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Weißenhorn

10.05.2020

180 Demonstranten fordern in Weißenhorn Grundrechte ein

Während es bei anderen Anti-Lockdown-Demonstrationen in Deutschland deutlich enger zuging, wurde bei der Kundgebung in Weißenhorn auf Abstand geachtet.
Bild: Regina Langhans

Plus In Weißenhorn protestierten am Samstag Kritiker der Lockdown-Maßnahmen. Was sie alles forderten.

Auch in Weißenhorn sind nun Bürgerinnen und Bürger auf die Straße gegangen, um ihren Unmut gegen die vom Staat verordneten Maßnahmen zum Schutz gegen das Coronavirus zu protestieren – „bevor es zu spät ist“, wie sie befürchten. Dazu hatte Carina Gehring, 36-jährige Bürokauffrau aus Weißenhorn, eine Kundgebung angemeldet und für 50 Teilnehmer genehmigt bekommen, die teils spontan ihre Beiträge abgaben. An Zuschauern und Passanten waren es etliche mehr: Laut Polizei insgesamt 180 Personen, darunter 43 im abgesperrten genehmigten Bereich.

"Zunehmende Einschränkung der Grundrechte"

Zur Anwesenheit der Beamten erklärte Carina Gehring, sie seien „zum Schutz und nicht zum Stören“ gekommen und bat, die Anweisungen und Abstandsregeln einzuhalten. So verlief die Kundgebung friedlich und gut organisiert. Wobei die Veranstalterin versicherte, hiermit Neuland zu betreten, da sie keiner Partei angehöre, unpolitisch sei und bis vor kurzem nicht gedacht hätte, an die Öffentlichkeit treten zu müssen. „Aber die zunehmende Einschränkung der Grundrechte macht Unglaubliches möglich, die Maßnahmen sind völlig überzogen und ruinieren das gesellschaftliche Zusammenleben.“ Sie stehe hier, damit ihr Kind später nicht sagen könne: „Mama, warum hast du nichts getan?“

Bild: Regina Langhans

Ihren Ausführungen wurde laut, teils mit Zwischenrufen, zugestimmt. Ein Demonstrant brachte eine kleine Rätsche zum Einsatz sowie Simone und Frank Girulat ihre Schamanentrommeln. „Das macht Mut“, bedankte sich die Rednerin. Rund um das Sprecherpult hatten Demonstranten Plakate aufgestellt, andere trugen Pamphlete auf ihrem Rücken. Zu lesen waren Forderungen wie „Gegen den Überwachungsstaat“, „Keine Impfung“ oder „Wiederherstellung aller Bürgerrechte“.

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Demo-Organisatorin appelliert an den gesunden Menschenverstand

Gehring appellierte an den gesunden Menschenverstand. Wer krank sei, bleibe von selbst zu Hause und es sei Aufgabe der Regierung, Menschen zu beruhigen statt Ängste zu schüren mit ihren unerhörten Vorsichtsmaßnahmen. Sie forderte „echte“ Fallzahlen, missbilligte die „gesteuerte“ Informationspolitik und mutmaßte, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) werde von Microsoft-Gründer und Multimilliardär Bill Gates gelenkt. Sie wandte sich gegen eine etwaige Impfpflicht, die als Schlüssel zur Normalität propagiert werde. Sie wolle nicht Versuchskaninchen sein für den verfrühten Einsatz des Stoffes. Der Lockdown richte globalen wirtschaftlichen Schaden an, benachteilige Alte und Kindern würden die für ihre Entwicklung wichtigen Sozialkontakte vorenthalten.

Demo-Rednerin warnt vor "Massenzwang in Raten"

Darauf griff Marie-Luise Volk aus Unterkirchberg zum Mikrofon. Da im Beruf als Gesundheitsberaterin tätig, könne sie feststellen, dass dem Staat die Gesundheit seiner Bürger noch nie besonders wichtig gewesen sei. Eine andere Geldwirtschaft sei vonnöten, derzeit richte sich alles auf exponentielles Wachstum aus. Was die in Aussicht gestellte Corona-App angeht, fürchtet sie eine langsame Akzeptanz gerade bei jüngeren Leuten: „Wenn sie die Wahl haben, damit ins Fußballstadion oder zu Veranstaltungen zu kommen, machen sie mit.“ Sie nannte es „Massenzwang in Raten“.

Künftig jeden Mittwoch Mahnwache in Pfaffenhofen

Christof Engelmayr aus Pfaffenhofen, der dort schon zwei Demos gegen die Anti-Corona-Maßnahmen veranstaltet hat und nun zur wöchentlichen Mahnwache mittwochs ab 19 Uhr aufruft, sagte: „Sprechen Sie die Menschen nicht mit Zahlen an, sondern emotional und mit Appell an eigene Erfahrungen.“ Von diesen berichteten auch einige Anwesende. So teilte Thomas Flister aus Illerberg-Thal mit, wie seine Oma bedingt durch die Coronakrise im Krankenhaus einen schwer nachvollziehbaren Behandlungsmarathon erleiden musste. Oder Christoph Huss aus Langenau, der seine Zuhörer mit „Klardenker“ ansprach: „Noch sind wir in der Minderheit. Dabei werden Volkskrankheiten wie Krebs, Infarkt oder Schlaganfall schon völlig vernachlässigt.“

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