Handball

20.01.2018

Mediziner und Motivator

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Auf dem Feld wird Alexander Henze (Mitte) als Motivator und Einpeitscher der Mannschaft geschätzt.
Bild: Roland Furthmair

Alexander Henze ist Kapitän des SC Vöhringen und er hat auch in seinem Beruf als Arzt mit Mannschaftskameraden zu tun. Einer von denen war in dieser Woche bei ihm in der Klinik

Auf die Teilnahme an der einen oder anderen Trainingseinheit muss Alexander Henze inzwischen aus zeitlichen Gründen zwar verzichten. Aber mit Handball und Handballern hat der 30-jährige Kapitän des Landesligisten SC Vöhringen trotzdem ständig und auch beruflich zu tun. Henze arbeitet als zertifizierter Sportarzt in der Biberacher Nova-Clinic, er betreut als Mediziner die Spieler des Viertligisten TSV Blaustein und natürlich die eigenen Teamkameraden. In dieser Woche etwa wurde der lange Vöhringer Kreisläufer Martin Mäck in Biberach am Knie operiert und inzwischen wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Gerade die Arbeit mit Handballern macht Henze eine Menge Spaß: „Ich versuche einfach mit den Dingen, die ich lernen durfte, die medizinische Versorgung der Sportlerinnen und Sportler zu verbessern. Dass es sich bei denen überwiegend um Handballverrückte handelt, ist wenig verwunderlich.“

Schließlich gehört Henze selbst zu den Handballverrückten, diese Leidenschaft wurde ihm praktisch in die Wiege gelegt. Vater Andreas wurde in der damaligen DDR mit der Mannschaft der SG Dynamo Halle-Neustadt Pokalsieger und der Junior sagt: „Seine Einstellung hat mich grundlegend geprägt, der Leistungsgedanke stand für mich in diesem faszinierenden Mannschaftssport immer im Vordergrund.“ Umso schwerer fällt es Henze, jetzt sportlich ein bisschen kürzerzutreten. „Einige Zeit verging kein Tag ohne Training oder Spiel“, sagt der Mann, der in jungen Jahren viele Stunden für die Anreise mit dem Zug zu einer einzigen Einheit in Oppenweiler investierte.

Vom damaligen Viertligisten im Nordosten von Stuttgart kam Henze 2009 als 22-jähriger Student zum SC Vöhringen und wurde unter Trainer Stephan Hofmeister sofort zum Stammspieler. Das blieb er auch unter Hofmeisters Nachfolgern in den nächsten sechs Jahren, in denen er mit vorbildlichem Einsatz und viel Emotionen maßgeblich daran beteiligt war, dass der SC Vöhringen so manches schon verloren geglaubte Spiel noch drehen konnte. Dennoch verließ der 1,86 Meter große Rückraumspieler 2015 schweren Herzens den Verein, da es ihn beruflich nach Stuttgart an die renommierte Sportklinik zog. Ein halbes Jahr spielte Henze anschließend für den TV Plochingen, dann ging er zum TSV Blaustein, mit dem er vor zwei Jahren in die vierte Liga aufstieg und bei dem er dann noch eine Saison anhängte. Im Vöhringer Sportpark hat sich Henze trotzdem immer mal wieder blicken lassen und bei dieser Gelegenheit die Freundschaften zu den früheren Mannschaftskameraden gepflegt. Bei seiner Rückkehr ins Illertal wurde er zu Beginn dieser Saison mit offenen Armen empfangen, zumal der Ehrgeiz des alten und neuen Kapitäns nach wie vor immens ist. Henze formuliert seine Ziele: „Ich will den vielen jungen Spielern in unserer Mannschaft eine Hilfe sein und ihnen die Augen für den leistungsorientierten Handball öffnen. Nur dann können wir den SC Vöhringen wieder in der Spielklasse etablieren, in die er meines Erachtens gehört: In der Württemberg-Liga mit ihren zahlreichen Derbys.“

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Der Handballer und Mediziner fühlt sich übrigens auch privat pudelwohl im Illertal. Vor zwei Jahren hat der „Alex“ seine Romy standesamtlich geheiratet, im vergangenen Jahr dann auch kirchlich. Bei der Party haben natürlich auch viele Handballer aus Langenau, Blaustein und Vöhringen kräftig mitgefeiert. Noch wohnt das Paar zwar in Ulm, aber Henze sagt: „Die Familienplanung wird uns sicher Richtung Süden treiben.“

Im Vordergrund steht derzeit aber natürlich die Vorbereitung auf das Landesliga-Heimspiel gegen BW Feldkirch am heutigen Samstag (19.30 Uhr). Der Papierform nach dürfte die Aufgabe gegen den Tabellenelften lösbar sein, Henze erwartet denn auch gegen Feldkirch einen Sieg. Nicht nur, weil der im Kampf um die Meisterschaft wichtig ist. Sondern auch für seinen Patienten Mäck: „Wir wollen die zwei Punkte für Martin holen.“ Dessen Ausfall ist nach Henzes Einschätzung schmerzlich. Der Kapitän wünscht sich aber, dass Mäck möglichst lange beim SC Vöhringen bleibt und natürlich schnell wieder gesund wird. Was er dazu beitragen kann, das hat Alexander Henze als Arzt getan.

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