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Fußball

19.05.2020

Trotz Platz eins: Warum Fußballtrainer Reiner Maurer bei Türkgücü München wackelt

Seit vergangenen Sommer trainiert der gebürtige Mindelheimer Reiner Maurer den ambitionierten Regionalligisten Türkgücü München. Trotz souveräner Tabellenführung ist sein Verbleib jedoch nicht sicher.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Plus Trotz des Erfolgs beim Regionalligisten Türkgücü München weiß Trainer Reiner Maurer nicht, wie es für ihn nach der Saison weitergeht. Der Mindelheimer vermisst vor allem eine Person.

Reiner Maurer (60) ist als Fußballer und Trainer herumgekommen. Vor seinem Engagement beim Regionalligisten Türkgücü München war er in Thailand, davor in Griechenland und mehrfach beim TSV 1860 München. Nun ist der Mindelheimer in München wieder dort angekommen, wo er seine größten Erfolge, aber auch Enttäuschungen verbuchte. Als Coach bei den „Löwen“ war er – nach den im Schnitt erzielten Punkten – so erfolgreich, wie kein anderen Trainer nach ihm. Und er wurde entlassen. Als Tabellenvierter der 2. Bundesliga.

Bei Türkgücü hat Maurer nun mit Kaderplaner Robert Hettich – den er aus der Zeit beim TSV 1860 bestens kennt – in kürzester Zeit aus dem Bayernliga-Aufsteiger den Tabellenführer der Regionalliga geformt – mit neun Punkten Vorsprung auf den 1. FC Schweinfurt 05. Der Aufstieg in die 3. Liga schien sicher. Dann kam die Saison-Unterbrechung wegen der Corona-Krise. Vor September wird es nicht weitergehen, wenn überhaupt.

Hallo Herr Maurer! Wie geht es?

Trotz Platz eins: Warum Fußballtrainer Reiner Maurer bei Türkgücü München wackelt

Reiner Maurer: Es geht mir gut. Ich bin in München und mache das, was viele andere auch machen. Ich gehe mit Atemschutzmaske einkaufen oder jogge dreimal in der Woche im Englischen Garten. Es heißt, geduldig zu sein und abzuwarten. Aber in meinem Alter ist man das inzwischen gewohnt.

Glückwunsch zu Ihrem Erfolg bei Türkgücü München. Sie haben mit einer nahezu komplett neu zusammengewürfelten Mannschaft in kurzer Zeit viel erreicht. War das vorhersehbar?

Maurer: Wir haben in diesem guten halben Jahr bis zur Zwangspause unsere Pläne gut umgesetzt und das Maximum herausgeholt. Eine neue Mannschaft hat neue Bedingungen. Türkgücü hat auf Profitum umgestellt. Wir haben viele Spieler mit türkischen Wurzeln verpflichtet. Der Transfermarkt sagt, dass sich 18 Spieler verbessert und nur zwei verschlechtert haben. Außer Mario Erb, der vom Drittligisten KFC Uerdingen kam, waren alle anderen Neuen aus der Regionalliga und drunter.

Das klingt aber nach hohen Investitionen ...

Maurer: Wir hatten den Etat unseres Konkurrenten Schweinfurt 05, der jetzt im dritten Jahr hintereinander den Aufstieg schaffen will.

Wie gehen Sie mit der Pause aufgrund der Corona-Krise um?

Maurer: Das ist ärgerlich. Aber es hat alle getroffen und nicht nur den Fußball.

Trotz des deutlichen Vorsprungs und des mutmaßlichen Aufstiegs in die 3.Liga stehen die Zeichen in München auf Abschied. Wie kommt’s?

Maurer: Ich habe einen Vertrag für ein Jahr abgeschlossen, der Ende Mai ausläuft. Ob ich nächste Saison noch Trainer bei Türkgücü bin, ist eine gute Frage. Unser Ziel war, Meister zu werden. Ich habe bisher noch keine Diskussion gehört, in der Türkgücü nächste Saison nicht in der 3. Liga spielen würde, wenn die Saison abgebrochen wird.

Was hindert Sie also daran, einen neuen Vertrag anzustreben?

Maurer: Mit Robert Hettich ist mein engster Vertrauter seit Februar dieses Jahres nicht mehr im Verein. Mit ihm habe ich die Mannschaft aufgebaut. Mit ihm ist aber auch die Grundlage weg. Ich bin nun schon lange im Geschäft. Ich will einen Vertrag unterschreiben, von dem ich überzeugt bin und hinter dem ich stehe.

Außerdem gab es mit Schlüsselspieler Mario Erb Probleme. Er wurde vom Verein sogar suspendiert. Was war denn da los?

Maurer: Seine Frau war schwanger und es gab Komplikationen. Er ist deshalb früher vom Trainingslager nach Hause geflogen. Daraufhin hat ihn der Vereinspräsident Hasan Kivran suspendiert. Mittlerweile wurde das allerdings zurückgenommen.

Hatte Erb das mit Ihnen nicht abgesprochen, dass er aus dem Trainingslager zurückfliegt?

Maurer: Doch. Ich wusste es. Er wurde trotzdem suspendiert.

Inwiefern stören Sie derartige Entscheidungen Ihres Präsidenten?

Maurer: Ach, wissen Sie. Ich hatte zuvor auch schon vier griechische Präsidenten, mit denen ich gearbeitet habe ...

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