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Neu-Ulm/Landkreis

29.01.2020

Mann stößt Nachbar gegen Türrahmen

Aufgewühlt vom Streit mit seiner Freundin greift ein 26-Jähriger einen 55-Jährigen an, der unter ihm wohnt. Eine Bewährungsstrafe soll die letzte Chance sein.
Foto: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Aufgewühlt vom Streit mit seiner Freundin greift ein 26-Jähriger einen 55-Jährigen an, der unter ihm wohnt. Eine Bewährungsstrafe soll die letzte Chance sein.

Er habe den Nachbarn mehrfach gegen den Türrahmen gestoßen und dabei gewürgt. So lautet der Vorwurf gegen einen 26-Jährigen aus dem südlichen Landkreis Neu-Ulm, der sich nun für die Tat am Amtsgericht verantworten musste. Hinzu kam eine Anklage der Polizeiinspektion Neu-Ulm, da der junge Mann die Beamten ein anderes Mal mit „Fuck you police“ und einem ausgestreckten Mittelfinger beleidigt hätte.

Der Vorfall der Körperverletzung ereignete sich am 23. Mai vergangenen Jahres gegen 21.30 Uhr. Zwischen dem Angeklagten und seiner damaligen Freundin herrschte in der gemeinsamen Wohnung laut Aussage des 26-Jährigen bereits der ganze Tag Streit. Dies war hörbar bis zu dem Nachbarn des unteren Stockwerks vorgedrungen und sei nach Angaben des 55-Jährigen nicht das erste Mal gewesen. Der Angeklagte stürmte auf dem Weg nach draußen erregt das Treppenhaus hinunter und begegnete dem Nachbarn, der ihn bereits zweimal zur Ruhe aufgefordert hatte. Der 26-Jährige war „auf 180 Grad“, wie er selbst sagte, und drückte den 55-Jährigen mehrfach gegen den Türrahmen, seine Hand zwischen oberem Brustbereich und Hals. Dieser habe sich nicht gewehrt, da er laut eigenen Angaben befürchtete, den Angreifer das Treppenhaus hinunter zu stürzen. Die jeweiligen Partnerinnen kamen dazu um zu schlichten. Durch den Angriff hätte der Nachbar sich auf die Zunge gebissen und rote Male am Hals sowie leichte Schluckprobleme am folgenden Tag gehabt. Da er zu keinem Zeitpunkt Atemnot verspürte, also nicht gewürgt wurde, wurde die Anklage von gefährlicher Körperverletzung auf vorsätzliche Körperverletzung gemildert.

Der Angeklagte beschimpfte außerdem die Polizei

Auch die Beamtenbeleidigung ereignete sich, als die Polizisten am 27. Juni einen Streit zwischen dem 26-Jährigen und seiner Freundin schlichten wollten. Nach Angaben des Angeklagten war es jedoch bei diesen zwei Streitfällen geblieben. Er sei zudem beide Male alkoholisiert gewesen und die Vermutung der Polizei, dass er unter Einfluss von Betäubungsmitteln stand, stritt er nicht ab. Die Beamten fanden bei dem Einsatz 3,3 Gramm Marihuana, weswegen gegen den jungen Mann bereits eine Geldstrafe von 3600 Euro erlassen wurde. Der 26-Jährige hat keine abgeschlossene Berufsausbildung und ist seit rund sieben Jahren in Teilzeit im Einzelhandel seiner Mutter beschäftigt. Das Bußgeld zahlt er in monatlichen Raten.

Prozess in Neu-Ulm: Täter zeigt sich einsichtig

Im Laufe der Gerichtsverhandlung entschuldigte sich der Angeklagte mehrfach bei allen Beteiligten und beteuerte sein Fehlverhalten. Er engagiere sich aus eigener Initiative ehrenamtlich als Fußballtrainer gehörloser Kinder. Die Staatsanwältin plädierte für keine Geld-, sondern Freiheitsstrafe, die zur Bewährung angesetzt wird. Er müsse sich seiner Aggressivität und Suchtproblematik stellen. Sowohl sie, als auch der Richter rieten ihm, doch noch eine Ausbildung anzutreten.

Der 26-Jährige wurde der vorsätzlichen Körperverletzung und vorsätzlichen Beleidigung schuldig gesprochen. Die Geldstrafe aufgrund des Führens von Betäubungsmitteln wurde vom Richter aufgehoben und der junge Mann zu acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und anschließender Bewährung von drei Jahren verurteilt. Während dieser Zeit wird dem jungen Mann die entsprechende Hilfe zur Verfügung gestellt. Er muss 40 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und zwei Mal pro Monat eine Drogenberatung des Diakonischen Werks Neu-Ulm in Anspruch nehmen. Für die entstehenden Kosten muss der Verurteilte eine Geldstrafe von 1000 Euro an das Diakonische Werk bezahlen.

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