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Wiedergeltingen

17.12.2019

Wiedergeltingen gibt beim Flexibus weiter Vollgas

Gerade für Senioren ohne eigenes Auto ist der Flexibus eine willkommene Alternative – zumindest wenn das Angebot stimmt. Die Wertachtalgemeinden machen ihre finanzielle Unterstützung daher von Nachbesserungen bei der Anbindung nach Buchloe und Bad Wörishofen abhängig.
Bild: Archivfoto: Bernhard Weizenegger

Plus Die Gemeinderäte knüpfen ihre finanzielle Beteiligung an Bedingungen: Anbindung nach Buchloe und Bad Wörishofen gefordert.

Die Gemeinde Wiedergeltingen wird sich an den Kosten für die Teilnahme am Flexibusknoten östliches Wertachtal beteiligen, knüpft an ihr einstimmiges Ja aber gleich mehrere, dicke „Aber“: Laut Bürgermeister Norbert Führer ist es eine „unumstößliche Bedingung“ für Wiedergeltingen, dass die Nachbarstadt Buchloe im Landkreis Ostallgäu mit mindestens zwei Haltepunkten in den Knoten eingebunden wird. Ferner geht der Wiedergeltinger Gemeinderat davon aus, dass sich auch die anderen Gemeinden am Flexibusknoten beteiligen, damit „das Ganze finanzierbar bleibt“.

Anbindung nach Buchloe und Bad Wörishofen mit dem Flexibus ist für die Gemeinden im Wertachtal wichtig

Auch die Einbindung der Stadt Bad Wörishofen in den Flexibusknoten sei ein großer Wunsch, denn aus Sicht der Wiedergeltinger Kommunalpolitiker werde „das Ganze nur dann erfolgreich sein wenn es eine hohe Attraktivität der Busverbindungen gibt, ohne langwieriges Umsteigen vom Bus in die Bahn oder umgekehrt“.

Dies kostet Türkheim, Rammingen, Ettringen, Wiedergeltingen und Amberg dann je nach Einwohnerzahl zwischen 2500 und 12.000 Euro, um dem Pilotprojekt zum Start verhelfen, wie schon beim „Flexibus-Gipfel“ Ende November vorgerechnet wurde. Der ÖPNV-Beauftragte des Landratsamtes Helmut Höld bezifferte das geschätzte Defizit auf 177.000 Euro jährlich insgesamt.

Wiedergeltingen fordert Nachbesserungen beim Flexibus: Beim Flexibus ist immer noch viel Luft nach oben

Das Pilotprojekt sieht relativ flexible Fahrgelegenheiten in den großen Lücken ÖPNV-Fahrpläne auf dem flachen Land vor und richtet sich damit vorwiegend an - meist ältere - Menschen ohne Auto und Behinderte.

Eine Besonderheit stellt die wabenförmige Untergliederung der Region dar, wie Busunternehmer und Flexibus-Anbieter Josef Brandner damals erläuterte. Innerhalb dieser Waben biete das Flexibus-Angebot ein engmaschiges Netz an Haltepunkten, die nach telefonischer Anforderung oder Buchung über das Internet mit etwa 30-minütiger Toleranz angefahren werden sollen, so Brandner. Der Fahrpreis sei mit aktuell 2,20 Euro auch für Menschen mit niedrigem Einkommen erschwinglich.

Schon als der Landkreis Unterallgäu vor gut einem Jahr den Flexibus eingeführt hatte, wiesen Bürger und Kommunalpolitiker aus den östlichen Wertachtalgemeinden auf den „Geburtsfehler“ des Konzepts hin und verwiesen auf die mangelhafte Anbindung der ÖPNV- und Flexibus-Linien in Richtung Buchloe im Nachbarlandkreis Ostallgäu und auch von und nach Bad Wörishofen. Allen voran kämpft Wiedergeltinger Bürgermeister Norbert Führer seit damals für eine bessere Anbindung.

5000 Pendlerfahrzeuge rollen täglich durch Wiedergeltingen

Die Hoffnung, auch den zunehmenden Durchgangsverkehr in Wiedergeltingen damit etwas reduzieren können, wurde schon in einem Beschluss 2017 deutlich, als der Wiedergeltinger Gemeinderat sich „grundsätzlich positiv“ zu dem Flexibus-Modell des Landkreises Unterallgäu äußerte. Doch schon damals wurde aus den Wertachtalgemeinden unüberhörbare Kritik laut, dass es an einer generellen landkreisübergreifenden Lösung fehle, gerade in den Randgemeinden des Unterallgäus.

Wiedergeltingen wird, wie auch die Nachbargemeinde Amberg, stark von Pendlern frequentiert, die sich hier vorrangig in Richtung Buchloe bewegen, Tendenz steigend. Bis zu 5000 Pendlerfahrzeuge täglich gilt es da pro Gemeinde zu bewältigen.

Gemeinsam wollen die Wertachtalgemeinden eine bessere Anbindung nach Buchloe erreichen: Ein „Flexibus-Gipfel“ für das Wertachtal

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