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24.02.2015

Auf dem Weg zur Donau-Hauptstadt

Die Lichterserenade bringt alljährlich die Donau zum Leuchten. Als Leuchtturm in Sachen Donau-Marketing fungiert ab Mai Ulm. Nach 27 Jahren müssen Stadt und Landkreis Neuburg die Geschäftsstelle der Touristischen Arbeitsgemeinschaft Deutsche Donau nach Ulm abgeben.
Bild: Alexander Kaya

Ab Mai wird der deutsche Teil des Stroms von Ulm aus touristisch vermarktet. Was sich die Doppelstadt für Vorteile durch die geballte Fluss-Kompentenz erhofft

Weder Regensburg noch Passau geschweige denn Neuburg können mehr bieten: Mit 175000 Einwohnern ist Ulm/ Neu-Ulm der größte Siedlungsschwerpunkt an der deutschen Donau. Bald auch der einflussreichste: Ab Mai werden hier sämtliche Fäden in Sachen Donautourismus gezogen.

Nach 27 Jahren müssen nämlich Stadt und Landkreis Neuburg die Geschäftsstelle der Touristischen Arbeitsgemeinschaft Deutsche Donau nach Ulm abgeben. In ihrer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Landratsamt Neuburg fiel die Entscheidung mit 23:4 Stimmen für das gemeinsame Konzept der Ulm/Neu-Ulm Touristik (UNT) und des Donaubüros. „Ein Schritt auf dem Weg zur Donauhauptstadt“, kommentiert Wolfgang Dieterich, der Geschäftsführer der UNT. Den Ausschlag gegeben hat nach seiner Ansicht die Tatsache, dass eine neue 100-Prozent-Kraft für die Leitung der Geschäftsstelle eingestellt werden soll.

Der UNT werde von den Mitgliedern zugetraut, dass sie mit ihrer langjährigen touristischen Kompetenz die neue Geschäftsstelle besser einbinden und mit den großen touristischen Akteuren vernetzen könne. Die Tourismusorganisationen der beiden Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg schnürten nämlich derzeit mit der Deutschen Zentrale für Tourismus ein umfangreiches Werbepaket, welches ab April 2015 den deutschen Donauabschnitt als „Junge Donau“ international bewerben soll. 200000 Euro stehen dafür zur Verfügung.

Die Geschäftsstelle soll in den Büroräumen der UNT untergebracht werden. Die Hauptaufgabe eines neuen hauptamtlichen Donauwerbechefs – der noch gefunden werden muss – wird es sein, das „Hauptprodukt“ der Donau zu pflegen. Und das ist der Donauradwanderweg, einer der bekanntesten und am besten ausgebauten Fahrradwege, der von Donaueschingen bis Passau führt. Weiteres Betätigungsfeld ist etwa die Weiterentwicklung des Bootswanderführers. Die UNT setzte sich in der letzten Runde gegen Neuburg durch. Auch die Region Regensburg bekundete Interesse, zog die Bewerbung aber zurück.

Wie Dieterich betont, erhofft sich die UNT insbesondere durch das Vorhandensein zahlreicher Ulmer Donaukontakte eine Förderung des Tourismus. Das Ulmer Donaubüro organisiert etwa das Donaufest, knüpft am Netzwerk entlang der Donau, stellt verschiedenste europäische Projekte, etwa zum Thema nachhaltige Mobilität, auf die Beine und ist auch eine Plattform für Veranstaltungen. Beispielsweise gibt es im März eine Donaurallye.

Dahinter steckt ein politischer Auftrag: 2009 haben Staats- und Regierungschefs der EU die Europäische Kommission mit der Erarbeitung einer EU-Strategie für den Donauraum bis Ende 2010 betraut. Die Schwerpunkte der Donauraumstrategie im Rahmen von fünf Konferenzen erarbeitet, die erste Konferenz fand in Februar 2010 in Ulm statt. In Neuburg weckt all zuviel Ulmer Donaukompetenz Bedenken. So wird im Rathaus befürchtet, dass die Arbeitsgemeinschaft im Ulmer Ansinnen aufgeht und so ihre Eigenständigkeit verlieren könnte. Als „Schreckgespenst“ der Unterlegenen ohne Grundlage bezeichnet dies Dieterich. „Wir sind künftig für die ganze Donau da“, sagt Dieterich über den Donau-Verband. Trotz der Rolle Ulms als Drehscheibe des Donautourismus werde die Münsterstadt nicht nur auf ihre Interessen schauen, jeder der 647 der insgesamt 2800 Kilometer, die die Donau durch Deutschland fließt, müsse gefördert werden. Schließlich wird die „Deutsche Donau“ auch von etwa 50 Städten und Landkreisen finanziert. Die blicken nun alle auf Ulm.

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