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Mindelheim

14.04.2015

Sie wollen den WM-Pokal holen

Flüchtlinge aus bis zu neun Nationen spielen bei den Mindelkickern miteinander Fußball. Christian Dannhart (erste Reihe Dritter von links) und Mitko Pertemov (Mitte, links) haben gleich nach dem Fototermin das Training geleitet.
Bild: Monika Haugg

Zuerst gründete der TSV Mindelheim mit den Mindelkickern eine neue Abteilung, um mit Flüchtlingen Fußball zu spielen. Jetzt geht es um ein ganz großes Ding

Her mit dem Pokal: Mindelheim will sein eigenes Sommermärchen schreiben und WM-Stadt werden, zumindest für ein paar Tage. Der Deutsche Fußballbund DFB schickt den Weltmeisterpokal diesen Sommer durch Deutschland. „DFB-Ehrenrunde“ nennt sich das Projekt, und bewerben können sich alle der insgesamt 22 000 deutschen Amateurfußballvereine.

63 Vereine kommen in den Genuss und dürfen den Original-Pokal, den die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vorigen Sommer in Brasilien gewonnen hat, für eine gewisse Zeit präsentieren. In Bayern wird der Pokal an acht Stationen Halt machen. Bei allein 4500 Amateurvereinen ist die Konkurrenz also immens. Dennoch rechnet man sich beim TSV Mindelheim durchaus Chancen aus. Das hat einen pfiffigen Grund. Anfang des Jahres hat sich in Mindelheims größtem Verein eine neue Abteilung gegründet. Es ist ein Integrationsprojekt, das ein paar Spieler beziehungsweise ehemalige Spieler des TSV Mindelheim ins Leben gerufen haben. Die „Mindelkicker“ organisieren jede Woche für Flüchtlinge ein Fußballtraining. Bisher fand das jeden Freitagnachmittag in der Halle des Maristenkollegs statt. Künftig wird immer montags um 19 Uhr im Freien gekickt.

Für dieses Training sammeln die Mindelkicker aktuell noch Trainingsbekleidung für die Flüchtlinge wie Schuhe, Jacken, Trikots und Hosen. Spenden nimmt die Aral-Tankstelle in der Nebelhornstraße entgegen. Und jetzt bewerben sich die Mindelkicker darum, dass der WM-Pokal nach Mindelheim kommt. Ihre Idee, die den DFB überzeugen soll: Sollte der Pokal kommen, würde die neue TSV-Abteilung ein Integrationsturnier organisieren. Acht Vereine aus der Umgebung haben bereits zugesagt. Jedes Team würde aus Vereinsspielern und Flüchtlingen bestehen.

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Die Mindelkicker haben sich für die Bewerbung Unterstützung geholt. Empfehlungsschreiben gibt es von Bürgermeister Stephan Winter, von Landrat Hans-Joachim Weirather und von der Schulleitung des Maristenkollegs. Auch die Caritas und der Integrationskreis Mindelheim unterstützen die Bewerbung.

Zudem haben die Mindelkicker ein Bewerbungsvideo gedreht, das auf Facebook bereits tausende von Fans gefunden hat. Darin ist Bürgermeister Winter mit einer Nachbildung des WM-Pokals zu sehen, wie er auf dem Rathausbalkon zum großen Jubel ansetzt. Weirather wiederum hat sich schon mal teilweise in Schale geworfen und sitzt mit Fußballschuhen hinterm Schreibtisch im Landratsamt. Und nicht zuletzt haben sich hunderte von Maristenschülern in Form des WM-Pokals zum Jubelbild aufgestellt. Die Mindelkicker sind übrigens nicht wegen der DFB-Bewerbung gegründet worden. Darauf legen sie besonderen Wert. Das Integrationsprojekt soll auf jeden Fall weiter geführt werden, ob der Pokal nun kommt oder nicht. Dahinter stehen 13 engagierte Menschen aus dem Unterallgäu. Felix Jäckle ist Abteilungsleiter und Monika Haugg hat als Mitglied der Abteilung das Bewerbungsvideo produziert. (jsto)

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