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Mindelheim

28.10.2020

Sieben mit Corona infizierte Bewohner des Mindelheimer Seniorenheims gestorben

Im Seniorenzentrum St. Georg in Mindelheim sind in den vergangenen beiden Wochen sieben Bewohner gestorben, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Insgesamt wurden bislang 29 Bewohner und 17 Mitarbeiter positiv getestet.
Bild: jsto

Plus Die Senioren waren vor Infektion mit dem Coronavirus bereits geschwächt. So ist die aktuelle Lage in den Heimen, am Krankenhaus sowie in Maristenkolleg und Marcellin-Champagnat-Kita.

Seit Dienstag steht die Corona-Ampel im Unterallgäu auf Dunkelrot. Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner ist zwar im Vergleich zum Vortag leicht zurückgegangen und liegt im Landkreis bei 132,79 Neuinfektionen. Der Wert wird vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ermittelt und ist wegen Verzögerungen bei der Datenübermittlung nicht tagesaktuell. Wie das Landratsamt mitteilt, wurden am Mittwoch 31 neue positive Fälle bestätigt. Derzeit sind 255 Unterallgäuer, infiziert, 23 Menschen sind seit dem Frühjahr im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Im Seniorenzentrum St. Georg in Mindelheim sind seit Bekanntwerden des ersten Corona-Falls in der Einrichtung vor rund zwei Wochen sieben Bewohner an und mit Corona gestorben. Nun gibt es Details zu den Todesfällen.

Wie die zentrale Pandemiebeauftragte der Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH, Michaela Weber, mitteilt, ist ein infizierter Bewohner einer akuten anderen Erkrankung erlegen, zwei weitere hätten sich bereits vor dem Corona-Ausbruch im Seniorenzentrum erkennbar in ihrer letzten Lebensphase befunden und seien entsprechend palliativ begleitet worden. Auch vier weitere Bewohner seien bereits vor der Infektion aufgrund ihres Alters und zahlreicher Vorerkrankungen sehr schwach gewesen. „Solche Menschen schaffen es zum Teil leider nicht mehr, gegen diese Krankheit anzukämpfen. Diese traurige Erfahrung mussten wir in den vergangenen Jahren auch immer wieder mit üblichen Grippeerkrankungen machen“, sagt Michaela Weber. So seien im vergangenen Jahr 17 Bewohner infolge einer Grippeinfektion gestorben.

Insgesamt wurden in Mindelheim 29 Bewohner und 17 Mitarbeiter positiv auf Corona getestet

Insgesamt haben sich bislang 29 Bewohner einer Wohngruppe und 17 Mitarbeiter mit Corona infiziert, einige gelten aber bereits wieder als genesen. In den anderen beiden Wohngruppen waren bislang alle Testergebnisse negativ. Am Dienstag wurden erneut alle Bewohner und Mitarbeiter getestet. „Es bleibt also weiter spannend“, so Weber. „Aber wir sind zuversichtlich, dass wir den Ausbruch bald überstanden haben.“

Einen erneuten Reihentest gab es am Mittwoch für das Seniorenheim in Kirchheim. Heimleiter Robert Knoll hofft, dass am Freitag die Ergebnisse vorliegen.

So ist die Lage im Mindelheimer Krankenhaus

Im Mindelheimer Krankenhaus werden aktuell elf Corona-Patienten stationär behandelt, ein Patient ist auf der Intensivstation. Julia Henkel vom Klinikverbund sagt: „Die Patienten sind im Schnitt etwas jünger als im Frühjahr und das entspricht der allgemeinen epidemiologischen Entwicklung. Ähnlich wie im Frühjahr haben die Corona-Patienten häufig Vorerkrankungen.“ Die Klinik Mindelheim sei in der Lage, im Ernst- und Bedarfsfall innerhalb von 48 Stunden ihre Kapazitäten sowohl auf der Normalstation als auch auf der Intensivstation zu erweitern. „Die Versorgung aller Patienten ist gewährleistet“, so Henkel. Engpässe bei den Mitarbeitern aufgrund von Quarantäne gebe es nicht.

Am Mindelheimer Maristenkolleg gibt es Entwarnung

Unterdessen kommt Entwarnung vom Mindelheimer Maristenkolleg. Nachdem eine Neuntklässlerin des Gymnasiums positiv getestet worden war, mussten 40 Schüler und 15 Lehrer in Quarantäne. „Sie wurden getestet und alle sind negativ“, sagt Brigitte Luther, stellvertretende Schulleiterin des Maristenkollegs.

Auch in der Mindelheimer Kita Marcellin-Champagnat gab es wie berichtet einen Coronafall. Die Krippenkinder, die Kontakt zur infizierten Person hatten, sind noch bis einschließlich Montag in Quarantäne. Ebenso sind 21 Kindergartenkinder bis Freitag in häuslicher Isolation. Julia Beck, Sprecherin der Stadt, sagt: „Der Test der fünf betroffenen Mitarbeiterinnen war negativ, sie bleiben in Quarantäne.“ Kommende Woche wird der Kindergarten geschlossen – nicht wegen Corona, sondern wegen des anstehenden Umzugs in den Neubau. „In den anderen städtischen Einrichtungen gibt es derzeit keine Corona-Fälle.“

Kritik vom Lehrerverband zur Aussetzung der Maskenpflicht für Grundschüler

Landrat Alex Eder hält weiter an der Befreiung der Maskenpflicht für Grundschüler fest. Das bestätigt er auf Nachfrage. Grundschüler im Unterallgäu dürfen ihre Maske abnehmen, wenn sie an ihrem Platz im Klassenzimmer sitzen. Voraussetzung dafür: Der Unterricht muss im festen Klassenverbund stattfinden. „Diese Entscheidung ist für mich unabhängig von einem Inzidenzwert“, sagt Eder. Er habe viel Zuspruch aber auch vereinzelt Kritik von Eltern erhalten. Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) Simone Fleischmann kritisiert: „Der Gesundheitsschutz steht an erster Stelle.“ Über die Maskenpflicht machten sich vor allem die Eltern Gedanken, weniger die Kinder, sagt Fleischmann. Die endgültige rechtliche Klärung des Themas Maskenpflicht in Grundschulen sei noch nicht abgeschlossen, heißt es aus dem Unterallgäuer Landratsamt.

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