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Jubiläum in Bad Wörishofen

28.11.2015

Im Einsatz für Kneipps Erbe

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Die „Crazy Jumpers“ von Claudia Sachon gehören dem Stamm-Kneipp-Verein an und lockerten das Festprogramm mit ihren Vorführungen auf. Ein Zeichen, dass der Verein auch mit 125 Jahren jung geblieben ist.
Bild: Bader

Einst gab der „Wasserdoktor“ selbst den Anstoß zur Gründung des Stamm-Kneipp-Vereins. Das ist mittlerweile 125 Jahre her. Beim Festabend betont die Landtagspräsidentin die Aktualität der Botschaft

Kneipp selbst hatte einst die Initiative zur Vereinsgründung ergriffen. Das war im Jahr 1890. „Es ist erforderlich, einen Verein zu gründen, der sich der Pflege und Verbreitung der Heilmethode annimmt“, hatte er damals verkündet. Natürlich erinnerten die Redner auch daran, als sie bei einem Festakt auf die nunmehr 125 Jahre währende Geschichte des Stamm-Kneipp-Vereins Bad Wörishofen zurückblickten. Zahlreiche Ehrengäste, darunter Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Staatssekretär Franz Josef Pschierer, Marlene Preisinger als stellvertretende Landrätin, Christop Hirschmann von den Kneippwerken in Würzburg, sowie Ingeborg Pongratz und Anette Kersting vom Kneippbund gaben deshalb dem Verein und seinen beiden Vorsitzenden Klaus Holetschek und Stefan Welzel die Ehre beim Festabend. Gekommen war aber auch Karl Huber von der Feistritztaler Freunden, sowie eine Abordnung der historischen Gruppe um Kurdirektor Horst Graf.

Dass der Verein trotz seines Alters auch jugendliche Frische ausstrahlt, dafür sorgten gleich zu Beginn des Programmes die „Crazy Jumpers“ mit ihrem Auftritt in historischem Gewand unter der Regie von Claudia Sachon.

Danach gehörte die Bühne den Rednern, dem Festvortrag von Barbara Stamm und dem historischen Rückblick des Ehrenvorsitzendem Ludwig Scharpf. Glückwünsche überbrachten Franz Josef Pschierer und Ingeborg Pongratz als Landesvorsitzende des bayerischen Kneippbundes. Beide betonten, wie aktuell die Botschaften von Pfarrer Kneipp gerade in der heutigen hektischen Zeit nach wie vor seien. Ingeborg Pongratz verwies auf die 21 500 Mitglieder und die 128 Kneippvereine ihres Verbandes in Bayern und zitierte Kneipps Aussage, dass Wörishofen die Pflegestätte seiner Lehre bleiben müsse. Diesem Auftrag seien die Stadt und nicht zuletzt der Stamm-Kneipp-Verein stets treu geblieben. Sie blickte auch auf die Zeit der Gründung des Stammkneippvereines im 19. Jahrhundert zurück und betonte die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Vereinigungen. Darüber hinaus überbrachte sie ein schriftliches Grußwort der Bundesvorsitzenden Marion Caspers-Merk. Darin betonte diese, dass der Stamm-Kneipp-Verein durch die feierliche Begehung der Ehrentage, durch die Pflege der Gedenkstätten und das Bewahren der traditionellen Lehre die „Fahne Kneipps hoch halte“ und so etwas wie die „moralische Instanz“ der bundesweiten Kneippfamilie sei.

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Stefan Welzel überbrachte als 2. Bürgermeister die Glückwünsche der Stadt, war aber auch als stellvertretender Vorsitzender des Vereins im Einsatz. In dieser Funktion übermittelte er die schriftlichen Grüße von den Schweizer Kneippfreunden, von denen aus der Steiermark und auch die von Bundestagsabgeordnetem Stephan Stracke, was die Internationalität des Kneippgedankens unterstreiche. Nun hofften alle, dass es mit der Aufnahme in das Weltkulturerbe klappe.

Im launigen Festvortrag spannte auch Barbara Stamm den Bogen von den damaligen Ideen Pfarrer Kneipps in die heutige Zeit. Das Zitat „Kaum etwas kann schädlicher auf die Gesundheit wirken als das Verlieren des seelischen Gleichgewichtes zwischen Arbeit, Lebensweise und dem Ausgleich zwischen Beidem“ passe doch genau in unsere Zeit. Somit seien gerade die Säule der Ordnungstherapie und die Gedanken der Prävention aktueller denn je im Gesundheitswesen. Die Aussage Kneipps „Anwendungen sind Zuwendungen“ passe ebenso in dieses Bild wie Kneipps Aussage „Wenn die Menschen nur halb so viel Sorgfalt auf die Gesundheit legen würden, wie darauf, krank zu werden, dann bliebe ihnen die Hälfte der Krankheiten erspart.“

Mit einem Erinnerungsbild gratulierte sie dem Verein zum Jubiläum. Im Gegenzug überreichte Klaus Holetschek ihr einen Gutschein für eine ukrainische Familie zu einem einwöchigen Aufenthalt im Kneippianum, weil Barbara Stamm sich in der Ukraine-Hilfe besonders engagiert.

Mit einem Blick in die Chronik des 1200 Mitglieder starken Stammkneippvereines, den Ludwig Scharpf eindrucksvoll präsentierte, klang die Feier aus.

Musikalisch umrahmt worden war sie von einem Blechbläser-Ensemble der Irmgard-Seefried-Musikschule.

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