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Neuburg-Schrobenhausen

06.09.2020

Deshalb fischt die Flussmeisterei Pflanzen aus dem Wasser

Mit Motorbooten und Messern mäht die Flussmeisterei die Wasserpflanzen in der Kleinen Paar bei Burgheim.
Bild: Winfried Rein

Plus Die Flussmeisterei holt Wasserpflanzen aus Ussel, Schutter und Kleiner Paar im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Warum ist diese Maßnahme im Spätsommer notwendig?

In der Kleinen Paar rattern wieder die Mähboote: Die Flussmeisterei holt die Wasserpflanzen aus dem Nebenfluss der Donau. Scharfe Mähmesser trennen Nixenkraut, Tausendblatt und Seegras vom Gewässergrund ab, das „Grünzeug“ treibt dann zur Donau Richtung Staustufe Bittenbrunn. Diese ungewöhnliche „Mahd“ im Spätsommer ist notwendig.

Neuburg-Schrobenhausen: Warum müssen Wasserpflanzen entfernt werden?

Notwendig, damit der Bach wieder Luft zum Atmen und mehr Fließkraft bekommt. Ansonsten steigt der Wasserspiegel und noch mehr Sedimente aus den angrenzenden Äckern lagern sich ab. Die Kleine Paar droht dann zu verschlammen. Der Einsatz der Flussmeisterstelle Eichstätt gilt als Besonderheit: Nur die Kleine Paar von Staudheim über Burgheim, Moos bis zum Mündungsbereich und die Schutter von Bergen über Meilenhofen, Nassenfels bis Richtung Ingolstadt werden ausgemäht. Dazu kommen Abschnitte der Ussel und Uferbereiche der Altmühl. Das Wasserwirtschaftsamt ist zuständig, seit die Donauzuflüsse 1980 zu Gewässern 2. Ordnung aufgestuft worden waren. Donau und Altmühl sind 1. Ordnung und zu groß zum generellen Ausmähen.

„Ein reines Vergnügen ist die Arbeit nicht gerade“, sagt Kapo Richard Stelz. Mit Wathosen steht er im Auslauf der früheren Moosmühle und mäht mit Schwüngen der Sense Wasserpflanzen ab. In Bereichen, die für die Motorboote kaum zu befahren sind, ist Handarbeit gefragt. Heuer stellen die Flussarbeiter fest, dass der Bestand an Unterwasserpflanzen weiter nachgelassen hat. Früher ist zwei- bis dreimal pro Jahr gemäht worden, jetzt nur noch einmal. „Vielleicht liegt es an den Kläranlagen und der höheren Wasserqualität, dass weniger Pflanzen wachsen“, überlegt Richard Stelz. Noch vor wenigen Jahren war die Eutrophierung, die Überdüngung der Gewässer, ein Riesenproblem.

Immerhin ist mit dem generellen Rückgang der Pflanzen auch die kanadische Wasserpest eingebremst worden. Ursprünglich nur in Nordamerika heimisch, hat sich das unerwünschte Gewächs über die Schifffahrt und gezieltes Aussetzen von Aquaristen kräftig ausgebreitet. Total zugewachsene Teiche und Seen im Sommer ärgern Fischer und Tourismusverbände quer durch Deutschland. In Bächen hebt der grüne Bewuchs den Wasserpegel an.

Flussmeister aus Eichstätt und Ingolstadt sind das ganze Jahr über unterwegs

„Die Wasserpest kann auch für die Fischwelt problematisch werden“, weiß Flussmeister Armin Köller (Eichstätt). Tagsüber produziert die Pflanze über die Photosynthese Sauerstoff, nachts verbraucht sie ihn besonders in der Blütezeit. Starke Sauerstoffzehrung kann Fische in Atemnot bringen. Im Endeffekt kann die kanadische Wasserpest mit ihren meterlangen Blättern nur mühsam ausgemäht und aus dem Gewässer entnommen werden.

Die Flussmeister aus Eichstätt und Ingolstadt sind das ganze Jahr über unterwegs. Sie sorgen für den Durchlauf der Fließgewässer, beseitigen Äste, Baumstämme und befestigen die Ufer. Häufig haben sie es mit „Bauwerken“ des Bibers zu tun, wenn Uferwege unterhöhlt sind oder Stämme das Wasser aufstauen. An der Kreuzung der Schutter mit dem Graben U2 zwischen Bergen und Sächenfahrtsmühle hatten Biber mit ihren Bauarbeiten sozusagen den „Stopsel“ herausgezogen und die Schutter auslaufen lassen. Die Flussmeisterstelle musste die Löcher in der Schutter mit Schotter schließen.

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