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Ulm

03.07.2019

Theater Ulm bekommt Applaus für Konter gegen AfD

Im Theater Ulm bezieht man Stellung gegen die provokante Anfrage der AfD im Stuttgarter Landtag.
Bild: Alexander Kaya

Die AfD im Stuttgarter Landtag wollte wissen, wie viele Ausländer an Staatstheatern in Baden-Württemberg arbeiten. Die Ulmer haben mit einer satirischen Aktion geantwortet.

Die Kulturszene in Baden-Württemberg (und darüber hinaus) ist derzeit empört über die AfD im Stuttgarter Landtag: Die Fraktion hatte über eine „kleine Anfrage“ erfahren wollen, wie hoch der Ausländeranteil an den Staatstheater im Ländle ist. Das Theater Ulm ist zwar „nur“ ein Stadttheater, hat aber nun mit einer kreativen Antwort auf die umstrittene Aktion großes Echo erzeugt.

Theater Ulm will wissen, ob AfD-Politiker vorbestraft sind

Die Ulmer fragen in ihrer auf Facebook veröffentlichten „kleinen Anfrage“ nach Vorstrafen, Ausbildung und Ausbildungsorten der Mitglieder im AfD-Landesverband. So wollen sie unter anderem gerne wissen, wie vielen von diesen wegen Gewaltverbrechen vorbestraft sind, wie viele einen Schulabschluss und wie viele eine abgeschlossene Ausbildung haben. Der Beitrag in dem sozialen Netzwerk wurde bereits hunderte Male kommentiert, fast immer positiv. „Gut gekontert“ oder „geniale Aktion“ lauten wörtlich oder sinngemäß die Antworten.

Pubblicato da Theater Ulm su  Martedì 2 luglio 2019

Doch es gibt auch vereinzelte Gegenstimmen: Eine Nutzerin, deren Profil ihre Begeisterung für die AfD zeigt, schreibt: „Ich dachte es ist ein Theater und keine politische Einrichtung. Das geht nun mal gar nicht!“

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Intendant Kay Metzger aus Ulm will Solidarität mit Kollegen zeigen

Die Idee zu der Gegen-Anfrage entstand, wie Intendant Kay Metzger auf Anfrage unserer Redaktion berichtete, bei der jüngsten Leitungsrunde im Theater. „Ich finde, die Anfrage der AfD verlangt eine Solidarität der Theaterinstitutionen.“ Weil die Partei dazu neige, bestimmte Gruppen zu stigmatisieren, habe man genau dieses Gefühl zurückspiegeln wollen – „mit einer satirischen Spitze“.

Damit will das Theater Ulm auch zeigen, wie wichtig Menschen mit ausländischem Pass für die eigene Arbeit sind. Nicht-Deutsche, so der Intendant, seien wichtige Leistungsträger, besonders im Ballett, im Musiktheater und im Orchester. Metzger: „Wir sind ein Theater, ein Ensemble.“ (mgo)

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