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Neu-Ulm/Weißenhorn

25.03.2015

Zum Abschied solide Zahlen

Steffen Fromm (links) und Werner Deubel
Bild: Alexander Kaya

Vor der geplanten Fusion mit dem Nachbarn aus Weißenhorn zeigt die Volksbank Neu-Ulm ihre Stärke. Im Mai soll die Heirat mit der VR-Bank besiegelt werden. Warum die Beteiligten so zuversichtlich sind  

Neu-Ulm Wahrscheinlich war es die letzte Pressekonferenz der Volksbank Neu-Ulm bevor des zur Fusion mit der VR-Bank aus Weißenhorn kommt. Doch Aufbruch- statt Abschiedsstimmung beherrschte die Führungsetage bei der Vorlage der jüngsten Bilanz. „Der Sonnenschein passt zu unseren Zahlen“, sagte Werner Deubel, der kommendes Jahr in den Ruhestand geht. Und vorher zusammen mit seinem Vorstandskollegen Steffen Fromm zwei florierende Banken verehelichen möchte. Dass es dem Neu-Ulmer Part – mit 565 Millionen Euro Bilanzsumme der Juniorpartner – blendend gehe, verdeutlichte das Gespann mit Zahlen, die allesamt solide seien. So stieg das Kreditgeschäft um 7,9 Prozent auf 471 Millionen Euro an, was deutlich über dem Verbandsschnitt (4,5 Prozent) liegt. Deutlich angestiegen – nämlich um 4,3 Prozent – sind auch die Kundeneinlagen auf 460 Millionen Euro.

Damit übersteigen bei der Volksbank Neu-Ulm die ausgegebenen Kredite die Einlagen. Zu einer Kreditklemme komme es deswegen aber nicht, denn der Topf des Verbands der Volks- und Raiffeisenbanken sei voll und immer verfügbar. Dass die Einlagen überdurchschnittlich angestiegen seien, begründet Fromm auch mit einer Schwäche der Internetbanken. In Zeiten der Nullzinspolitik würden wieder mehr Kunden die regionale Verwurzelung der Bank den Großkonzernen vorziehen. Den erzielten Gewinn (Ergebnis nach Ertragssteuern) überschrieben die Vorstände mit den Schlagworten „Zeichen für nachhaltiges Wirtschaften“: 5,045 Millionen Euro wurden verbucht, was etwas mehr als im vergangenen Jahr ist, sich aber auf dem gleichbleibendem Niveau der Vorjahre bewegt. Als „hervorragenden Wert“ betitelte Fromm das versteuerte Eigenkapital, das nun 49,2 Millionen Euro betrage. Damit sei die Volksbank auch für die kommenden Anforderungen an die Finanzinstitute („Basel-III-sicher“) gewappnet. Am Mittwoch wird die VR-Bank Neu-Ulm/Weißenhorn ihre Zahlen vorstellen. „Beide sind gesunde Banken“, griff Deubel dem Zahlenwerk vor um erneut auf die Bedeutung der geplanten Fusion zur „VR-Bank Neu-Ulm“ hinzuweisen. Trotz der Erfolge im zurück liegenden Geschäftsjahr würden tendenziell die Erlöse sinken und die Kosten steigen. „Faktisch wurde der Haben-Zins abgeschafft“, sagte Deubel. Gleichzeitig würden regulatorische Auflagen immer aufwendiger werden. Lieber veränderten sich die Genossenschaftsbanken von selbst, bevor dies von außen geschehe. Die Einsicht, dass die Volksbank Neu-Ulm und die VR-Bank Weißenhorn Neu-Ulm gemeinsam stärker sind, habe sich bei allen über 14000 Mitgliedern rumgesprochen. „Es gibt überhaupt keine negativen Stimmen“, sagte Deubel.

Selbst die geplante Zusammenlegung einer Geschäftsstelle in Straß ist kein Aufreger. Entlassungen werden es auch keine geben. Im Gegenteil: Durch eine Ruhestandswelle sei der Fachkräftemangel in beiden Banken ein Thema. Rechtskräftig wird diese Fusion, wenn beide Vertreterversammlungen im Mai mit „Ja“ stimmen. Die VR-Bank Neu-Ulm ist dann die mit Abstand größte Genossenschaftsbank im Landkreis Neu-Ulm und mit einer Bilanzsumme von dann etwa 1,4 Milliarden Euro das fünftgrößte Institut im Genossenschaftsverband Schwaben.

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