. Er ist Iaido-Trainer in der Kampfkunst-Abteilung „Yama Budo“ des TSV Landsberg. „Das ist eine Kunst, die zu erlernen für jeden geeignet ist, der sich auf die Philosophie, die dahinter steckt, einlassen kann“, ist Ringlstetter überzeugt. Das Alter spiele so gut wie keine Rolle – vielmehr müsse der Geist sich mit der Bedeutung des Iaido auseinandersetzten können. „Iaido spiegelt die Zen-Philosophie wider, was bedeutet, man kämpft nicht gegen einen echten Gegner, sondern man spiegelt sich selbst“, heißt es in Fachkreisen.

Um das höchste Ziel des Iaido zu erreichen, eine Situation zu beherrschen, ohne das Schwert zu ziehen, ist die Entwicklung einer starken Persönlichkeit nötig. „Das braucht Zeit und erfordert langjährige Übung“, weiß Ringlstetter aus eigener Erfahrung.

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