Newsticker
Gesamtzahl der gemeldeten Corona-Toten in Deutschland liegt nun über 50.000
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Hoher Besuch bei der Ulmer Feuerwehr

Helfer

30.07.2020

Hoher Besuch bei der Ulmer Feuerwehr

Der Ulmer Feuerwehrkommandant Hansjörg Prinzing (Zweiter von rechts) erklärt Klaus Tappeser (ganz rechts) den Vorausrüstwagen.
Bild: Thomas Heckmann

Tübingens Regierungspräsident Klaus Tappeser erfährt, warum in Ulm oft schneller gerettet wird als in anderen Städten

Regierungspräsident Klaus Tappeser aus Tübingen hat am Dienstag die Ulmer Feuerwehr und die Rettungs-Leitstelle des Alb-Donau-Kreises und der Stadt Ulm besucht. Auch Oberbürgermeister Gunter Czisch, die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis ( SPD), die Landtagsabgeordneten Martin Rivoir (SPD) und Jürgen Filius (Grüne) ließen sich von Feuerwehrkommandant Hansjörg Prinzing in das Ulmer Feuerwehrwesen einweisen.

Tappeser bedankte sich für den Einsatz im Kampf gegen die Corona-Pandemie – bei hauptamtlichen Rettungskräften und auch bei ehrenamtlichen Helfern dort und im Bevölkerungsschutz. Czisch ergänzte seine eigenen Erfahrungen aus den Stabssitzungen in der Krise und aus seiner eigenen ehrenamtlichen Zeit im Bevölkerungsschutz. Czischs Fazit: „Die jahrzehntelange Überei hat sich gelohnt.“ Beide Männer teilen aber die Sorge, dass durch die Urlaubszeit und allgemeine Regelmüdigkeit eine zweite Welle entstehen könnte.

Gut informiert zeigte sich Tappeser über den Sonderstatus der Ulmer Feuerwehr, die – dank Ausnahmegenehmigung – als freiwillige Feuerwehr eine Großstadt schützt. Die einmalige Kombination aus 500 Ehrenamtlichen und bald 79 Beamten funktioniert. Prinzing kann sogar belegen, dass in Ulm schneller geholfen wird als in den meisten anderen Großstädten Baden-Württembergs: Bei rund 2000 Einsätzen im Jahr dauert es im Schnitt sieben Minuten, bis Löschfahrzeuge an die Einsatzstelle gelangen. Ulm rangiert damit, je nach Jahr, auf Platz eins oder zwei. Während tagsüber die ersten Fahrzeuge von Hauptämtlern besetzt werden, übernehmen nachts und am Wochenende Ehrenamtliche viel Arbeit. Was dabei hilft: Direkt neben der Feuerwache befindet sich ein Wohnhaus für Feuerwehrleute. Für Prinzing ist es aber unwichtig, welchen Status die Retter haben – sie seien alle gleich gut ausgebildet.

Nur bei jedem zehnten Einsatz geht es um Brände, dafür immer öfter um technische Hilfe bei Unfällen oder Unwettern. Die Ulmer haben einen Höhenrettungszug, der aus der Tiefe rettet, und eine Hundestaffel, die bei Vermisstensuchen in der Region Spürnasen einsetzt. Einzigartig ist die Kooperation von fünf Stadt- und Landkreisen bei chemischen Gefahren: Sieben professionelle Chemiker sind jederzeit abrufbar. Tappeser interessierte sich besonders für die landkreisübergreifende Zusammenarbeit, die in Ulm schon lange praktiziert wird und die auch über die Landesgrenze zu Bayern reicht. Das Land Baden-Württemberg arbeitet gerade an einer Fortschreibung des Rettungsdienstgesetzes. Dabei sollen topografische Grenzen und Beziehungen der Regionen eine wichtigere Rolle spielen als starre Grenzen.

Im Fuhrpark testete Tappeser, wie schwer der Rettungsspreizer ist, mit dem Menschen aus Unfallfahrzeugen befreit werden, und wie sinnvoll ein Mobilkran im Einsatz ist. Laut Prinzing rettet der Kran mehr Menschen als alle drei Ulmer Drehleitern zusammen. Nach einem Blick von der Drehleiter über Ulm ging es weiter zum Stadtteil Ermingen. Dort zeigte Architekt Daniel Pfeffer, wie ein modernes Feuerwehrgerätehaus aussieht: Der Neubau in Ermingen verquickt modernen und günstigen Industriebau mit funktionalen Anforderungen. Er bietet Räume, um Einsätze nachzubesprechen und Kameradschaft zu pflegen, denn auch beim nächsten Einsatz müssen sich die Feuerwehrleute zu 100 Prozent aufeinander verlassen können.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren