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Energie-Serie

05.04.2011

Der Strom des Stroms

Die neue Fischtreppe am Kraftwerk Böfinger Halde.
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Die neue Fischtreppe am Kraftwerk Böfinger Halde.

Kraft von Donau und Iller ist der lokale Klassiker unter erneuerbaren Energien

Ulm/Landkreis Das gleichmäßige Schnaufen und Surren wie auf einem alten Dampfschiff hält schon seit 1953 an. So lange überzieht schon das Kraftwerk Böfinger Halde die Donau an dieser Stelle. Die vom Wasser angetriebenen „Laufräder“ mit fast vier Metern Durchmesser erzeugen einen altertümlich klingenden Klangteppich mit brandaktueller Relevanz: Nachdem Atom-Strom durch die Ereignisse in Japan so langsam auch das letzte Fünkchen Kredit verspielt, rückt auch die Wasserkraft wieder in den Fokus der Suche nach erneuerbaren Energien.

Jene Höhen, in denen die Bedeutung der Wasserkraft in der Region Ulm schon einmal war, wird sie jedoch nach Ansicht von Peter Schmidberger, dem Leiter der Produktion bei den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm (SWU) nicht wieder erklimmen: Ende des 19 Jahrhunderts konnten 100 Prozent des Ulmer Strombedarfs mit Wasserkraft gedeckt werden.

Heute produzieren die SWU 20 Prozent des verkauften Stroms über Wasserkraft (Beteiligungen und eigene Anlagen). Das leistungsstärkste Wasserkraftwerk ist mit Abstand die Böfinger Halde. Auch wenn im Rahmen einer Energie-Effizienz-Offensive durch Erhöhung der „Fallhöhe“ (also Erhöhung des Donauspiegels) vier Millionen Kilowattstunden zusätzlich erzeugt werden können, stößt diese Energiequelle langsam an ihre Grenzen. Weitere Projekte brauchen Zeit. Viel Zeit.

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Seit 1988 steckt etwa ein Wasserkraftwerk in Ehingen-Berg im Genehmigungsverfahren, seit 1996 in Bellenberg am Illerkanal. „Es gibt bei diesem Thema immer massive Widerstände“, begründet Schmidberger diesen langen Vorlauf. Insbesondere aus dem Bereich der Fischerei gibt es viele Kritiker.

Zuletzt setzten sich die SWU vor dem Verwaltungsgericht mit ihrem Bellenberger Zwölf-Millionen-Euro-Projekt gegen ein konkurrierendes Vorhaben einer Tochter der Lechwerke durch. Hier ging es allerdings nicht um Probleme mit Forelle und Co., sondern einen Streit darüber, wer das volkswirtschaftlich bessere Kraftwerk geplant habe. Doch selbst wenn nach jahrelangem Gezänke die Kraftwerke in Ehingen und am Illerkanal gebaut werden können, wird die Wasserkraft nicht viel mehr als ein Mosaiksteinchen im Reigen der erneuerbaren Energien sein. Der Wirkungsgrad von Wasserkraftwerken liegt zwar über 80 Prozent. Doch die Auflagen sind hoch und die Ausgaben auch.

Das Potenzial der Wasserkraft gilt als (weitgehend) erschlossen. So sind auch die Planer des Regionalverbands Donau-Iller der Überzeugung, dass eine Erschließung ungenutzter Wasserkraftpotenziale vor allem durch Modernisierung vorhandener Anlagen und kaum durch Neubauten erschlossen werden können.

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