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Basketball

12.01.2021

So schlägt sich der Ex-Ulmer Killian Hayes in der NBA

Der ehemalige Ulmer Killian Hayes (links) spielt seit Ende vergangenen Jahres für die Detroit Pistons in der nordamerikanischen Profiliga NBA. Dort muss er jetzt verletzungsbedingt aber längere Zeit pausieren.
Bild: imago images/ZUMA Wire

Plus In seinen ersten Partien in der NBA stand der ehemalige Ulmer Basketballer Killian Hayes in der Startformation – mit durchwachsenen Ergebnissen. Jetzt hat sich die Lage verschlimmert.

Der 18. November 2020 kann durchaus als bislang wichtigster Tag des Basketballers Killian Hayes gelten. An diesem Tag wurde der 19-Jährige als siebter Pick des NBA-Drafts, der Wechselbörse der nordamerikanischen Profiliga, von den Detroit Pistons verpflichtet. Seine Familie war bei der Verkündung dabei, in einem Video grinst Hayes vom einen Ohr zum anderen, hatte er es doch von Ratiopharm Ulm in die beste Liga geschafft. Heute dürfte ihm das Grinsen aber vergangen sein.

Vor wenigen Tagen zog er sich im Spiel gegen die Milwaukee Bucks eine Verletzung an der Hüfte zu und wartet derzeit auf eine Entscheidung der Klub-Mediziner darüber, ob sich der Franzose einer Operation unterziehen muss oder nicht. Müsste Hayes unters Messer, würde er monatelang ausfallen und könnte seine erste Saison in der NBA wohl abschreiben.

Hayes würde dann zu einer Art „Student“ degradiert, wie es sein Trainer Dwane Casey auf der offiziellen Internetseite der NBA ausdrückte: „Er muss das positiv angehen. Videoaufnahmen studieren, sich mit den Trainern zusammensetzen und beim Training zuschauen. Auch bei Auszeiten sollte er dabei sein und zum Student des Spiels werden, des NBA-Spiels.“

Für einen jungen Sportler, der gerade eines seiner größten Ziele erreicht hat, keine besonders heilvolle Aussicht, aber Hayes wird nichts anderes übrig bleiben. Ein Ausweg wäre es, wenn er wegen der eingerissenen Gelenklippe an der Hüfte doch nicht operiert werden müsste. Dann könnte er schon nach einigen Wochen wieder auf dem Feld stehen.

Seit November spielt Hayes bei den Detroit Pistons

Vielleicht ist es Dwane Casey aber auch gar nicht unrecht, Hayes erst mal als Auszubildenden bei sich zu haben. Denn die Statistiken des jungen Spielmachers in seinen ersten Partien lesen sich nicht gerade berauschend. Siebenmal stand er auf dem Parkett, steuerte im Schnitt 4,6 Punkte bei, gab immerhin 3,6 Vorlagen ab, blieb bei den Wurfquoten aber schwach: Rund 28 Prozent bei den Zweier- und 25 Prozent bei den Dreierwürfen. Das alles bei einer durchschnittlichen Spielzeit von ausgiebigen 21,1 Minuten. Unter Umständen liegt darin jedoch das Problem. Hayes spielte in der Startformation als Spielmacher, er bekam in seinen allerersten Partien in der großen und fordernden NBA das größte Maß an Druck verabreicht, das auf einem erst 19 Jahre alten Profi lasten kann.

In Teilen der Detroit-Fans wird das kritisch hinterfragt. Auf der NBA-Webseite der Pistons können Fans Fragen stellen, die dann von einem Redakteur beantwortet werden. Eines der Themen, die zuletzt am meisten diskutiert wurden, ist der Starting-Five-Einsatz von Hayes und ob das Trainerteam ihm damit einen Gefallen getan hat. Dieselbe Frage hat sich offenbar auch sein Trainer Casey gestellt: „Wir haben ihn ins Feuer geworfen, was wirklich unfair war ihm gegenüber“, sagte er dem Detroiter TV-Kanal Channel 7 vor Hayes’ Verletzung.

Weil es wegen der Corona-Pandemie keine klassische Vorbereitungsphase gegeben habe, habe Hayes direkt gegen gestandene NBA-Profis antreten müssen. „Das ist hart, aber der einzige Weg, um zu lernen. Ich versichere Ihnen: Im Training macht er wirklich gute Dinge. Im Spiel hat er dann kleinere Probleme, aber die habe ich erwartet.“ Von zehn Spielen der neuen Saison haben die Pistons bislang nur zwei gewonnen. In Teilen lag das auch daran, dass Detroits Topspieler Blake Griffin erst im dritten Spiel eingestiegen ist, er stand Hayes zunächst nicht als Passempfänger zur Verfügung.

Killian Hayes hat sich schwer an der Hüfte verletzt

Begonnen hat das erste Jahr des ehemaligen Ulmers in der NBA also äußerst durchwachsen: Zuerst die mäßigen Leistungen und dann die Verletzung. In Ulm war seine Leistung auch schwankend, starke Spiele und ausbaufähige Auftritte wechselten sich ab – was bei einem so jungen Spieler auch niemanden ernsthaft überraschte. Sein Ziel, den Sprung in die USA hat er auch so erreicht, woran wiederum kaum jemand ernsthafte Zweifel hegte.

Auf Youtube gibt es eine Miniserie über seine junge Karriere. In „My NBA Journey“ sagt er, als er gerade durch das Ulmer Fischerviertel läuft: „Mein Traum war es immer, in der NBA zu spielen.“ Bewahrheitet hat sich dieser Traum. Er muss sich nur noch als guter Traum entpuppen.

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