Fußball

21.02.2018

Fußball, essen, schlafen

Um den Klassenerhalt in der Bayernliga zu schaffen, gingen Dießens Fußballerinnen auch ins Trainingslager.
Bild: Ernstberger

Die MTV-Frauen bereiten sich auf die Bayernliga vor. Der Trainer hat ein Problem

Sie tun alles für den Klassenerhalt. Und man merkt, dass die Fußball-Mädels des MTV Dießen so richtig Spaß dabei haben: Am 18. März startet das Ammersee-Team in die Rückrunde in der Bayernliga. Auf dem 8. Tabellenplatz hat der Aufsteiger überwintert, aber der Abstand zu den Abstiegsplätzen ist gering. Also hat die Vorbereitung auch bei den Fußballerinnen schon wieder begonnen. Und das nicht nur zu Hause am Ammersee.

Wangen im Allgäu, das Jufa-Hotel, in dem in jedem Zimmer das Porträt eines Spielers des VfB Stuttgart hängt. Ein typisches Sporthotel – das wäre nichts für hoch bezahlte Fußball-Profis, die im Trainingslager bevorzugt in sündhaft teuren Nobel-Schuppen untergebracht sind. Prominenz war aber auch schon da: Aus einer Vitrine am Eingang grüßt die Nationalmannschaft des Togo, die sich hier auf die WM 2006 vorbereitet hat, zudem finden sich dort Wimpel von Slavia Prag, des Grazer AK, des deutschen Handball-Bundes sowie ein überdimensionales Autogramm von Franz Beckenbauer.

Nico Weis, den Mann, der hier das Training leitet, interessiert das in diesem Moment wenig: Gerade hat der TSV Ottobeuren das für Sonntagnachmittag angesetzte Spiel abgesagt – zu viel Schnee. Der Test sollte den Abschluss bilden und die sechste Einheit des dreitägigen Trainingslagers der Bayernliga-Mädels werden. „Es sind jetzt alle ein bisschen enttäuscht“, sagt der Coach. Er zieht trotzdem eine positive Bilanz: „Es war wieder ein super Trainingslager“ – auch dank der modernen Soccer-Halle, in der die Dießenerinnen dem schlechten Wetter trotzen und unter Topbedingungen trainieren konnten.

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Vom berüchtigten „Lager-Koller“, den die Profis so fürchten, war nichts zu spüren. Im Gegenteil: Man sah nur strahlende Gesichter. Kapitän Maria Breitenberger spricht für alle: „Trainingslager ist cool. Fußball, essen, schlafen – mehr brauch ich nicht.“ Doch: „Dazu noch ratschen und lachen“, ergänzt Weis. Die gute Laune steckt an. 7.30 Uhr Frühstück – kein Problem. Drei Tage von früh bis spät die gleichen Gesichter sehen – ebenfalls nicht. Am Abend wird Wizzard gespielt, Olympia geschaut oder gekickert. Und nicht stundenlang ausschließlich aufs Smartphone gestarrt.

„Es ist ein Traum, mit diesen Mädels zu arbeiten“, schwärmt Weis. Er erklärt: „So ein Trainingslager schafft Vertrauen zueinander und ein ganz anderes Miteinander. Die Mannschaft findet sich und wächst ohne künstliche Teambuilding-Maßnahmen zusammen.“ Und er weiß: „Für jeden, den du ins Herz geschlossen hast, gehst du einen Schritt mehr und es fällt leichter, ihm einen Fehler zu verzeihen. Über den Sport Vertrauen zueinander finden, das saugt diese Mannschaft auf wie keine zweite.“

Das haben auch die beiden jungen Gastspielerinnen zu spüren bekommen: Kristina Spitzer und Sina Lehner, beide 17, vom FC Penzing, die im Sommer nach Dießen wechseln wollen. Kristina: „Das wird meine nächste Herausforderung. Wir wurden so toll aufgenommen, es hat einfach Riesenspaß gemacht.“

Und so blieb nach drei intensiven Tagen nur ein kleiner Wermutstropfen: Weis muss sich neue Fußballschuhe kaufen. Seine alten hatte er nach der Einheit auf dem Kunstrasen im Abfalleimer „zwischengelagert“. Da machte er die Rechnung allerdings ohne die emsigen Reinigungskräfte des Hotels: Sie entsorgten den vermeintlichen Müll blitzschnell...

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