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Bad Wörishofen

18.10.2020

Petition: Tänzer nehmen Landtag in die Pflicht

Beate Fenster fordert für die Tanzsportvereine in Bayern bessere Bedingungen in der Corona-Pandemie.
Bild: Thessy Glonner

Plus Sportler aus Bad Wörishofen sorgen sich in Corona-Zeiten um das Bestehen ihrer Vereine. Was die Tänzer in ihrer Petition fordern.

Bayerns Tänzer wehren sich gegen die Beschränkungen in Corona-Zeiten – allen voran der Tanzsportclub TSC 71 aus Bad Wörishofen. Die Vorsitzende Beate Fenster gehört zu den rund 25 genannten Personen, die eine Petition vertreten, die nun im Landtag behandelt wird.

„Nicht einmal Ehepaare durften miteinander trainieren“, sagt Fenster gegenüber unserer Redaktion. „Anzumerken ist, dass die Einschränkungen zum Zeitpunkt der Einreichung der Petition am 20. Mai existenzbedrohend für Vereine waren“, sagt Fenster. Lockerungen seien in der Zwischenzeit erfolgt. „Angesichts der momentan sich zuspitzenden Lage muss alles unternommen werden, um eine erneute Anordnung von überzogenen und existenzbedrohenden Maßnahmen zu verhindern“, findet Fenster.

Zahlreiche weitere Unterstützer aus Bad Wörishofen, Türkheim, Rammingen oder Schwabmünchen werden das Anliegen unterstützen, wenn sich der Landtag damit befasst. Der Ausschuss für Gesundheit und Pflege wird dies am Dienstag, 20. Januar, tun. Die Sitzung beginnt um 13 Uhr.

Die Tanzvereine befürchten, dass viele Mitglieder kündigen

Fenster fürchtet, dass „zahlreiche Vereine durch überzogene Einschränkungen in ihrem Bestand gefährdet werden“. Infolge fehlender Trainingsmöglichkeiten seien Kündigungen vieler Mitglieder zu befürchten. „Als gemeinnützige Vereine finanzieren sich Tanzsportclubs nahezu ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und nicht aus Sponsoren- und Fernsehgeldern“, sagt Fenster. „Über wesentliche Rücklagen verfügen sie in der Regel nicht.“ Fenster beklagt eine fehlende Gleichbehandlung mit Musikschulen und Fahrschulen, die zum Zeitpunkt der Einreichung der Petition Einzelunterricht in „kleinen Räumen“ erteilen durften, während dies für Tanzsportler, die in großen Sälen trainieren, verboten war. Auch ein Training nach der damals gültigen Fünf-Personenregelung war verboten.

„Hinzu kommt, dass Tanzsportler im Allgemeinen gesundheitsbewusst und aus Interesse an ihrem Sport verantwortungsbewusst handeln“, sagt Fenster. „Tanzsport hat nichts mit Tanzen auf Partys zu tun.“

Der Beate Fenster aus Bad Wörishofen spricht vom einem Berufsverbot für Tanzlehrer

Auch im Tanzsport gibt es aber Protagonisten, die davon leben, etwa Profi-Trainer. „Überzogene Einschränkungen führen de facto zu einem Berufsverbot für Tanzsporttrainer“, sagt Fenster. Die Petitionen waren aber nicht das einzige Mittel, mit dem sich die Tänzer nach den Beschränkungen im Mai Gehör verschaffen wollten. „Wir haben damals auch Schreiben an verschiedene Landtagsabgeordnete, Mitglieder des Ausschusses für kommunale Fragen, innere Sicherheit und Sport des Landtags sowie an den Sportminister Herrmann gesandt“, berichtet Fenster.

Tanzsport soll in der Corona-Pandemie in Kleingruppen erlaubt bleiben, das wollen Fenster und die anderen Unterstützer erreichen. Wie der Ausschuss entscheidet, ist offen. Die Berichterstattung im Ausschuss obliegt Barbara Becker, Mitberichterstatter ist Dominik Spitzer.

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