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Türkheim

29.07.2020

Der Abenteurer für Kunst und Künstler

Als Franz Epple vor 20 Jahren seine Galerie in der Frühlingsstraße 6 in Türkheim eröffnete, da ahnte er schon, dass er sich auch auf ein Abenteuer einlässt: Er blieb neugierig und hartnäckig und freut sich sehr, dass seine Galerie inzwischen aus der Kunst- und Kulturszene im Allgäu nicht mehr wegzudenken ist.

Plus Eigentlich wollte Franz Epple das 20-jährige Jubiläum seiner Türkheimer Galerie mit einer großen Sonderausstellung feiern. Coronabedingt wird daraus nichts.

Das Kunsthandwerk boomt, doch kleine Galerien sterben. Nur wer sich nicht in eine Nische drängen ließ, hat überlebt. In der Kunst zu überleben, übt sich mit Erfolg seit 20 Jahren auch Franz Epple. Eigentlich wollte er sein kleines Jubiläum mit einer großen Sonderausstellung feiern und dazu Kunstsinnige aus nah und fern einladen. Doch Corona machte ihm einen dicken Strich durch die Rechnung, die er schon geschrieben hatte.

Zeitgenössische Kunst und Keramik in der Türkheimer Galerie Epple

Um es vorweg zu sagen: Die Galerie Epple ist seit zwei Jahrzehnten ein Renommee für die Marktgemeinde an der Wertach. Ja, sogar ein Begriff, der für Türkheim steht wie „Sieben Schwaben“ oder „Kleines Schloss“. In einem mehr als 100 Jahre alten Bauernhaus richtete der Künstler seinem geliebten Hobby ein Zuhause ein. Zeitgenössische Kunst und Keramik wohnen darin in harmonischer Ehe. „Nicht kommerzielle Gesichtspunkte haben mich veranlasst, der Kunst einen großen Raum zu geben, sondern allein die Liebe zu schönen handgefertigten Dingen“, betont Epple.

Und was trieb den Türkheimer Kunstschaffenden anno 2000 an, eine Galerie auf dem Lande zu eröffnen.? Er wollte die Bilder seines Vaters, des Landschaftsmalers Otto Epple einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

Selbstporträt des Künstlers Otto Epple, dem Vater von Franz Epple.

Wandmalereien und Fresken mit religiösen und profanen Motiven von Otto Epple zieren auch zahlreiche Fassaden im Unterallgäu und Augsburger Raum.

In einer ständigen Ausstellung zeigt nun Sohn Franz, der an der Augsburger Fachhochschule für Gestaltung studierte und sich danach Diplom-Designer (FH) nennen durfte, vor allem zeitgenössische Keramik, Grafik und Malerei. „Eine glückliche Symbiose“ findet Franz Epple, schafft dieser klassische Dreiklang doch eine sanfte, die Sinne verwöhnende Welt, quasi einen Stammtisch, an dem Kunst und Leben sich begegnen.

Künstler und Kunstfreunde geben sich die Klinke der Türkheimer Galerie Epple in die Hand

Der Türkheimer Galerist lässt seine Besucher spüren, dass bei seinen Ausstellungen Begeisterung mit im Spiel ist. „Und damit kann man kein Geld verdienen“ scherzt er. Epple weiß wovon er spricht. Er hat in den vergangenen 20 Jahren mehr als 50 Ausstellungen organisiert. Unzählige Besucher und namhafte Künstler gaben sich in der „Galerie unter dem Apfelbaum“ die Türe in die Hand.

Umso mehr vermisst der Diplom-Designer in Corona-Zeiten die Kontakte zum Publikum, wie auch gute Gespräche und Fachsimpelei, bei der er schon viele freundschaftliche Bande geknüpft hat. Von Einzelpräsentationen ist er abgekommen, Gruppenausstellungen rückten mehr und mehr in den Vordergrund.

Bevorzugte Themen waren: „Keramik in Schwaben, aus dem Allgäu und dem Oberland“.

Keramik aus Schwaben und dem Oberland ist ein bevorzugtes Thema.

Nach wie vor zählt Epple auf sein Stammpublikum. Gerne erinnert er sich an die Besuche des Mindelheimer Kunstmalers Erwin Holzbaur, der MZ-Kulturredakteurin Eva-Maria Frieder und von Altlandrat Hermann Haisch.

Unvergessen auch die spontanen Konzerte des Jazz-Gitarristen Elias Prinz Jonas und des Musikers Stefan Pregler, die bei den Ausstellungen die Besucher in Stimmung brachten. Seit 20 Jahren transportiert Franz Epple nun mit einer gewissen Hartnäckigkeit die Kunst aufs Land.

Die Anfangsbuchstaben seines Namens stehen dabei für „emotional“, „pointiert“, „phantasievoll“, „lebendig“ und „echt“. „Viel ohne Grenzen“, flüstern die Keramiken, „Augen auf“, nicken die Malereien und sensiblen Grafiken.

Zwischen Dielen und Dachbalken öffnet sich den Betrachtern eine geheimnisvolle Spielwiese eleganter Beziehungen.

Apropos Betrachter: Zitate aus Epples Gästebuch spiegeln unverstellt die Check-in-Situation im Wellnessbereich der Galerie in der Frühlingstraße 6 wider.

Viele Besucher sind verblüfft und positiv überrascht, dass es im beschaulichen Türkheim eine Kunstausstellung vom Format der Galerie Epple gibt.

Da schwärmt ein Besucher von einem „echten Augenschmaus“ und ein anderer von „einer Kunstperle im Allgäu“.

Doch auf den Punkt bringt es der Eintrag eines Kunstliebhabers: „Ich wusste gar nicht, dass es in Türkheim ein Kleinod, wie diese Galerie gibt“, wunderte der sich. Was soll man dem noch hinzufügen? Vielleicht den humorvollen Satz: „Es epplet halt“.

Lesen Sie dazu auch: Große Kunst im Kleinen Schloss

Bilder und Künstler müssen sich wohlfühlen

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