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Ingolstadt

16.10.2019

Audi steigt aus Flugtaxi-Projekt mit Airbus aus

So sieht die Studie „Pop.Up Next“ von Audi, Italdesign und Airbus aus. Das Fahrzeug ist quasi ein fliegendes Auto, allerdings sehr komplex in der Entwicklung. Audi arbeitet derzeit an einer „Neuausrichtung“ seiner Urban-Air-Mobility-Aktivitäten.

Plus Beim fliegenden Auto „Pop.Up Next“ beendet die VW-Tochter die Zusammenarbeit mit Airbus. Was bedeutet das für die Urban-Air-Mobility-Initiative von Ingolstadt?

Audi steigt bei „Pop.Up Next“ aus und beendet die Zusammenarbeit mit Airbus an dem Flugtaxi-Projekt. Eine erste Version des quasi fliegenden Auto hatten Audi, die Audi-Tochter Italdesign und Airbus im März 2018 auf dem Genfer Autosalon präsentiert. Der „Pop.Up Next“ ist ein „rein elektrisches, vollautomatisiertes Konzept für horizontale und vertikale Mobilität“.

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Audi steigt aus Flugtaxi-Projekt mit Airbus aus - das sind die Gründe

Audi begründete den Schritt damit, dass ab Mitte des nächsten Jahrzehnts voraussichtlich zunächst „nicht-modulare Flugtaxis“ kommerziell betrieben würden, bei denen Kunden vom Auto in die Drohne umsteigen müssen. Ferner gehe man davon aus, dass es noch „sehr lange dauern wird, bis solch ein Flugtaxi in Serie gebaut werden kann, bei dem Passagiere ohne Umsteigen unterwegs sind“. Mit dem modularen Konzept des „Pop.Up Next“ habe Audi an der Lösung mit der „höchsten Komplexität“ gearbeitet.

In einem Statement betont das Unternehmen: „Nach wie vor sind wir überzeugt davon, dass Flugtaxis kommen werden und in der Mobilität der Zukunft eine wichtige Rolle spielen werden.“ Allerdings würden im Rahmen der neuen Unternehmensstrategie „Konsequent Audi“ aktuell „alle Projekte auf den Prüfstand gestellt“ und „neu bewertet“. Das betreffe auch das Pop.Up-Projekt und die bestehenden Partnerschaften. Audi will sich „auf die wesentlichen Zukunftsprojekte konzentrieren und bestmöglich Synergien im Volkswagen-Konzern nutzen. Denn seit jeher ist es die Stärke unseres Markenverbunds im Konzern, dass wir Synergien bündeln und dadurch schneller und kostengünstiger Innovationen auf den Markt bringen können“.

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Porsche, Audis Schwestermarke im VW-Konzern, baut gemeinsam mit Boeing an einem Flugtaxi. Im VW-Konzern wolle man gegenseitig von den Projekten und Erfahrungen profitieren. Audi und Italdesign würden die gewonnene Expertise im Bereich Flugtaxis einbringen. Schließlich heißt es in der Mitteilung: „Aktuell arbeiten wir an einer Neuausrichtung unserer Urban-Air-Mobility-Aktivitäten und haben noch keine Entscheidung zu möglichen künftigen Angeboten getroffen.“

Kein Flugtaxi von Audi und Airbus - was bedeutet das für die Stadt Ingolstadt?

Und was bedeutet das nun für die Stadt Ingolstadt, die seit vergangenem Jahr mit ihrem Flugtaxi-Engagement international Aufsehen erregt? Auf die Frage, ob nun auch das gemeinschaftliche Engagement von Audi und Airbus im Rahmen der von der Stadt Ingolstadt vorangetriebenen Urban-Air-Mobility-Initiative beendet werde, antwortet ein Sprecher auf Nachfrage: „Wir führen die Arbeit am Pop.Up-Projekt nicht weiter. Damit endet auch die Partnerschaft mit Airbus. In der aktuellen Situation können wir die Stadt Ingolstadt vorerst nicht mehr aktiv im Flugtaxi-Bereich unterstützen.“

Zugleich blieben Innovationen in Ingolstadt für Audi „enorm wichtig“. Das Unternehmen will sich am Standort jetzt auf die Vernetzung des Automobils, etwa mit Ampeln, freien Parkplätzen oder anderen Verkehrsteilnehmern, „konzentrieren“. Dank des 5G-Testfelds würden in Ingolstadt bald neue V2X-Dienste (Vehicle-to-Everything) folgen, heißt es.

Wie ausführlich berichtet, will die von der Bundes- und Staatsregierung sowie der Europäischen Kommission unterstützte Urban-Air-Mobility-Initiative „in praktischen Studien den Einsatz von Fluggeräten für die urbane Mobilität erforschen“. Im Juni 2018 war im Bundeskanzleramt eine diesbezügliche Absichtserklärung unterzeichnet worden. Mit dabei war auch Audi. In Modellversuchen geht es darum, in der Region Ingolstadt zu testen, wo man die Flugtaxis oder Transportdrohnen am besten einsetzen kann. Inzwischen sind laut Stadt rund 60 Unternehmen, Hochschulen und Institutionen daran beteiligt.

Ingolstadts Oberbürgermeister Christian Lösel bedauert, dass Audi „momentan kürzertritt“. Er habe aber die Hoffnung, dass das Unternehmen „nach einer gewissen Zeit wieder mit anpackt“. Der Standort habe zuletzt über 10 Millionen Euro an Fördergeldern für die UAM eingeworben.

Airbus ist nach wie vor mit dabei. Der City-Airbus, ein Flugtaxi, das nicht auch noch fahren kann und von Airbus Helicopters in Donauwörth entwickelt wird, war im März unter großer Beachtung auf dem Ingolstädter Rathausplatz vorgestellt worden. Erste Testflüge mit dem Gerät könnten noch im Laufe des Herbstes auf dem Gelände am Manchinger Flughafen starten.

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