1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Feilschen um den Funkmast-Standort

Mobilfunk

17.03.2017

Feilschen um den Funkmast-Standort

Derzeit verhandelt Rammingen mit der Telekom, um einen für beide Seiten akzeptablen Platz für den Sendemast zu finden. Was der Gemeinde passt, gefällt der Telekom nicht – und umgekehrt

Wo soll der geplante Funkmast in Rammingen denn nun gebaut werden – mitten im Ort, wie es aus Sicht der Telekom ideal wäre? Oder möglichst weit weg von der Wohnbebauung, wie das die Gemeinde und protestierende Bürger fordern? Derzeit finden entsprechende Verhandlungen zwischen Vertretern des Mobilfunk-Anbieters und der Gemeinde statt. „Diese Gespräche sind sehr konstruktiv“, betont Wilhelm Kielmann, Diplom-Physiker aus Krumbach, der im Auftrag der Telekom die Standortsuche abwickelt.

Nur ein greifbares Ergebnis der Verhandlungen steht noch in den Sternen – bislang haben die konstruktiven Gespräche keine Lösung der nach wie vor offenen Standortfrage gebracht.

Wie berichtet, wollte die Telekom auf der landwirtschaftlich genutzten Maschinenhall der Familie Maurer im Dorfkern von Oberrammingen, wenige Schritte von der Kapelle „Unsere liebe Frau“, einen Funkmast errichten. Als diese Pläne im Ramminger Gemeinderat öffentlich wurden, regte sich schnell Widerstand in der Bevölkerung. Die Familie Maurer hatte zu diesem Zeitpunkt aber bereits von sich aus abgewunken und Abstand von diesen Plänen genommen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Eine Unterschriftenaktion brachte 632 Unterzeichner auf die Barrikaden, die sich den Argumenten der Initiatoren anschlossen. Schwerwiegende Gesundheitsrisiken seien nicht auszuschließen, so die anonymen Initiatoren der Unterschriftenaktion: erhöhtes Krebsrisiko, allgemeines Unwohlsein und Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen und Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom bei Kindern, Hautausschläge und unerklärbare Schmerzzustände, Depressionen und Demenz sowie verstärkte Kopfschmerzen. Die Verfasser der Unterschriftenlisten beriefen sich dabei auf „eine Gruppe führender Wissenschaftler“, die den „Bio Initiative Report 2012“ erstellt haben und darin „ausdrücklich vor der gesundheitsgefährdenden Belastung durch Mobilfunk warnen.“

Bei der Gemeinderatssitzung wehrte sich Diplom-Physiker gegen derartige, unbewiesene Behauptungen und machte deutlich, dass die Telekom zwar zu Verhandlungen um einen auch für die Ramminger akzeptablem Standort bereit sei. Dies könne aber nicht dazu führen, das Projekt langfristig zu verzögern, stelle Kielmann klar, denn: Der Telekom liege ein unterschriftsreifes Angebot eines Ramminger Bürgers vor, der auf dem Dach seines Anwesens in der Ortsmitte einen Funkmast bauen lassen will. Und dieses Angebot steht nach wie vor, wie Kielmann auf Anfrage der Mindelheimer Zeitung betonte.

Für die Gemeinde Rammingen bedeutet dies, dass ihre Verhandlungsposition nicht allzu gut zu sein scheint: Zwar habe die Gemeinde einige Standorte vorgeschlagen, doch die sind aus Telekom-Sicht alles andere als ideal, so Kielmann.

Östlich von Rammingen, im Bereich der Kreisverkehre, sollte der Funkmast gebaut werden, habe die Gemeinde vorgeschlagen. Doch hier ist aus Sicht des Diplom-Physikers kein guter Standort, da einerseits in diesem Bereich schon Funksignale von der nächst gelegenen Antenne in Türkheim zu empfangen seien, andererseits von hier aus die Bahnlinie nicht ausreichend mit Funksignalen erreicht werden könne. Wird der Funkmast innerhalb des Ortsgebietes auf einem Dach installiert, würden laut Kielmann etwa 15 Meter Gesamthöhe ausreichen. Muss der Mast aber außerhalb der Wohnbebauung errichtet werden, dann sei eine Höhe von bis zu 25 Metern notwendig.

Aus Kielmanns Sicht eine einigermaßen vertrackte Situation: „Das Wunschgebiet der Telekom liegt im Ortskern oder westlich von Rammingen. Aber hier hat die Gemeinde nichts anzubieten“, bedauert er.

In den nächsten Tagen werde jetzt weiter verhandelt, und Kielmann ist nach wie vor optimistisch, dass „wir eine Lösung finden, die beide Interessen berücksichtigt“. Bei Bedarf könnte auch gerne das gewünschte Info-Gespräch mit Vertretern des Gemeinderates und der Bürgerinitiative geführt werden – freilich nicht über mögliche Gesundheitsrisiken (die es aus Kielmanns Sicht nicht gibt), sondern allein über einen akzeptablen Kompromiss.

Er gibt der Standortsuche noch „sechs bis acht Wochen“ Zeit – sollte bis dahin jedoch keine Lösung gefunden werden, müsse die Telekom auch aus wirtschaftlichen Erwägungen auf das vorliegende Angebot des unbekannten Rammingers in der Ortsmitte zurückgreifen. Dass es dieses Angebot auch wirklich gibt, ist für Kielmann keine Frage: „Ich habe nicht geblufft!“

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20Polizeikontrolle_30Nov17_13.tif
Mindelheim

Plus So wenig Unfalltote im Unterallgäu wie noch nie

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser Morgen-Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen