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Steinheim

10.12.2020

Eine 500 Jahre alte Glocke als Ruferin des Friedens

Heute noch sichtbar: der Namenszug „Steinheim“ in der Glocke.
Bild: Inge Pflüger

Plus Die evangelische Gemeinde Steinheim feiert einen Festgottesdienst und erinnert an harte Zeiten, in denen die 500 Jahre alte Glocke läutete.

Mit einem Festgottesdienst feierte am vergangenen Sonntag, dem Namenstag der evangelischen Nikolauskirche, die evangelische Kirchengemeinde Steinheim ein besonderes Jubiläum: Seit 500 Jahren – mit Unterbrechung – hängt die „Evangelisten-Glocke“ auf dem Turm. Hohe kirchliche Gäste kamen aus diesem Anlass nach Steinheim: Regionalbischof Axel Piper aus Augsburg und Dekan Jürgen Pommer aus Neu-Ulm.

Die Wurzeln der Nikolauskirche Steinheim reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück

Trotz Corona-Pandemie ließen es sich auch die (angemeldeten) Bürger nicht nehmen, den Festgottesdienst in der Vereinshalle zu besuchen. Die Festpredigt hielt Regionalbischof Axel Piper. In seiner Predigt zitierte er Friedrich Schiller. Der Poet habe beschrieben, wie Glocken das ganze Leben begleiten: Sie läuten zur Taufe, zur Hochzeit und auch zur Bestattung. Die Steinheimer Glocke nehme schon seit 500 Jahren am Leben der Menschen teil. Sie habe geläutet, als sich die Zeiten einschneidend verändert hatten, etwa zur Reformation oder in den Jahren des 30-jährigen Krieges (1618 bis 1648). Geläutet haben sie aber auch zur Freude oder bei Hungersnöten in den beiden Weltkriegen, erinnerte der Bischof. Unbeschadet habe die „Evangelisten-Glocke“ den Ersten Weltkrieg überstanden. Doch im Zweiten Weltkrieg musste sie 1942 trotz ihres hohen Alters mit den zwei weiteren Steinheimer Glocken zum Einschmelzen abgeliefert werden. Die „Evangelisten-Glocke“ blieb jedoch als Einzige verschont und so konnte sie 1947 nach Steinheim zurückkehren. Kirchenpfleger Moser hatte sie nämlich deutlich sichtbar in der Innenseite mit „Steinheim“ markiert. Seit Jahrzehnten läutet sie mit zwei jüngeren Glocken nun wieder in Steinheim auf dem Kirchturm – die Glocken seien immer auch Rufer des Friedens, schloss Piper seine Predigt.

Ausmarsch der Geistlichkeit (von links): Bischof Axel Piper, der Neu-Ulmer Dekan Jürgen Pommer und der Steinheimer Pfarrer Tobias Praetorius.
Bild: Inge Pflüger

Die Wurzeln des schmucken kleinen Steinheimer Gotteshauses reichen zurück bis ins 13. Jahrhundert. Immer wieder wurde die Kirche saniert und renoviert und immer wieder belebt mit den sonntäglichen Gottesdiensten und kirchlichen Feiern. Doch im Jahr der Pandemie können dort keine Gottesdienste mehr abgehalten werden, aus Platzmangel. Deshalb war es auch Pfarrer Tobias Praetorius an diesem Tag ein Anliegen, die guten Beziehungen zum Vereinsring und zur katholischen Kirche in Nersingen zu erwähnen und dafür zu danken, dass die evangelischen Christen in der Pfarrgemeinde Steinheim während der Corona-Pandemie und zur Winterszeit abwechselnd in der Vereinshalle Steinheim oder in der katholischen Kirche in Oberfahlheim (jeweils 50 Personen finden dort Platz) die Gottesdienste besuchen können.

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