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Kammlach / Stetten

06.08.2020

Schulbusse von Steber: Das Aus nach über 50 Jahren

Nach mehr als 50 Jahren muss Steber-Tours den Schulbusverkehr zwischen Mindelheim, Kammlach und Stetten beenden. Wolfgang (li.) und Manuel Steber verabschieden sich symbolisch.
Bild: Steber

Plus Steber-Tours darf die Schulbus-Strecke nach Kammlach und Stetten nicht mehr bedienen. Was bedeutet das für die Schüler?

Mehr als 50 Jahre lang hat die Mindelheimer Firma Steber-Tours GmbH die Schulbuslinien Kammlach, Auerbach und Stetten bedient. Jetzt kommt das Aus. Im neuen Schuljahr werden die Kinder mit dem öffentlichen Linienbusverkehr gefahren.

Die Abfahrtszeiten ändern sich laut Stadtverwaltung Mindelheim für die Kinder nur geringfügig. Auch die Fahrzeit verlängere oder verkürze sich auf bestimmten Strecken kaum.

Drei Alternativen standen für den Schülerverkehr zur Wahl

Mindelheim war auf das Landratsamt mit der Bitte um fachliche Beratung zugekommen, wie der Schülerverkehr künftig organisiert werden kann. Letztlich standen drei Alternativen zur Wahl: Die Strecke neu ausschreiben, den Vertrag mit Steber verlängern oder zu prüfen, ob die Schüler nicht mit dem normalen Öffentlichen Personennahverkehr gefahren werden können.

Schulbusse von Steber: Das Aus nach über 50 Jahren

Die Umstellung betrifft nicht nur den Schülerverkehr auf den Strecken Stetten-Kammlach, sondern die gesamte Beförderung der Grund- und Mittelschüler. Ausgenommen sind 82 Schüler aus dem südlichen Bereich, die bislang auch schon über bestehende ÖPNV-Linien befördert wurden.

100 Schüler fahren künftig mit einem anderen Busunternehmen

Für rund 100 Schüler ändert sich nun ab 8. September das Busunternehmen. Die Beförderung erfolgt über bestehende ÖPNV-Linien, die von Brandner BBS aus Krumbach bedient werden.

Die Stadt habe in Abstimmung mit dem Landratsamt nach den Vorgaben des Personenbeförderungsgesetzes beziehungsweise des Nahverkehrsplans gehandelt, teilte Sprecherin Julia Beck auf Anfrage mit. Letzterer sieht vor, dass bevorzugt bestehende Linien von Bussen und Bahnen genutzt werden sollen. Auf bestimmten Strecken fährt außerdem ein Kleinbus. Hier habe die Firma Brandner BBS das wirtschaftlichste Angebot abgegeben, heißt es von Seiten der Stadt.

Wie viel Mindelheim durch die Umstellung einspart

Insgesamt sei die Schülerbeförderung der Grund- und Mittelschüler im Rahmen der bestehenden ÖPNV-Linien zu den Tarifen des Verkehrsverbundes Mittelschwaben die wirtschaftlichere Lösung für die Stadt Mindelheim, so Julia Beck. Wie viel die Stadt durch die Neuregelung einspart, mochte die Sprecherin nicht in Heller und Pfennig nennen. Es würden im Vergleich zum Vorjahresansatz 2019/20 rund 50 Prozent eingespart. Durch die Integration in den bestehenden ÖPNV würden zudem Buskilometer eingespart, was wiederum das Klima schont, so Beck.

Diesmal handelte es sich auch nicht um eine Ausschreibung im eigentlichen Sinn, wie es noch vor einigen Jahren der Fall war, sondern um einen Umstieg des freigestellten Verkehrs auf den ÖPNV.

Vor einigen Jahren wurde noch EU-weit ausgeschrieben. Lediglich die Leistung Kleinbus wurde diesmal ausgeschrieben. Die Schüler hätten mit der neuen Regelung sogar einen großen Vorteil: Sie dürfen jetzt alle Linienbusse auf ihrer Strecke unbegrenzt nutzen, also auch mehrmals täglich zwischen der Schule und dem Wohnort hin und her pendeln.

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