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07.07.2010

Der Aussichtsturm steht vor dem Aus

Der Aussichtsturm steht vor dem Aus
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Der Aussichtsturm steht vor dem Aus

Türkheim Aus dem Aussichtsturm für Türkheim wird es wohl doch nichts werden. Das gängigerweise unter dem Titel "Sieben-Schwaben-Turm" bezeichnete Projekt, so ließ Bürgermeister Silverius Bihler verlauten, werde von ihm nicht mehr fortgeführt werden. "Ich habe meine Aktivitäten eingestellt, aus verschiedenen Gründen."

Ein Grund dafür dürfte mit Sicherheit der Gegenwind sein, der ihm bei seiner Idee von einer Aussichtsplattform für Türkheim ins Gesicht geschlagen ist. Nur wenige Mitglieder des Gemeinderates teilten den Enthusiasmus des Gemeindeoberhauptes, der sich von dem 16 Meter hohen Turm einen Impuls erhoffte. Das Bauwerk sollte Touristen anlocken, auch indem es in die Rad- und Wanderwege der Region eingebunden werden sollte.

Das Problem aus Sicht vieler Kritiker: die Baukosten. 150 000 Euro standen als Finanzierungssumme im Raum - zu viel für manche Mitglieder des Gemeinderates in Zeiten von knappen Kassen. Dabei hätte, so das Gegenargument von Silverius Bihler, ein Großteil der Summe durch Fördermittel aus dem LeaderPlus-Projekt und bereits feststehender Sponsorengelder erreicht werden können.

"Die Finanzierung sah soweit wirklich gut aus, Türkheim hätte zu einem Anziehungspunkt für Touristen werden können", so Bürgermeister Bihler. "Aber wenn die Mehrheit des Gemeinderates der Meinung ist, dass ich mir hier nur ein Denkmal bauen will und dass das nur ein Prestigeobjekt für mich ist, dann lasse ich es sein und füge mich der Entscheidung des Rates."

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Die Pläne für den Bau des Aussichtsturms liegen in der Schublade - und seien bereit für den nächsten Bürgermeister in Türkheim, sie anzugehen. Ob das geschehen wird, ist allerdings fraglich. Zumal es wohl danach aussieht, als ob die ursprünglich anvisierte Summe von 150 000 Euro ohnehin nicht ausreichen würde. Lediglich die CSU-Fraktion steht hinter der Idee ihres ehemaligen Parteimitgliedes. Von Seiten der Freien Wähler und der SPD bestehen teils große Vorbehalte gegen den Turm.

Dabei sei das Konzept "grundsätzlich gut", wie Franz Haugg, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Türkheimer Gemeinderat, sagt. Das Konzept, die Rad- und Wanderwege mit einzubeziehen, sei grundsätzlich positiv. Was seine Fraktion jedoch nicht so positiv stimme, sei die aktuelle Haushaltslage. "Wir werden uns dran gewöhnen müssen, mit dem Geld auszukommen, das wir haben", so Haugg. Rückendeckung erhält er von seinem Kollegen auf SPD-Seite, Walter Fritsch. "Das Projekt ist nicht gerade das, was wir am nötigsten in Türkheim brauchen." Auch der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten befürchtet hohe Kosten: "Es ist ja nicht allein mit den Baukosten getan, auch die Infrastruktur müsste geschaffen werden."

Gegenargument der CSU: Wer will, dass die Leute in den Ort kommen, müsse ihnen auch etwas bieten - auch "etwas, was nicht unbedingt sein müsste", sagt Fraktionsvorsitzender Otto Mayer. "Der ein oder andere Fremde wäre schon nach Türkheim gekommen. Ich kann nicht verstehen, warum um dieses Projekt so eine negative Stimmung entstanden ist."

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