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Senden/Ulm

05.12.2019

Busfahrer soll fast blinde 81-Jährige auf dem Kieker haben

Über das Verhalten eines Busfahrers beschwerte sich eine 81-jährige Frau gegenüber unserer Redaktion.
Bild: Oliver Helmstädter

Plus Eine Sendenerin fühlt sich schlecht behandelt: Mehrfach soll ein Busfahrer der Linie 73 ihr gegenüber „Platzverweise“ ausgesprochen haben.

Auf die Augen der 81-Jährigen ist schon lange kein Verlass mehr: Auf dem einen ist die Sendenerin seit 32 Jahren blind, auf dem anderen bleibt eine Restsehstärke von gerade einmal zehn Prozent. Doch die Ohren der betagten Dame, die ihren Namen aus Angst vor Racheakten an dieser Stelle nicht lesen will, funktionieren noch einwandfrei. Und so hat die Frau keine Zweifel daran, wie unglaublich sich ein Busfahrer der Linie 73, der zwischen Ulm und Senden pendelt, sich in drei Fällen verhalten habe.

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Busfahrer verpasst drei "Platzverweise"

Drei „Platzverweise“ habe sie kassiert. Die 81-Jährige fahre regelmäßig nach Ulm und Neu-Ulm mit dieser Linie. Wie immer wollte sie neulich, im vorderen Bereich, gleich beim Busfahrer Platz nehmen. Hier fühle sich die fast blinde Frau am wohlsten. „Das war nie ein Problem.“ Doch Ende November sei es plötzlich anders gewesen: Mehrfach habe der Busfahrer – offenbar „ein Neuer“ – sie mit seltsamen Argumenten auf den Bereich für Rollstuhlfahrer in der Mitte des Busses schicken wollen. Ein beschwerlicher Weg sei das für die alte Frau.

Einmal habe er sie angeschnauzt, dass gleich seine Familie käme und diese bei ihm sitzen müsse. Ein anderes Mal habe eine junge Frau ihren Platz freigeben wollen, dass die 81-Jährige, die auch nicht mehr sonderlich gut zu Fuß ist, sich hinsetzen könne. „Bleiben Sie sitzen“, habe der Fahrer die hilfsbereite junge Frau angeherrscht. Und die 81-Jährige weggeschickt. Warum der junge Mann so viel Worte und Energie aufwendet, alte Menschen im herrschen Ton zurechtzuweisen? Darauf hat die 81-Jährige keine Antwort. „Man darf anscheinend nicht alt werden.“ Und die Rentnerin habe sich anhören müssen, dass sie eine Schauspielerin sei. „Sie sehen doch gar nicht schlecht“, habe der Busfahrer gesagt. „Das ist so ein gehässiger Mann“, sagt sie über den Fahrer des Neu-Ulmer Ablegers des Betreibers RBA (Regionalbus Augsburg).

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Busunternehmen RBA hört sich an, was der Busfahrer dazu sagt

Hämisch, höhnisch und frech habe die alte Frau verabschiedet, als sie einmal erbost den Bus verließ, als sie mal wieder des Platzes verwiesen worden sei. Eine Zeugin des Vorfalls könne die Frau benennen: eine Begleiterin, die sie im Auftrag eines Vereins ehrenamtlich zu ihren Arztterminen begleitet. Die RBA hat auf Anfrage den beschuldigten Busfahrer identifiziert und vorgeladen. „Er soll sich zu den Anschuldigungen äußern“, sagt ein Sprecher. Vorher wolle die RBA keine weiteren Kommentare dazu abgeben.

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