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Nahverkehr

04.08.2018

Flexibus noch nicht flexibel genug

Andernorts fährt der Flexibus bereits, im Unterallgäu soll es bald soweit sein.
Bild: Bernhard Weizenegger

In Bad Wörishofen wünscht man sich eine Anbindung der Wertachtalgemeinden und hat noch andere Vorschläge.

Der Flexibus kommt – doch im östlichen Landkreis ist man da weit weniger euphorisch als in der Kreisstadt Mindelheim. Von einer „neuen Ära im öffentlichen Personen-Nahverkehr des Landkreises“ sprach dort etwa Landrat Hans-Joachim Weirather (FW). In Bad Wörishofen sagt Zweiter Bürgermeister Stefan Welzel (CSU) er teile „die Einschätzung der Bürgermeister im Wertachtal.“ Dort wird vor allem eine Anbindung an Bad Wörishofen und Buchloe vermisst (wir berichteten). „Als Stadt Bad Wörishofen wünschen wir uns hier eine bürgerfreundliche Einbindung in dieses neue Angebot“, so Welzel als derzeit amtierender Bürgermeister. Der Flexibus sei auch für die größte Stadt des Landkreises interessant. Von einer „attraktiven Vernetzung“ spricht Welzel.

Man habe in den Kreisgremien bereits „die sinnvolle Anbindung in der Wertachschiene mit Türkheim und Ettringen, aber auch Richtung Dirlewang ins Mindeltal hervorgehoben“, erinnert Stefan Welzel. Bürger aus dem Umland könnten so leichter die Ärzte in Bad Wörishofen aufsuchen oder andere Dienstleistungsangebote oder Einkaufsmöglichkeiten nutzen. Dass dies gewünscht ist, für Bad Wörishofen wie Buchloe, machten auch die Wertachtal-Bürgermeister deutlich. Bislang ist so eine Anbindung aber nicht vorgesehen.

„Gerade Bad Wörishofen mit seiner Altersstruktur“ könne vom flexibel mit einem dichten Netz von Haltestellen ausgestatteten Flexibussystem profitieren, findet Welzel. „Aber auch den Bewohnerinnen und Bewohnern unserer Ortsteile könnte niemand erklären, warum sie im Landkreisvergleich schlechter angebunden werden sollten als die ländlich strukturierten Bereiche im Unterallgäu.“

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Bürgerfreundlich, bedarfs- und nutzerorientiert müsse hier „auch eine über den Ortsrand von Bad Wörishofen hinausgehende Vernetzung entstehen“, findet Welzel. ÖPNV werde nur so gut angenommen, wie er auch den Bedürfnissen der Menschen entspreche. „Wir wünschen uns zielführende Gespräche, die zu einer Flexibuseinbindung oder einer vergleichbar guten Lösung führen“, sagt Welzel.

Im Moment bekommt die Stadt Bad Wörishofen vom Landkreis eine jährliche Förderung des ÖPNV in Höhe von 9000 Euro. „Peanuts“ seien dies, im Vergleich zu den Zahlen, die beim Flexibus angesetzt werden, so Welzel. Eine nach dem ÖPNV-Bürgermeistertreffen angeregte Information zum Flexibus durch den Landkreis oder den Flexibuskoordinator an den Stadtrat von Bad Wörishofen stehe bis heute aus. Landrat Weirather habe sich in der jüngsten Kreistagssitzung „immerhin dahingehend geäußert“, dass der Flexibus flächendeckend im Landkreis ausgerollt werde, berichtet Welzel. „Darauf hoffen wir.“ Bad Wörishofen selbst unterhält über die Stadtwerke ein eigenes Buslinien-Angebot. Dieses lobt Welzel ausdrücklich als „Markenzeichen“ Bad Wörishofens.

Ab 1. Oktober ergänzt der Flexibus das bisherige Angebot in den Gemeinden Breitenbrunn, Eppishausen, Kirchheim, Oberrieden und Pfaffenhausen mit sämtlichen Ortsteilen und Weilern. Ab 15. Oktober geht der Flexibus dann auch in Apfeltrach, Dirlewang, Kammlach, Salgen Mindelheim und Unteregg auf Fahrt. Für eine Linien-Fahrt von Pfaffenhausen nach Kirchheim bezahlt ein Erwachsener 3,30 Euro; nutzt er den Flexibus, so kostet das Ticket für die gleiche Strecke fünf Euro.

Dieses neue Angebot ist dem Landkreis und den beteiligten Gemeinden einiges wert: Je nachdem, wie viele Fahrgäste das neue Angebot nutzen, sind das für den Knoten Kirchheim-Pfaffenhausen mit den Orten Breitenbrunn, Eppishausen, Oberrieden und Salgen laut den Prognosen von Josef Brandner von der Flexibus KG aus Krumbach zwischen 100 000 und 140 000 Euro im Jahr.

Für den neuen Knoten Mindelheim mit den Orten Apfeltrach, Dirlewang, Kammlach und Unteregg sind es laut Manuel Steber vom Busunternehmen Steber voraussichtlich zwischen 130 000 und 170 000 Euro im Jahr.

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