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Mindelheim

16.10.2020

75 Prozent weniger Übernachtungen auf der Mindelheimer Hütte

Auf der Mindelheimer Hütte wurden in der Saison 2018 erstmals über 12000 Übernachtungen gezählt. Im Coronajahr 2020 sank die Zahl auf 3000.

Plus Die Mindelheimer Hütte war 2019 ein Besuchermagnet, doch heuer sieht das anders aus - natürlich wegen Corona.

Eigentlich sollte die Mitgliederversammlung der Sektion Mindelheim des Deutschen Alpenvereins bereits im April stattfinden. Doch coronabedingt wurde der Termin auf den Herbst verschoben und so konnte der Vorsitzende Gerhard Groos erst jetzt die Höhepunkte des Bergjahres 2019 Revue passieren lassen.

Dazu gehörte auch das 150-jährige Bestehen des Deutschen Alpenvereins, das zu einem Rückblick auf die vergangenen 150 Berg-Jahre und einem Ausblick in die Zukunft mit den Themen Umwelt- und Klimaschutz, Erschließung der Alpen und Lenkung der Besucherströme aufforderte. Daneben erinnerte Groos an den Südbayerischen Sektionentag, den die Mindelheimer Sektion im September 2019 ausgerichtet hat. Diese hat darüber hinaus wieder zahlreiche Aktivitäten wie Ski- und Schneeschuhtouren, Skifahren, Klettersteig- und Kletterkurse, Wanderungen, Mountainbiken und Paddeln angeboten.

Von 12.000 auf 3000 Übernachtungen auf der Mindelheimer Hütte

Die Teilnehmerzahlen bei den Touren waren erfreulicherweise wie in den Vorjahren wieder recht hoch. Auch auf der Mindelheimer Kletteranlage wurden steigende Eintrittszahlen verzeichnet und auf der Mindelheimer Hütte wurden bereits zum zweiten Mal in Folge mehr als 12.000 Übernachtungen gezählt – und das, obwohl die Saison erst Ende Juni beginnen konnte, weil im Mai noch rund sieben Meter Schnee um die Hütte lagen, wie Hüttenreferent Max Wohlhaupter mit eindrucksvollen Bildern belegte. Dass die Hütte ein Besuchermagnet ist, sei auch dem äußerst aktiven Hüttenteam bestehend aus Wirt Jochen Krupinski und seinen Stellvertretern Lucia Kitzelmann und Rainer Müller zu verdanken, so Groos. Im Corona-Jahr waren diese Zahlen jedoch nicht mehr zu halten: In der Sitzung sprach Krupinski von einem Rückgang auf rund 3000 Übernachtungen. Die Planungen für den Erweiterungsbau für das Hüttenpersonal wurde im vergangenen Jahr abgeschlossen und bereits die Baugrube für den Neubau ausgehoben.

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Schatzmeister Michael Schwarz gab einen Überblick über die Finanzen des Vereins, dem Ende 2019 insgesamt 2633 Mitglieder angehörten. Demnach erwirtschafteten allein die Mindelheimer Hütte und die Kletteranlage zusammen einen Erlös von rund 70.000 Euro, die für den Erweiterungsbau benötigt werden. Dieser wird voraussichtlich 1,3 Millionen Euro kosten.

Auch im Bereich der Jugendarbeit engagiert sich der Alpenverein stark, worüber die Jugendreferentin Carmen Reisländer einen Überblick gab: So wurde Jannik Speitel zum neuen Jugendleiter ausgebildet und auch die Jugendgruppen „Seilschnecke“ und „Gipfelstürmer“, die Kinderklettergruppe sowie die Familiengruppen „Bergteenies“ und „Mindelkraxler“ waren im vergangenen Jahr sehr aktiv.

1500 Arbeitsstunden auf der Kletteranlage

Die Mitglieder sind aber nicht nur fleißig in den Bergen gewandert oder geklettert, sondern haben auf der Kletteranlage insgesamt 1.500 Arbeitsstunden geleistet, so der Zweite Vorsitzende Jürgen Stehr, der den Helfern herzlich für ihren Einsatz dankte. Sie entfernten aus Sicherheitsgründen 42 Umlenker, schraubten neue Routen und reinigten alle Griffe, außerdem boten die Kletterbetreuer Schnupper-Klettern und Kletterkurse an und die WC-Anlage am Kletterturm konnte auch in Betrieb gehen.

Bernhard Graf von der bisherigen Ortsgruppe Kirchheim brachte anschließend in Reimform einen heiteren Überblick über die 40 Jahre gemeinsamer Aktivitäten der Kirchheimer Bergfreunde. Dabei war aber auch die Wehmut herauszuhören, dass sich die Ortsgruppe Kirchheim aufgrund von Nachwuchsproblemen nun auflöst.

Der Jahresbeitrag beim Mindelheimer Alpenverein wurde erhöht

Nach dem Bericht der Rechnungsprüferinnen Anke Themel und Gertud Seitz mit anschließender Entlastung des Vorstands durch das Ehrenmitglied Günther Träumer wurde über die Anpassung der Mitgliedsbeiträge diskutiert: Weil der Hauptverband ab kommendem Jahr von den nachgeordneten Sektionen pro Mitglied einen Euro für Umwelt- und Klimaschutz und drei Euro für die Digitalisierung fordert, beschlossen die Mitglieder mehrheitlich, den Jahresbeitrag um vier Euro zu erhöhen.

Bei der abschließenden Neuwahl wurde Rudi Engel junior zum Schriftführer gewählt. Er folgt Wolfgang Hacker nach, der dieses Amt zwölf Jahre lang ausgeübt hat. Max Wohlhaupter wurde als Hüttenreferent im Amt bestätigt und Anke Themel als Rechnungsprüferin. Ihr steht künftig Silvia Teis zur Seite, die die Aufgabe von Gertrud Seitz übernimmt. Gerhard Groos bedankte sich bei allen Ehrenamtlichen für ihr teils langjähriges Engagement.

Gerhard Groos (rechts) dankte Wolfgang Hacker für seine zwölfjährige Tätigkeit als Schriftführer.
Bild: Ute Bergmaier

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