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Neu-Ulm

17.01.2020

Amok-Fehlalarm: Großeinsatz an der Hochschule Neu-Ulm

An der Hochschule Neu-Ulm hat ein Fehlalarm zu einem Großeinsatz geführt. Die Polizei war mit etwa 100 Beamten im Wiley. Ein Sammelpunkt für den Einsatz war an der nahe gelegenen Mark-Twain-Grundschule.
Bild: Alexander Kaya

Die Polizei ist am Freitagmittag wegen eines Amok-Alarms mit einem Großaufgebot zur Hochschule Neu-Ulm geeilt. Inzwischen gab sie Entwarnung.

Ein Großeinsatz der Polizei hat an der Hochschule Neu-Ulm für Aufsehen gesorgt. Jemand hatte Amok-Alarm ausgelöst. Wie sich herausstellte, geschah dies aus Versehen.

Etwa 100 Polizisten aus Neu-Ulm und Ulm waren im Einsatz

Wie die Polizei mitteilte, ging der Notruf um 12.30 Uhr in der Einsatzzentrale ein. Da die Beamten von einem Amoklauf ausgingen, rückten sie mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften aus. Zahlreiche Polizeiautos rasten mit Blaulicht und Martinshorn ins Wiley. Insgesamt waren etwa 100 Beamte im Einsatz, die Hälfte davon aus Ulm.

An der Mark-Twain-Grundschule standen zahlreiche Polizeiautos

Im näheren Umfeld wurden kurzzeitig Straßensperren eingerichtet. Viel Polizei war auch an der Mark-Twain-Grundschule beim Dietrich-Theater zu sehen. Dort war aber lediglich ein Sammelpunkt zur Besprechung, erläuterte ein Polizeisprecher. Das eigentliche Geschehen spielte sich an der Hochschule ab. Dort stellten die eingesetzten Beamten schnell fest, dass es sich um einen Fehlalarm handelte. Es habe daher zu keinem Zeitpunkt Gefahr für Menschen bestanden. Daraufhin wurden die Straßensperren aufgehoben, und die Polizisten zogen wieder ab. Verletzt wurde nach den Erkenntnissen der Polizei niemand. Augenzeugen zufolge dauerte der ganze Einsatz etwa 15 bis 30 Minuten. Der genaue Ablauf der Alarmauslösung sei nun Gegenstand der weiteren Ermittlungen, teilte das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West mit.

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Telefone der Hochschule Neu-Ulm (HNU) sind mit SOS-Knöpfen ausgestattet

Die Hochschule Neu-Ulm habe bereits vor mehreren Jahren ein Notfallkonzept entwickelt, erläuterte Professor Julia Kormann, die Vize-Präsidentin der Hochschule Neu-Ulm. Dazu gehört, dass alle hausinternen Telefone mit einem SOS-Knopf ausgestattet sind. So könne jeder Mitarbeiter von jedem Ort aus sofort die Notfallkette auslösen, wenn Gefahr drohe. Im aktuellen Fall habe eine neue internationale Gastdozentin jemanden anrufen wollen und dabei auf den Alarm-Knopf gedrückt. „Es war einfach ein Versehen“, so Kormann.

Etwa 1000 Studierende und Dozenten waren zum Zeitpunkt des Alarms im Haus

Nach dem Auslösen des Alarms gab es wie vorgesehen eine interne Notfalldurchsage. Die Vizepräsidentin der Hochschule schätzt, dass zu diesem Zeitpunkt in den Gebäuden an der Wileystraße etwa 1000 Studierende und Dozenten waren. Diese waren aufgerufen, in ihren Räumen zu bleiben. Da schnell klar war, dass es sich um einen Fehlalarm handelte, hätten Kollegen die Polizei wieder abbestellt, sagte Julia Kormann. Das Problem: In der Zwischenzeit waren aus der Hochschule bereits Nachrichten über den Einsatz per Smartphone nach draußen gedrungen. Und eine der benachrichtigen Personen alarmierte ihrerseits die Polizei, sodass die Beamten letztlich doch mit einem Großaufgebot anrückten.

Jetzt wird der Vorfall intern an der HNU aufgearbeitet

Einige der Studenten seien schon erschrocken, sagte Kormann. Dadurch, dass der Einsatz so schnell wieder vorbei war, hätte sich die Lage aber schnell wieder beruhigt. Die Vorlesungen seien danach normal weiter gelaufen. Nun wird der Vorfall intern aufgearbeitet. „Wir haben für Montag einen Termin ausgemacht, um zu analysieren, was richtig gelaufen ist und was wir noch verbessern können“, erläuterte die Vizepräsidentin.

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