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Mindelheim

16.10.2020

Corona-Fälle im Mindelheimer Seniorenheim: So geht es Personal und Bewohnern

Im Mindelheimer Seniorenzentrum St. Georg gibt es Corona-Fälle.
Bild: Johann Stoll

Plus Im Mindelheimer Seniorenzentrum St. Georg gibt es 23 bestätigte Corona-Fälle. Die Pandemiebeauftragte erklärt, wie es den Betroffenen geht und was jetzt passiert.

Wie am Freitag bekannt wurde, gibt es im Mindelheimer Seniorenzentrum St. Georg 23 Menschen, deren Corona-Test positiv ausfiel. Doch wie sieht es hinter den Kulissen aus? Wie wurde die erste Infektion bekannt? Wie geht es den infizierten Bewohnern und Pflegern? Und wie geht es jetzt weiter? Antworten auf diese Fragen gibt Michaela Weber, die zentrale Pandemiebeauftragte der Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH (CAB).

Wie wurde die Corona-Infektion des Bewohners in Mindelheim bemerkt?

Es war Anfang der Woche, als ein Bewohner des Mindelheimer Caritas-Seniorenzentrums St. Georg in das Krankenhaus eingeliefert wurde - und ein Corona-Test, der standardmäßig gemacht wird, ein positives Ergebnis brachte. "Es war ein Zufallsbefund", erklärt Michaela Weber, denn der Bewohner habe keine coronatypischen Symptome gezeigt. Tags darauf gab es allerdings im Seniorenzentrum, in der Wohngruppe des Patienten, Bewohner mit Corona-Symptomen.

Wie kam das Coronavirus ins Mindelheimer Pflegeheim?

Dies ist eine Frage, die man im Nachhinein wohl nicht mehr beantworten könne, sagt Michaela Weber. "Die Einrichtungen sind heute mehr geöffnet als im Frühjahr." Anders als im Lockdown dürfen die Bewohner wieder Kontakt zu Besuchern haben, und theoretisch könnte sich auch ein Mitarbeiter unwissentlich infiziert haben, auch wenn sie besonders Vorsicht walten lassen.

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Grundsätzlich gebe es im Seniorenheim ein ausgearbeitetes Hygienekonzept, das ständig verbessert werde und dessen Maßnahmen auch eingehalten wurden, so Weber. So müssten etwa die Mitarbeiter täglich ein Symptomtagebuch führen und bei Krankheitsanzeichen zuhause bleiben. Teils gelten in dem Mindelheimer Heim sogar strengere Regeln als gesetzlich vorgeschrieben, erklärt Weber, etwa was die Quarantäne nach dem Urlaub betreffe. "Wir haben hier schließlich eine besonders schützenswerte Gruppe: teils hochbetagte Menschen."

Alle Besucher mussten sich registrieren und einen Anmeldebogen mit Selbsteinschätzung ausfüllen. "Aber es sind so viele, die hier arbeiten und zu Besuch kommen", sagt Weber. Bei rund 125 Mitarbeitern und mehr als 100 Bewohnern reiche ein Mensch aus, der das Virus in das Seniorenheim gebracht habe.

Wie geht es den infizierten Bewohnern und Pflegern in Mindelheim?

Von den 16 Bewohnern, die nach dem positiven Corona-Test ihres ehemaligen Mitbewohners positiv getestet wurden, geht es den meisten gut. Nur fünf Bewohner hätten Symptome, so Weber, vor allem Fieber, aber auch Erbrechen oder Durchfall. "Alle anderen fühlen sich gut, vielleicht ein bisschen müde", erklärt sie. Auch die Patienten mit Symptomen müssten nicht unter dem Fieber leiden, weil sie sofort von den Hausärzten entsprechende Medikamente bekommen hätten. Die sechs positiv getesteten Mitarbeiter sind zu Hause, teils mit, teils ohne Symptome. Sie fühlen sich laut Weber "wie bei einer Grippe". Man stehe in Kontakt.

Wie geht es nun im Mindelheimer Seniorenheim weiter?

Nach den 23 Corona-Fällen steht die gesamte Einrichtung unter Quarantäne. Es gibt ein Besuchsverbot sowie einen Aufnahme- und Verlegungsstopp. Alle Bewohner und Angehörigen wurden informiert. Die meisten hätten mit viel Verständnis und Gelassenheit reagiert, sagt Michaela Weber, Schuldzuweisungen habe es nicht gegeben. Sie kann aber auch verstehen, wenn manche Angehörige aufgeregt sind, wenn nun ihr Angehöriger direkt von Corona betroffen ist. Insgesamt sei aber in Mindelheim keine Panik zu spüren, das übertrage sich dann wiederum auch auf die Bewohner. "Es ist bewundernswert, wie gelassen und pragmatisch das hier abläuft", findet Michaela Weber.

Am Freitag wurden in einem Reihentest alle weiteren 170 Mitarbeiter und Bewohner im Seniorenheim getestet. Die aktuellen Corona-Fälle betreffen nur eine Wohngruppe, die laut Weber "gut abgegrenzt" wurde. Corona-positive wie Corona-negative Bewohner hätten feste Bezugspersonen, sodass es keine Überschneidungen gebe. Diese Mitarbeiter seien "strikt getrennt", etwa auch in den Umkleiden oder Pausenräumen. Hinzu kommen weitere Maßnahmen, beispielsweise, dass es das Essen für die Bewohner nur im Zimmer gibt oder dass auch die Wäsche getrennt wird. Seit Monaten arbeite man im Seniorenheim nur mit Mundschutz. Alle, die wohngruppen-übergreifend tätig seien, tragen sogar FFP-2-Masken, erläutert Weber.

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