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Mindelheim

20.11.2018

Allgäu Airport: Mindelheim bleibt Einflugschneise

Immer mehr Starts und Landungen auf dem Memminger Flughafen: Was die Wirtschaft freut, wird für die Menschen in den benachbarten Kommunen zunehmend zur Belastung. Auch die Mindelheimer müssen sich vermehrt auf Überflüge einstellen.
Bild: Becker

Der Abgeordnete Stracke schaltet sich nach dem Bericht über die Einflugschneise des Memminger Flughafens ein. Hoffnung kann er Mindelheim aber nicht machen.

Am 19. September hatte die Mindelheimer Zeitung berichtet, dass die Kreisstadt mehr und mehr zur Einflugschneise des Memminger Flughafens geworden ist (Lesen Sie hier den Originalartikel: Einflugschneise Mindelheim ). Tags darauf bereits griff der hiesige Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) das Thema auf und schrieb an den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Deutschen Flugsicherung, Prof. Klaus-Dieter Scheurle. Die Antwort liegt jetzt vor.

Mindelheim hat in der Planungsphase klar Stellung bezogen

Stracke hatte darauf hingewiesen, dass die Stadt Mindelheim in der Planungsphase des Regionalflughafens Allgäu Airport Memmingerberg vor rund zehn Jahren größten Wert darauf gelegt habe, dass die Stadt möglichst nicht überflogen werden sollte. Eine entsprechende Stellungnahme der Stadt Mindelheim war im Planfeststellungsverfahren abgegeben worden.

Laut Allgäu Airport werde man versuchen, Mindelheim zu umfliegen. Dies sei jedoch nicht immer möglich. Aus der Ausnahme scheint die Regel geworden zu sein. Auch vor dem Hintergrund der guten Bilanz des Allgäu Airports und der damit zu erwartenden wachsenden Zahl der Flugbewegungen, steht für die Stadt Mindelheim zu befürchten, dass der Luftraum über der Kreisstadt zur Einflugschneise für Memmingerberg wird, schrieb Stracke weiter.

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Scheurle zeigte in seinem Antwortschreiben grundsätzlich Verständnis dafür, wenn sich Anwohner durch den Luftverkehr gestört fühlten. Die Deutsche Flugsicherung sei zwar nicht befugt, Art und Umfang der Verkehre zu bestimmen. Dies obliege allein den politischen Entscheidungsträgern. Dennoch bemühe sich die Flugsicherung, den negativen Auswirkungen mit Augenmaß zu begegnen.

Die Flughöhe über Mindelheim beträgt rund 1,4 Kilometer

Flugverfahren an Flughäfen mit Flügen nach Instrumentenflugregeln – wie es der Allgäu Airport ist – seien nach den Vorgaben der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO in der Art gestaltet, dass jedes Anflugverfahren einer fest vordefinierten Anfluglinie folgt. Diese Linie liegt in der direkten Verlängerung der Start- und Landebahn. Anflüge auf den Allgäu Airport überfliegen somit beim Eindrehen auf den Endanflug die Stadt Mindelheim. Dies geschieht in einer Höhe von durchschnittlich etwa 4700 Fuß. Das entspricht rund 1,4 Kilometern.

Dies könne die Deutsche Flugsicherung nicht ändern. Der Planfeststellungsbeschluss enthalte nach Erkenntnissen Der Flugsicherung keine Aussagen, nach denen die Stadt Mindelheim anders als bisher zu überfliegen sei. Der Planfeststellungsbehörde sei von Anfang an die Pistengeografie bekannt gewesen. Damit sei auch klar, welche Gebiete überflogen werden.

Keine Hoffnung auf Besserung für die Mindelheimer

Hoffnung auf Entlastung vermochte Professor Scheurle für die Mindelheimer Bevölkerung nicht zu machen. Ganz im Gegenteil: Allein zwischen Januar und Oktober 2018 hat die Zahl der Flugbewegungen auf dem Flughafen in Memmingerberg um 19,4 Prozent zugenommen. Dies wirke sich natürlich auch auf die Stadt Mindelheim aus.

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