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Jubiläum

13.03.2018

Diese Jungs finden Singen nicht uncool

Begeisterte Chorknaben: (von links) Jonathan, Johannes, David, Nikodemus und Lukas. Hinter ihnen: Chorleiter Thomas Stang.
Bild: Dagmar Hub

Fünf St.-Georgs-Chorknaben und der Ensembleleiter erzählen vom Spaß an der Musik

Das erste Abenteuer des Festjahres haben die St.-Georgs-Chorknaben schon erlebt: Das 50-jährige Bestehen des Ensembles führte einen Auswahlchor von 35 Sängern mit Chorleiter Thomas Stang zu einer Konzertreise nach Hongkong, wo sie unter anderem in der anglikanischen Kathedrale sangen, und nach Macau. Während die Erinnerung an China immer noch in den Köpfen ist, laufen schon die Vorbereitungen für weitere Veranstaltungen im Jubiläumsjahr: Im Herbst wird in Ulm sogar ein Knabenchorfestival stattfinden.

Dass Singen für Jungs so gar nicht uncool ist, sondern ihnen Freundschaften und Gemeinschaft erfahrbar macht, davon schwärmen der zehnjährige Lukas aus Neu-Ulm und seine Ulmer Freunde David, Johannes, Jonathan und Nikodemus. Schon Nikodemus’ Vater sang in einem Knabenchor, und er wünschte sich, dass sein Sohn ebenfalls Freude am Singen haben sollte. Das klappte: „Ich bin jetzt das achte Jahr dabei“, erzählt der 14-Jährige. „Musik mag ich viel lieber als Sport“, erzählt er. Chorreisen sind für ihn „das Coolste“; zudem habe die Hongkong-Reise den Auswahlchor richtig zusammengeschweißt.

Der zwölfjährige Johannes liebt Mozart ganz besonders, und Fernweh nach der nächsten Chorreise habe er jetzt schon, berichtet er. David kam schon als Dreijähriger zu den Georgschorknaben, weil sein Bruder dort sang. „Ich hab einfach mitgebrummelt“, erinnert er sich. Doch Chorleiter Stang widerspricht. Davids Stimme habe sich schnell als eine sehr schöne herausgestellt. An das allererste Lied, das er im Chor sang, erinnert sich David genauso wie Lukas und die älteren Sänger. „Eine Insel mit zwei Bergen“, beginnen die Jungs begeistert zu singen. „Das Lummerland-Lied ist der Einstieg bei den Kleinen“, sagt Thomas Stang und lacht.

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Etwa 90 Jungen und junge Männer zwischen fünf und 23 Jahren singen im Chor in den Stimmlagen Sopran, Alt, Tenor und Bass, proben zwei Mal pro Woche und haben Stimmbildung bei den Opern-Profis Katarzyna Jagiello und Girard Rhoden. Worauf Stang, der die Georgschorknaben 1991 von ihrem Gründer Wilhelm Wahl übernahm, besonders stolz ist: „In den Chor kommen Sänger freiwillig. Das ist das Schönste an meinem Beruf, dass ich niemanden zwingen muss.“ Er muss höchstens manchmal dem einen oder anderen von den Jungs klar machen, dass zu viel Quatsch zu machen störend ist. Dafür ist trotzdem Zeit: Das gemeinsame Pizza-Essen ist Tradition, und Spielenachmittage sorgen bei den Sängern dafür, dass auch Zeit zum Reden und Lachen bleibt.

Braucht es Mut für einen Jungen, nicht Fußball zu spielen, sondern seine Freizeit beim Singen zu verbringen? „Ein wenig schon“, sagt Jonathan, und David und Lukas finden, dass man seine Freunde durch den Chor vor allem in diesem Umfeld findet. Nikodemus gibt zu, dass man schon manchmal Selbstbewusstsein brauche gegenüber jenen Klassenkameraden. In Ulm dürfte die Leidenschaft Jugendlicher für Musik allerdings bei vielen auf Verständnis stoßen, meint Thomas Stang – gibt es doch neben den Georgschhorknaben die JBU, die Ulmer Spatzen und die Chöre am Münster. „Ulm ist gerade für Jugendliche eine richtige Musikstadt!“

In der Schule erzählen sie eher selten von ihrem Engagement beim Knabenchor, berichten die jungen Sänger. Dann aber gibt es jene Gelegenheiten, bei denen man auf einmal „der Coolste“ ist: Beispielsweise wenn die Georgschorknaben im Europapark Rust auftreten müssen und dafür einen Tag schulfrei bekommen.

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