Fußball

27.05.2016

Maier schockt den SV Oberegg

94 Minuten waren gespielt, als sich der Ball, getreten von Benjamin Maier, ins Tor von Obereggs Schlussmann Tobias Linder senkte. Damit war die 2:3-Niederlage des SV Oberegg gegen den 1. FC Biessenhofen-Ebenhofen besiegelt und der Traum von der Kreisliga ausgeträumt.
Bild: Axel Schmidt

In einem spannenden und am Ende dramatischen Relegationsspiel bleibt dem SV Oberegg nur die Rolle des tragischen Verlierers – weil auf der Gegenseite ein Mann eiskalt ist.

Benjamin Maier heißt der Albtraum des SV Oberegg. Der 26-jährige Stürmer des 1. FC Biessenhofen-Ebenhofen war im Relegationsspiel um den Aufstieg zur Kreisliga der Mann des Spiels – auch wenn er über die gesamte Partie eigentlich kaum zu sehen war. Doch dem ehemaligen Bezirksliga-Torjäger reichten drei aussichtsreiche Chancen um drei Tore zu erzielen – und damit den Vizemeister der Kreisklasse Allgäu 3 einen Schritt weiter in Richtung Kreisliga zu schießen.

Vor einer beeindruckenden Kulisse von über 1100 Zuschauern in Pforzen war die Partie zwischen dem SV Oberegg und dem 1. FC Biessenhofen-Ebenhofen lange Zeit geprägt von Kampf und Einsatz. Torchancen sahen die beiden Fangruppen, die ihre Teams über die gesamte Spielzeit lautstark unterstützten, kaum zu sehen. Die erste gefährliche Situation hatte der Torjäger des SV Oberegg, Christian Faulstich. Doch sein Kopfball ging über das Tor (5.). In der zehnten Minute wurde Obereggs Lukas Zingerle im Strafraum ungestüm von den Beinen geholt – Elfmeter. Diese Chance ließ sich Faulstich nicht entgehen und verwandelte unter dem Jubel der SVO-Anhänger sicher zur 1:0-Führung. Kurz darauf lag der Ball wieder im Netz des 1. FC Biessenhofen-Ebenhofen, doch das Schiedsrichtergespann hatte vor Faulstichs sehenswertem Lupfer auf Abseits entschieden. Bis zur Halbzeitpause tat sich dann nichts mehr, auch Torjäger Maier war bei der umsichtigen SVO-Abwehr um Kapitän Matthias Faulstich abgemeldet.

In der zweiten Halbzeit nun hatten die Ostallgäuer mehr vom Spiel und erspielten sich immer mehr Feldvorteile. Nach 58 Minuten war es dann soweit und Maier nutzte den ersten Fehler in der SVO-Hintermannschaft zum Ausgleich. Kurz darauf hätte der SVO erneut in Führung gehen können, doch Stefan Linder köpfte knapp vorbei (60.) und Faulstich scheiterte nach einem schönen Konter an Keeper Patrick Fröse (61.).

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Es folgten 25 Minuten ohne große Höhepunkte, allerdings stieg mit jeder Minute die Spannung. Obereggs Trainer Celalettin Cetin zog nach 70 Minuten ein Ass aus dem Ärmel: Stürmer Andreas Schorer, der so lange schmerzlich vermisst wurde, kam für Michael Herkommer. Doch auch er musste wenige Minuten später mitansehen, wie Biessenhofen-Ebenhofen die vermeintliche Entscheidung bejubelte: In der 86. Minute nutzte Benjamin Maier quasi aus dem Nichts seine zweite gute Chance an diesem Tag und schoss den 1. FC Biessenhofen-Ebenhofen mit 2:1 in Führung.

Wer den SV Oberegg kennt, weiß allerdings, dass sich diese Mannschaft nicht aufgibt. So gab es, kurz nachdem die Nachspielzeit von vier Minuten angesagt wurde, noch einen Eckball für den SVO. Der Ball kam mustergültig in den Strafraum und landete bei Schorer, der zum 2:2-Ausgleich einköpfte.

Nun standen die Oberegger Fans auf der Tribüne Kopf, die ersten Fans orderten bereits ihre Getränke für die anstehende Verlängerung. Doch dann gab es noch einen Freistoß für Biessenhofen-Ebenhofen: 18 Meter, zentral vor dem Oberegger Tor. Natürlich legte sich Maier, bei dem an diesem Tag beinahe jeder Torschuss auch ein Tor bedeutete, den Ball zurecht. Der Schiedsrichter pfiff, Maier schlenzte den Ball über die Mauer – genau in den Winkel zum 3:2. Der Rest war Jubel bei den Ostallgäuern, Tristesse beim SV Oberegg, denn Schiedsrichter Gelembe pfiff danach gar nicht mehr an. Nach einer turbulenten Schlussphase steht der 1. FC Biessenhofen-Ebenhofen glücklich aber nicht unverdient im Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Kreisliga.

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