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Mindelheim

09.01.2019

Schnee: Spätestens um 7 Uhr ist alles geräumt

Unterwegs  mit dem Räumdienst der Firma Zwing, Mindelheim. Blick aus dem Räumfahrzeug.
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Unterwegs  mit dem Räumdienst der Firma Zwing, Mindelheim. Blick aus dem Räumfahrzeug.
Bild: Johann Stoll

Unterwegs mit einem der vielen fleißigen Helfer, die schon in aller Früh dafür sorgen, dass Straßen und Wege befahren werden können.

Um 3 Uhr aufstehen, das muss man mögen. Alexander Deiniger hat damit kein Problem. Lieber macht er sich sogar eine halbe Stunde früher auf den Weg. Denn spätestens um 6.30 Uhr beginnt die Berufsrallye. Dann sind plötzlich jede Menge Autos, Fahrradfahrer und Fußgänger unterwegs. Das macht die Arbeit dann richtig mühsam. Wo immer er zu tun hat, kommen ihm die Leute in die Quere.

Spätestens um 4 Uhr beginnt die Morgenschicht in Mindelheim

Der 29-Jährige ist stellvertretender Chef beim Hausmeisterservice von Helmut Zwing aus Mindelheim. Dazu zählt nicht nur zu kontrollieren, ob die Heizung in den betreuten Häusern richtig läuft oder ob alle Lampen brennen. Alexander Deininger und seine 22 Kollegen sind dafür zuständig, dass im Winter jeden Tag bei Privatleuten oder Firmen Gehwege, Hofeinfahrten oder Parkflächen von Schnee und Eis befreit werden. Jedenfalls bei all jenen, die von Bad Wörishofen über Mindelheim bis Memmingen einen Vertrag mit dem Unternehmen geschlossen haben. Um 3 Uhr muss Deininger raus aus den Federn, spätestens um 4 Uhr macht er sich mit seinem Lada und dem Räumschild auf den Weg durch die Wohngebiete. Mit dabei ist jedes Mal auch Emil, sein Lhasa Apso. Dann wird es schon mal nicht langweilig. Der Hütehund begrüßt den Reporter sofort mit einem lautstarkem Bellen. Soll keiner sagen, er würde nicht sorgsam auf den Lada und sein Herrchen aufpassen. Später schaut er ganz freundlich drein.

Vom befürchteten Wintersturm in Mindelheim ist um 6 Uhr noch nichts zu merken

Alexander Deininger ist ein Mensch, der anpacken kann und will. Beim Fähnlein Ems ist er Gruppenleiter und Fechtmeister. Aktiv ist er auch bei der Mindelheimer Feuerwehr als Landkreis-Ausbilder. „Ich muss draußen sein, brauche Action“, sagt er.

An diesem Mittwochmorgen ist Deininger sogar extra früher aufgestanden. Es war ein Wintersturm gemeldet. Besorgte Schulbehörden hatten am Dienstag an zahlreichen Schulen im Unterallgäu vorsichtshalber den Unterricht für drei Tage abgeblasen. Wären über Nacht wirklich 20 Zentimeter Neuschnee gefallen, es wäre ein richtig anstrengender Morgen geworden.

Es ist dann erst einmal doch nicht so schlimm gekommen wie befürchtet. Ein laues Lüftchen, zwei, drei Zentimeter Neuschnee. Mehr ist an diesem zeitigen Mittwochmorgen in Mindelheim nicht zu bemerken. Stärkerer Schneefall setzt erst später ein. Im sechsten Jahr steht Deininger jeden Tag, wenn Winterwetter gemeldet ist, schon um 3 Uhr auf. Bis 7 Uhr will er mit seiner Tour durch die Wohngebiete fertig sein. Dann müssen Eingangstüren freigeräumt sein, Gehwege geräumt und Parkflächen, so weit möglich, von Schnee befreit sein.

Heute ist das kein größeres Problem. Nur das Kopfsteinpflaster, über das das Räumschild drüberkratzt, führt immer wieder zu einem Ruckeln. Allzu schnelles Fahren verbietet sich da von selbst, auch wenn wenig Schnee liegt. Sonst ist die Maschine schnell zu Schrott gefahren. Vorsicht ist ohnehin geboten. Gehwege sind schmal, der nächste Zaun oft nur ein paar Zentimeter entfernt. Deininger lenkt sein Fahrzeug mit scharfem Adlerauge an all diesen Hindernissen vorbei.


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Video: Ulf Lippmann

Biotonnen machen den Räumdiensten das Arbeiten schwer

Und dann sind da noch ganz besondere Widrigkeiten, mit denen sich der Winterdienst herumschlagen muss. Wo der städtische Räumdienst schon unterwegs war, sind oft Einfahrten zugeschoben. Bei schwerem Schnee schafft es der Lada kaum, diese Mengen wieder zur Seite zu schieben. An diesem Mittwoch wird auch noch der Biomüll abgeholt. Also stehen auf den Gehwegen die Tonnen herum. Die Leute können da nichts dafür, sagt Deininger. Für ihn heißt es aber: Immer wieder anhalten, aussteigen, Tonnen kurz zur Seite stellen, durchräumen, anhalten, Tonnen zurückstellen.

In der Christoph-Scheiner-Straße ist er unterwegs, in der Josef-Felder-Straße für die Wohnbaugesellschaft. Und auch an der Landsberger Straße, wo es einen Parkplatz eines Ärztehauses mit Friseurgeschäft freizumachen gilt. Dort kommt er mit seinem Fahrzeug nur bedingt weiter. Hier ist Handarbeit mit Schaufel und Streusalz gefragt.

Um 7 Uhr ist das Soll für diesen Morgen erledigt. Jetzt kommt Emil zu seinem Recht. Gassigehen mit Herrchen ist angesagt. Danach frühstückt Deininger ausgiebig daheim. Und dann gönnt er sich noch eine kleine Pause auf dem Sofa. Die Nacht war schließlich kurz. Es wird eine kurze Pause werden. Draußen fängt es dann doch heftig an zu schneien.

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