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Justiz

15.11.2018

Mindelheimer Armbrustschütze vor Gericht

Mit dieser Armbrust schoss der Mann zwei Mal auf die Bank auf dem Mindelheimer Marienplatz.
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Mit dieser Armbrust schoss der Mann zwei Mal auf die Bank auf dem Mindelheimer Marienplatz.
Bild: Johann Stoll

Im Mai hatte ein 33-Jähriger auf eine Bank auf dem Mindelheimer Marienplatz geschossen. Nun stand er vor der Richterin

Der Einsatz von Armbrüsten ist in Mindelheim nichts Ungewöhnliches, zumindest nicht während des Frundsbergfests. Ein paar Wochen vor dem historischen Fest hat in diesem Jahr jedoch ein anderer Armbrustschütze für Gesprächsstoff in der Stadt gesorgt. Er hatte auf eine Bank auf dem Marienplatz gezielt – und getroffen. Ein Passant hatte die Einschläge an der Bank gesehen und die Polizei verständigt. Eine Pfeilspitze steckte noch im Holz. (Hier geht es zur ursprünglichen Meldung: Wie im Wilden Westen)

Mindelheimer Polizeichef nannte es „absoluten Wahnsinn“

Mindelheims Polizeichef Gerhard Zielbauer sprach damals im Gespräch mit unserer Zeitung von einem „absoluten Wahnsinn“. Hätte einer der Pfeile einen Menschen getroffen, „wäre dieser tot gewesen“, machte Zielbauer die Tragweite des Vorfalls klar. Anhand der Schussrichtung konnten die Polizeibeamten ermitteln, von welchem Haus aus der Armbrustschütze seine Pfeile abgefeuert haben musste. Schon kurz darauf kamen die Beamten einem 33-Jährigen auf die Spur, bei dem sie auch eine entsprechende Armbrust fanden.

Nun musste sich der Mann vor dem Amtsgericht Memmingen verantworten – wegen „gemeinschädlicher Sachbeschädigung“. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe gab er sofort zu: Er hatte in der Mainacht zwischen vier und fünf Uhr morgens auf die Bank geschossen, erklärte er. „Mir war das nicht so bewusst, dass das ein öffentlicher Gegenstand ist“, sagte er vor Gericht. „Für mich war das damals ein Stück Holz, so blöd sich das anhört.“ Menschen waren um diese Uhrzeit nicht mehr unterwegs – dessen habe er sich versichert. „Der Marienplatz ist ab nachts um 3 Uhr menschenleer.“

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Für die Armbrust wird kein Waffenschein benötigt

Die Armbrust, für die man im Übrigen keinen Waffenschein benötigt, habe er sich ursprünglich als Dekoartikel gekauft, erklärte der Mann vor Gericht. Auf Nachfrage von Richterin Brigitte Mock sagte er, er habe ein paar Mal damit im Garten geschossen. Was ihn in der Mainacht dazu trieb, die Bank ins Visier zu nehmen, wurde in der Verhandlung nicht thematisiert.

Der Schaden wurde vom Mindelheimer Bauhof schnell repariert

Die Bank wurde kurz nach dem Vorfall vom Bauhof repariert. Den Schaden von 89 Euro hat der 33-Jährige beglichen, erklärte er vor Gericht. Die Armbrust sei eingezogen worden – ein Schaden von 700 bis 800 Euro. Schlimmer für ihn sei aber der Schaden durch die Berichterstattung in den Medien gewesen, so der Mann.

Richterin Mock wandte sich an die Vertreterin der Staatsanwaltschaft: Sie könne sich eine Einstellung des Verfahrens unter Auflagen vorstellen, deutete sie an. Der Mann arbeitet seit zehn Jahren bei derselben Firma, seine letzte Tat – eine Bewährungsstrafe wegen Vollrauschs – sei schon fünf Jahre her.

Die Staatsanwaltschaft konnte sogar mit einer Einstellung des Verfahrens ohne Auflagen leben – und so schloss sich Richterin Mock dem an. „Das war Ihnen eine Lehre“, sagte sie abschließend zu dem 33-jährigen Mann.

Einen Kommentar zu dem Fall lesen Sie hier: Armbrustschütze: Suche nach dem Schuldigen

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