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Neu-Ulm

21.06.2018

Lessing-Neubau: Planung geht jetzt doch weiter

Das Lessing-Gymnasium in Neu-Ulm soll von seinem Standort an der Augsburger Straße ins Wiley ziehen. Die Pläne für den Neubau werden nun weiter vorangetrieben.
Bild: Alexander Kaya

Wegen des Nuxits wollen die Freien Wähler die Pläne für das Gymnasium in Neu-Ulm auf Eis legen. Das löst im Schulausschuss eine leidenschaftlich geführte Debatte aus.

Viele Eltern von Schülern fragen sich ungeduldig: Wann kommen die Pläne für den Neubau des Lessing-Gymnasiums im Wiley endlich voran? Erst ließen die neuen Baurichtlinien für Schulgebäude im Freistaat lange auf sich warten. Dann gab es auch noch Zoff zwischen der Stadt Neu-Ulm und dem Kreis wegen der Finanzierung eines Grundstücks für Sportanlagen des Gymnasiums (wir berichteten). Eine weitere Verzögerung stand im Raum. Denn die Freien Wähler beantragten, die Planung für den Neubau ruhen zu lassen, bis die Staatsregierung über den Nuxit entschieden hat – das wird voraussichtlich erst nächstes Jahr der Fall sein.

„Der Streit um das Grundstück zeigt, dass die Stadt dem Landkreis misstraut und sich anscheinend immer benachteiligt fühlt“, sagte Jürgen Bischof (Freie Wähler) im Schul- und Bauausschuss, die am Mittwoch gemeinsam tagten. „Das Grundproblem ist: Der Kreis soll planen, die Stadt bezahlen. Das kann nicht funktionieren.“ Die Stadt werde nicht damit zufrieden sein. „Die Verzögerung ist schade, aber ein Jahr lässt sich verkraften“, sagte Bischof. Und: „Ich möchte klarstellen, dass nicht wir dafür verantwortlich sind.“ Auch Helmut Meisel (Grüne) sprach sich dafür aus, die Entscheidung über den Nuxit abzuwarten. Sonst sei das „ein bisschen Blindflug“ auf dem Weg zum Neubau.

Seine Fraktionskollegin Gabriele Rzehak-Wartha widersprach: „Eine ganze Schülergeneration hat vergeblich auf einen Neubau gewartet. Wir könne eine weitere Verzögerung nicht verantworten.“ Auch Herbert Pressl (CSU) meinte: „Wir halten es für falsch, den Stift wegzulegen und gar nichts mehr zu tun.“ Die Schritte, die keine finanzielle Belastung für den Landkreis bedeuteten, könnten problemlos eingeleitet werden. „Wir stehen zu 100 Prozent hinter dem Beschluss Neubau des Lessing-Gymnasiums.“ Ähnlich äußerte sich Herbert Richter (SPD): „Wir sind nach wie vor in der Verantwortung für unsere Schulen. Unser Signal sollte sein: Wir stehen zu unserer Schule, wir stehen zu unserer Verpflichtung.“

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Landrat Thorsten Freudenberger (CSU) sagte zur Nuxit-Debatte: „Am Tag der Entscheidung ändert sich für uns nichts.“ Vielmehr werde dann erst ein Stichtag genannt, an dem die Kreisfreiheit vollzogen wird, falls es denn soweit kommt. Und erst dann sei der Kreis nicht mehr für die Planung zuständig. Das werde erst im Mai 2020 der Fall sein. So lange wollte eine klare Mehrheit der Kreisräte die Schüler, Lehrer und Eltern nicht warten lassen. Der Antrag der Freien Wähler wurde abgelehnt. Das Bauprogramm für das Lessing-Gymnasium wurde einstimmig genehmigt. Außerdem soll eine Lenkungsgruppe gebildet werden, in der Vertreter des Landkreises und der Stadt Neu-Ulm sitzen. Und es wird ein externer Projektsteuerer für das Großvorhaben gesucht. Grünes Licht dafür soll es aber erst geben, wenn die Grundstücksfragen geklärt sind.

Nächstes Jahr soll ein Architektenwettbewerb ausgelobt werden. Baubeginn im Wiley könnte im Oktober 2021 sein, Fertigstellung und Übergabe sind für Sommer 2024 geplant. Die Gesamtkosten werden auf 50 Millionen Euro beziffert, davon 43 Millionen für den Bau des Schulhauses, fünf Millionen für eine Dreifachsporthalle und zwei Millionen für die Erschließung und den Bau der Freisportanlagen.

Dass es viel um viel mehr als nur ein neues Gebäude geht, erläuterte Otto Seydel vom Schulentwicklungsinstitut Überlingen. Der Unterricht wird künftig in offenen Lernlandschaften erfolgen. Dazu sollen Cluster gebildet werden. Die Räume sind nicht mehr aneinandergereiht, sondern rund um einen „Marktplatz“. „Der Neubau des Lessing-Gymnasiums soll Schülern eine Heimat geben“, sagte Seydel. Außerdem soll durch das pädagogische Konzept, das durch die Gestaltung der Schule umgesetzt werden kann, das eigenverantwortliche Lernen und Arbeiten der Schüler gestärkt werden. Auch der Pausenhof spielt eine wichtige Rolle in den Überlegungen.

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